Gastroösophageale Refluxkrankheit

Synonyme: GERD,NERD, ERD, gastroesophageal reflux disease, Speiseröhrenentzündung, Sodbrennen

Definition

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Die gastroösophageale Refluxkrankheit entsteht durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, was eine Schädigung der Schleimhaut des Ösophagus verursacht und zu Refluxösophagitis führen kann.


Ätiologie

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Zu den Ursachen der gastroösophagealen Refluxkrankheit:

primär: idiopathisch

sekundär:

  • Dysfunktion des unteren Ösophagussphinkters
  • axialen Hiatushernie
  • Schwangerschaft
  • Z.n. operativem Eingriff
  • Sklerodermie und andere

Epidemiologie

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist ein sehr häufiges Krankheitsbild:

  • bis zu 20% der westlichen Bevölkerung sind betroffen.

Differentialdiagnosen

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Anamnese

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Seit wann Symptomatik?
  • Aufstoßen von Luft? (ca. 60 %)
  • Sodbrennen? (bei ca. 75 %)
  • retrosternales Druckgefühl?
  • nächtlicher Reizhusten?
  • Schluckstörungen? (bei ca. 50%)
  • Schmerzen im Oberbauchbereich?
  • Erbrechen? Bluterbrechen?
  • Teerstuhl?
  • Müdigkeit?

Diagnostik

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Zur diagnostischen Abklärung der gastroösophagealen Refluxkrankheit sind relevant:

  • klinische Untersuchung
  • Probetheraphie mit Protonenpumpeninhibitoren
  • Bei anhaltenden Beschwerden bzw. Komplikationen wie Hämatemesis Ösophagogastroduodenoskopie mit Biopsie
  • pH-Metrie = Goldstandard
  • Manometrie
  • Ösophagusbreischluck
  • Kombination: pH-Metrie + intraluminale elektrische Impedanzmessung

Klinik

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Die gastroösophageale Refluxkrankheit kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • nächtlicher Reizhusten
  • Sodbrennen (bei ca. 75 %)
  • retrosternales Druckgefühl
  • Schmerz, Gefühl, welches von Epigastrium bis Hals aufsteigt
  • Schluckstörungen (bei ca. 50%)
  • Aufstoßen von Luft (ca. 60 %)
  • Völlegefühl

Therapie

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei gastroösophagealen Refluxkrankheit umfassen:

Die Therapie der Refluxkrankheit besteht aus:

Allgemein:

  • Beobachtung und endoskopische Kontrollen (indiziert beim Barrett Ösophagus oder bei Symptomen wie Dysphagie)
  • Gewichtsreduktion
  • kein Nikotin
  • kein Alkohol
  • Fette Speisen, Süßes, Pfefferminz, Kaffee, Kohlensäure, Säfte meiden
  • Nahrung auf 4-6 kleine Mahlzeiten verteilen
  • nicht spät noch essen, sondern nur bis 3h vor dem zu Bett gehen
  • Kopfende des Bettes erhöhen

Medikamente:

  • Protonenpumpeninhibitoren
  • (z.B. Omeprazol: 1x20-40 mg/d, 1x20mg/d Esomeprazol oder Rabeprazol, 1x30mg/d Lansoprazol, 1x40mg/d Pantoprazol)

Operation:

  • in schweren Fällen: Fundoplicatio nach Nissen

Komplikationen

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Als Komplikation der gastroösophageale Refluxkrankheit können auftreten:
  • Ulzera
  • Aspiration von Mageninhalt (Mendelson-Syndrom)
  • Barett-Syndrom
  • Ösophaguskarzinom
  • narbige Strikturen/Stenosen

Zusatzhinweise

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Formen der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD: gastrooesophageal reflux disease)

NERD: non erosiv reflux disease: keine Schleimhautläsionen am Plattenepithel des Ösohagus

ERD: erosiv reflux disease: Schleimhautläsionen am Plattenepithel des Ösohagus


Literaturquellen

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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  1. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  2. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  3. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  4. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  5. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
  6. (2009) Karow T, Lang R  - Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie - Karow, Pulheim
  7. (2008) AWMF-Leitlinie-Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit (http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/)- AWMF-Leitlinien-Register  Nr. 021/001
  8. (2008) AWMF-Leitlinie- Gastroösophageale Refluxkrankheit (http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/021-013.htm#kap3)- AWMF-Leitlinien- Register Nr.021/013

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