Gallenblasenkarzinom

Synonyme: Karzinom der Gallenblase, Carzinom der Gallenblase, Maligner Tumor der Gallenblase

Definition

Gallenblasenkarzinom

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Das Gallenblasenkarzinom ist ein maligner Tumor der Gallenblase.


Ätiologie

Gallenblasenkarzinom

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Zu den Ursachen des Gallenblasenkarzinoms:

Risikofaktoren:

  • Gallensteine
  • chronische Gallenblasenentzündung
  • Salmonellen-Dauerausscheider
  • Gallenblasenpolyp ≥ 1 cm

Man unterscheidet Adeno- und Plattenepithelkarzinome der Gallenblase.


Epidemiologie

Gallenblasenkarzinom

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Zur Epidemiologie des Gallenblasenkarzinoms:

  • Inzidenz des Gallenblasenkarzinoms: ca. 5/100000/a
  • 1,5% aller GI-Tumoren betreffen Gallenblase oder Gallenwege
  • Vom Gallenblasenkarzinom betroffen sind vor allem weibliche Patientinnen über 50 Jahre (w:m = 3:1)
  • In 70-98% liegt gleichzeitig eine Cholelithiasis vor
  • Häufigkeitsgipfel > 70. Lebensjahr

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Gallenblasenkarzinom

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Beim Gallenblasenkarzinom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • typischerweise keine Frühsymptome
  • 95% der Pat. sind Steinträger
  • evtl. Juckreiz der Haut bei Ikterus
  • evtl. Gewichtsverlust
  • Schmerzlokalisation?
  • Schmerzausstrahlung?
  • Schmerzcharakter?
  • Stuhlgang? Farbe?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Gallenblasenkarzinoms sind relevant:

  • Labor: Cholestaseparameter erhöht (γGT, AP, Bilirubin), evtl CA 19-9
  • Sonographie des Abdomens
  • CT des Abdomens
  • MRC (Magnetresonanz-Cholangiogramm)
  • ERC (endoskpische retrograde Cholangiographie)
  • PTC  (perkutane transhepatische Cholangiographie)
  • PTCD (perkutane transhepatische Cholangiodrainage)

Klinik

Gallenblasenkarzinom

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Klinisch stellt sich das Gallenblasenkarzinom wie folgt dar:

Frühe Stadien werden meist nur im Rahmen einer Cholezystektomie durch den histologischen Nachweis eines Karzinoms erkannt

Unspezifische Symptome stehen im Vordergrund:

  • Oberbauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Nachtschweiß

Ein Ikterus tritt erst auf, wenn der Tumor infiltriert und den Ductus choledochus verschließt!


Therapie

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Zur Therapie des Gallenblasenkarzinoms:

Allgemein richtet sich die Therapie des Gallenblasenkarzinoms nach dem Tumorstadium:

T1- T2-Tumore (Infiltration von Mukosa/Submukose bzw. Serose/Subserose; meist Zufallsbefund):

  • Bei T1-Tumoren = Entfernung von 2-3cm des die Gallenblase umgebenden Lebergewebes
  • Bei T2-Tumoren = vollständige Resektion der Lebersegmente IV und V

T3- und T4-Tumore (Infiltration in Leber und andere Organe; hier sind meist bereits Lymphknotenmetastasierungen vorhanden)

  • Bei Wachstumsbeschränkung af den rechten Leberlappen = Leberteilresektion und Lymphadenektomie
  • Ggf. Resektion infiltrierter Organe
  • Wird eine Metastasierung in beide Leberlappen nachgewiesen, handelt es sich um ein nicht resektables Tumorstadium!

Adjuvante Therapiemaßnahmen wie Chemo- oder Strahlentherapie werden beim Gallenblasenkarzinom bisher nicht angewendet!


Komplikationen

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Beim Gallenblasenkarzinom kommen folgende Komplikationen vor:

  • Infiltration angrenzender Organe
  • Metastasierung
  • Durchbruch der Gallenblase
  • Sepsis
  • Tod

Zusatzhinweise

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Als Zusatzhinweise zum Gallenblasenkarzinom zu beachten sind:

Lokalisation und Metastasierung:

  • Das Gallenblasenkarzinom befindet sich bevorzugt im Fundus und Korpus
  • Die Tumorausbreitung erfolgt hauptsächlich in angrenzende Lebersegmente, angrenzende Organe sowie das Ligamentum hepatoduoenale
  • Die Metastasierung erfolgt lymphogen und hämatogen

Prognose:

Die allgemeine Prognose ist schlecht

  • kurative Resektionsrate = in 10-20% d.F.
  • palliative Resektionsrate = in 20-30% d.F.
  • 5-Jahres-Überlebensrate = liegt bei ca. 5%
  • Durch Chemotherapie und Radiatio keine wesentliche Verlängerung der Überlebenszeit
  • Prognose ohne R0-Resektion: infaust

Histologie:

  • In 90% der Fälle handelt es sich beim Gallenblasenkarzinom um ein Adenokarzinom
  • Eher selten handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, Sarkom, Melanom oder Karzinoid

Literaturquellen

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  1. (2008) Doris Henne-Bruns, Michael Dürig, Bernd Kremer  - Chirurgie - Thieme, Stuttgart
  2. (2008/09) M. Müller und Mitarbeiter - Chirurgie für Studium und Praxis - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach
  3. (2008) Berchtold - Chirurgie - Elsevier GmbH, München
  4. (2007) Henne-Bruns D, Düring M, Kremer B - Chirurgie - Thieme, Stuttgart, Duale Reihe
  5. (2010) Müller M - Chirurgie für Studium und Praxis - 2010/11,10. Aufl. - Medizinische Verlags- und Informationsdienste
  6. (2009) Schiergens T - BASICS Chirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  7. (2008) Berchtold R, Bruch H.-P, Trentz O - Chirurgie ,6. Aufl. - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  8. (2008) Berchtold R, Ackermann R, Bartels M, Bartsch D.K - Berchtold Chirurgie - Elsevier, München
  9. (2007) Siewert R - Basiswissen Chirurgie - Springer Verlag, Berlin
  10. (2007) Kloeters O, Müller M - Crashkurs Chirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  11. (2006) Siewert J. R - Chirurgie - Springer, Berlin
  12. (1999) Koslowski L, Bushe K, Junginger T, Schwemmle K - Die Chirurgie - Schattauer, F.K. Verlag

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