Fetale Hypoxie, Azidose, intrauterine Asphyxie

Synonyme: Fetal-Distress-Syndrom, fetal distress

Definition

Fetale Hypoxie, Azidose, intrauterine Asphyxie

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Unter fetaler Hypoxie versteht man:

intrauterine Asphyxie bedeutet fetale Hypoxie (O2 ↓), Hyperkapnie (CO2↑) und Azidose (pH ↓) infolge Störung des Gasaustausches zwischen Mutter und Kind


Ätiologie

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Ursachen der fetalen Hypoxie sind:

  • maternale Störung:

- Eklamptischer Anfall
- HELLP-Syndrom
- Vena-cava-Kompressionssyndrom
- Blutung bei der Placenta praevia
- Unfalltrauma
- Uterusruptur
- Amnioninfektionssyndrom

  • plazentare Störung

- vorzeitige Plazentalösung
- Mehrlingsgeburt, 2. Zwilling

  • postplazentare Störung:

- Wehenmittelüberdosierung
- Nabelschnurvorfall
- Frühgeburt
- Beckenendlage
- Querlage

  • fetale Erkrankungen (z.B. Herzfehler) oder Infektionen

Epidemiologie

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Die Inzidenz der fetalen Hypoxie: 2-4/ 1000 Lebendgeborene.

Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Wichtige Informationen zur fetalen Hypoxie sind:
  • Verlauf der Schwangerschaft? frühere Schwangerschaften? Komplikationen?
  • maternale Störungen?
  • plazentare Störungen?
  • fetale Erkrankungen oder Infektionen?
  • Lageanomalien? Fehlgeburten in der Vorgeschichte?
  • Bekannte Grunderkrankungen bei der Schwangeren? 
  • Diabetes mellitus?
  • Medikationeinnahme? 

Diagnostik

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Die Diagnostik der fetalen Hypoxie umfasst:
  • Sonographie
  • CTG: anhaltende Tachy- oder Bradykardie, variable oder spätere Dezelerationen, eingeschränkt undulatorischer oder silenter Oszillationstyp
  • Mikroblutanalyse: pH<7,3
  • Amnioskopie: grünes Fruchtwasser bei Mekoniumabgang oder gelbes Fruchtwasser bei Morbus haemolyticus fetalis
  • Doppler-Sonographie: pathologische Blutflusskurven in den Aa. umbilicales oder fetalen Gefäßen

Klinik

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Symptome der fetalen Hypoxie sind:
  • Man unterscheidet die akute intrauterine Asphyxie von der chronischen Asphyxie (chronische Plazentainsuffizienz)
  • die chronische Störung kann während der Schwangerschaft und unter der Geburt in eine akute intrauterine Asphyxie ("fetal distress", akute Plazentainsuffizienz) übergehen
  • Intrauterine Asphyxie wird durch einen Sauerstoffmangel vor oder unter der Geburt gekennzeichnet. Er führt zu fetaler Hypoxie, Hyperkapnie und metabolischer Azidose; wenn diese nicht behoben werden → intrauteriner Fruchttod
  • die chronische Plazentainsuffizienz führt zu Mangelentwicklung, akuter fetaler Hypoxie, intrauterinem Fruchttod

Therapie

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Die Therapie der fetalen Hypoxie besteht aus:

intrauterine Asphyxie:

  • jeweilige Ursache beseitigen
  • Beckenhochlagerung, Linksseitenlage
  • Sauerstoffzufuhr: Maske, Nasensonde
  • Notfalltokolyse: Fenoterol 25 µg (1 Amp.) mit 4 ml 0,9 % NaCl verdünnen und langsam über 2-3 Min i.v. Wiederholung einmal möglich, Fortführung als i.v.-Tokolyse über Perfusor
  • Gynäkologische Untersuchung: MM-Weite, Höhenstand des VT, Fruchtblase offen, MBU
  • CTG-Beobachtung 3-5 Min
  • Geburtsbeendigung durch Sectio oder operative vaginale Entbindung, wenn sich die fetalen Parameter nicht verbessern

Chronische Plazentainsuffizienz:

  • Grunderkrankung behandeln, Noxen ausschalten
  • Bettruhe
  • engmaschige Überwachung des Fetus
  • bei fetaler Gefährdung: Indikation zur Sectio 

Komplikationen

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Zur Zeit gibt es keine Informationen zu Komplikationen der fetalen Hypoxie.


Zusatzhinweise

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Zur Zeit gib es keine Zusatzhinweise zur fetalen Hypoxie.


Literaturquellen

Fetale Hypoxie, Azidose, intrauterine Asphyxie

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  • Manfred Stauber, Thomas Weyerstahl (2005), Duale Reihe, Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme Verlag, 2. Auflage
  • Wolfgang Distler, Axel Riehn (2006), Notfälle in Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer Verlag, 2. Auflage
  • M.W. Beckmann (2007), Therapiehandbuch Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer Verlag
  • Hamid Abdolvahab-Emminger, Thomas Kia, Hamid Abdolvahab-Emminger (2008), Exaplan: das Kompendium der klinischen Medizin, Band 1,  Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage



  • (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  • (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer Medizin Verlag
  • (2009) Probst T - Checklisten Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
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  • (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  • (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  • (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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