Felsenbeinfraktur

Synonyme: Otobasalfraktur

Definition

Felsenbeinfraktur

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Eine laterobasale Fraktur der Schädelbasis welche das Felsenbein mit einbezieht wird als Felsenbeinfraktur bezeichnet.

Man unterscheidet Felsenbeinlängsfrakturen von Felsenbeinquerfrakturen.


Ätiologie

Felsenbeinfraktur

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Es spielen neben Verkehrs- und Sportunfällen auch Gewaltdelikte eine große Rolle.
  • Längsfrakturen: Durch seitliche Gewalteinwirkung 
  • Querfrakturen: Durch frontale oder okzipitale Gewalteinwirkung

Epidemiologie

Felsenbeinfraktur

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  • Felsenbeinfrakturen machen 6-8% der stumpfen Schädel-Hirn-Traumata aus
  • Männer sind häufiger betroffen als Frauen

Differentialdiagnosen

Felsenbeinfraktur

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Anamnese

Felsenbeinfraktur

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Anamnese bei Felsenbeinfraktur:
  • Unfallmechanismus?
  • Hörschwierigkeiten?
  • Ausfluss aus dem Ohr? Blutig?
  • Gefühlsausfälle im Gesicht?
  • Schwindel?
  • ggf. Fremdanamnese

Diagnostik

Felsenbeinfraktur

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Folgende Untersuchungen können die Diagnose Felsenbeinfraktur sichern:
  • Anamnese/Fremdanamnese
  • Schwellung/Hämatom in der Mastoidregion?
  • Stufenbildung in der Gehörgangshinterwand
  • Trommelfellperforation (Längsfraktur)
  • Hämato-/Liquortympanon (Querfraktur)
  • Weber- und Rinne-Versuch: Schallleitungs- (Rinne: negativ u. Weber: lateralisiert zum kranken Ohr) und Schallempfindungsstörung (Rinne: positiv o. negativ u. Weber: lateralisiert zur gesunden Seite)
  • Frenzel-Brille: Spontannystagmus
  • Röntgen-Stenvers
  • Computertomographie des Felsenbeins

Klinik

Felsenbeinfraktur

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Felsenbeinlängsfraktur:
  • blutige Otorrhö 
  • Otoliquorrhö 
  • Hämatotympanon bei intaktem Trommelfell
  • Stufenbildung im äußeren Gehörgang
  • Schallleitungsschwerhörigkeit 
  • Fazialisparese (20% der Fälle)

Felsenbeinquerfraktur

  • Hämatotympanon bei intaktem Trommelfell
  • irreversibler Labyrinthausfall (Schallempfindungsstörung, Drehschwindel, Spontannystagmus)
  • Tinitus
  • Fazialisparese (in 50% der Fälle)                                   

Therapie

Felsenbeinfraktur

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Konservative Therapie der Felsenbeinfraktur:
  • äußerliche Gehörgangsreinigung
  • steriles Abdecken des Ohres
  • Schnäuzverbot
  • abschwellende Nasentropfen
  • hochdosierte Kortisontherapie bei Innenohrstörungen und Spätparese des N. facialis (Prednisolon absteigende Dosis:mit 250mg beginnen und täglich um 25mg reduzieren)

Operative Therapie der Felsenbeinfraktur:

  • bei hämodynamisch wirksamen Blutungen
  • Makroliquorrhö 
  • Sofortparesen des N.facialis

Komplikationen

Felsenbeinfraktur

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Komplikation der Felsenbeinfraktur:
  • Fazialisparese
  • Sub- und Epiduralblutungen
  • Meningitis
  • hämodynamisch wirksame Blutungen
  • arteriovenöse Fistel

Zusatzhinweise

Felsenbeinfraktur

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Zur Felsenbeinfraktur liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Felsenbeinfraktur

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  • Reiß M, (2009) Facharztwissen HNO-Heilkunde - Springer, Heidelberg
  • Berdel WE, Böhm M, Classen M, Diehl V, Kochsiek K, Schmiegel W (2004) - Innere Medizin - Urban&Fischer, München, Jena
  • Durst J (1997) - Traumatologische Praxis - Schattauer, Stuttgart, New York
  • Theissing J, Rettinger G, Werner JA (2006) - HNO-Operationslehre - Thieme, Stuttgart
  • von Piekartz HJM (2005) - Kiefer, Gesichts- und Zervikalregion, Neuromuskuloskeletale Untersuchung, Therapie und Management - Thieme Stuttgart
  • von Gesenhues S, Ziesché RH (2010) - Praxisleitfaden Allgemeinmedizin - Elsevier, München

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