Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

Synonyme: Commotio cerebri, Gehirnerschütterung, leichtes Schädel-Hirn-Trauma

Definition

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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die gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew ist eine mechanisch bedingte Verletzung und Schädigung des Schädels unter Beteiligung von Hirnstrukturen ohne Eröffnung der Dura mater (gedecktes SHT).

  • Grad I nach Tönnies und Löw: kurz dauernde funktionelle Störung. Bewusstlosigkeit < 5 Minuten, komplette Erholung innerhalb von 5 Tagen


Ätiologie

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Ursachen der gedeckten Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew sind:
  • stumpfe Gewalt: 50-70% Verkehrsunfälle, Stürze und Sportunfälle
  • perforierende Verletzung: Pfählungs-, Schuss-, Stichverletzung, extrem starker Aufprall

Weitere Definitionen "Leichtes SHT":


  • nach GCS:

    • leichtes SHT: 13-15 Punkte, Bewusstlosigkeit bis 15 Minuten 
  • Klinische Einteilung:

    • Commotio cerebri: Gehirnerschütterung mit Übelkeit, Erbrechen, kurze Bewusstlosigkeit, kurze Amnesie

Epidemiologie

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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  • Inzidenz des SHT: 200-250/100.000 pro Jahr
  • Männer sind von der gedeckten Hirnverletzund Grad I nach Tönnis und Loew häufiger betroffen als Frauen

Differentialdiagnosen

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Anamnese

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Relevante Informationen zur Befunderhebung einer gedeckten Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew sind:
  • Vorangegangenes Trauma?
  • Kopfschmerzen?
  • Übelkeit und Erbrechen?
  • Erbrechen?
  • Schwindel?
  • Sehstörungen?
  • Schwerhörigkeit?
  • Gedächtnisverlust?
  • Blut oder helle Flüssigkeit aus Mund, Nase, Ohr?
  • Medikamentenanamnese
  • evtl. Fremdanamnese nötig
  • Verlauf und Entwicklung der Symptome

Diagnostik

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Diagnostik der gedeckten Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew:
  • neurologische Untersuchung: Vigilanz nach Glasgow-Koma-Scale, Pupillo- und Okulomotorik, Kraftprüfung, Beweglichkeit, Reflexe
  • Bildgebende Verfahren: Rchädel-Rö in 2 Ebenen, Rö-HWS in 2 Ebenen + Dens axis, cCT mit evtl. Nachweis intrakranieller Blutungen, H.a. auf Anstieg des intrakraniellen Drucks
  • Liquorpunktion: evtl. xanthochromer bzw. blutiger Liquor bei Kontusion
  • Labor: Blutbild, Gerinnungsparameter, β2-Transferrin-Bestimmung aus Nasensekret zum Nachweis einer Liquorrhoe
  • evtl. Hirndruckmessung mittels Ventrikelkatheter
  • Elektrophysiologie: EEG und SEP als "Prognoseuntersuchungen", nicht obligat

Klinik

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Symptomatik der gedeckten Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew:
  • Verletzung des Kopfes
  • Schädeldeformierungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Bewusstseinsstörungen
  • Amnesie
  • Doppelbilder
  • Schwerhörigkeit
  • Brillen-/Monokelhämatom

Therapie

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Therapeutische Möglichkeiten bei einer gedeckten Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew sind:
  • stationäre Überwachung für mindestens 24 Stunden
  • stündliche Vigilanz- und Pupillenkontrolle
  • Bettruhe für einige Tage
  • bei Kopfschmerzen: Paracetamol; Aspirin vermeiden bei übersehenem Hämatom
  • bei Übelkeit/Erbrechen: Domperidon (bei Kindern bevorzugen) oder Metcolopramid

Komplikationen

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Komplikationen sind bei einer gedeckten Hrinverletzung Grad I selten!

  • traumatische Meningitis
  • Hirnabszesse/Hirnphlegmone (auch noch nach 10 Jahren!)
  • traumatisch bedingte Blutungen (Epidural-/Subduralhämatom, Subarachnoidalblutung)
  • traumatische Spätepilepsie
  • Sinus-cavernosus-Fistel
  • traumatische arterielle Dissektion

Zusatzhinweise

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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Zusatzhinweise zur gedeckten Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew sind:
  • allgemein gute Prognose

Literaturquellen

Gedeckte Hirnverletzung Grad I nach Tönnis und Loew

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1. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

3. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychiatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

  • (2007) Henne-Bruns D, Düring M, Kremer B - Chirurgie - Thieme, Stuttgart, Duale Reihe
  • (2010) Müller M - Chirurgie für Studium und Praxis - 2010/11,10. Aufl. - Medizinische Verlags- und Informationsdienste
  • (2009) Schiergens T - BASICS Chirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Berchtold R, Bruch H.-P, Trentz O - Chirurgie ,6. Aufl. - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2008) Berchtold R, Ackermann R, Bartels M, Bartsch D.K - Berchtold Chirurgie - Elsevier, München
  • (2007) Siewert R - Basiswissen Chirurgie - Springer Verlag, Berlin
  • (2007) Kloeters O, Müller M - Crashkurs Chirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2006) Siewert J. R - Chirurgie - Springer, Berlin
  • (1999) Koslowski L, Bushe K, Junginger T, Schwemmle K - Die Chirurgie - Schattauer, F.K. Verlag

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