Exogenes Cushing-Syndrom

Synonyme: iatrogenes Cushing-Syndrom, medikamenteninduziertes Cushing-Syndrom

Definition

Exogenes Cushing-Syndrom

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Das exogene Cushing-Syndrom (iatrogenes Cushing) ist ein Hyperkortisolismus, der sich nach einer längerfristigen Cortisontherapie manifestiert.


Ätiologie

Exogenes Cushing-Syndrom

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Ein exogenes Cushing - Syndrom entsteht durch Langzeitbehandlung mit Glukokortikoiden oder ACTH.


Epidemiologie

Exogenes Cushing-Syndrom

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Das exogene Cushing - Syndrom ist die häufigste Form des Cushing-Syndroms.


Differentialdiagnosen

Exogenes Cushing-Syndrom

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Anamnese

Exogenes Cushing-Syndrom

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Beim exogenen Cushing - Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • nehmen Sie Glukokortikoid oder ACTH enthaltende Präparate (Cortison)?
  • Knochenschmerzen?
  • Schlappheit?
  • Muskelschmerzen?
  • Hautveränderungen?
  • Verstärkter Haarwuchs?
  • Zyklusstörungen (bei Frauen)?
  • Gewichszunahme?
  • pathologische Brüche?
  • Depressionen?
  • Diabetes Mellitus?

Diagnostik

Exogenes Cushing-Syndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des exogenen Cushing - Syndrom sind relevant:

  • Klinik
  • erhöhtes freies Kortisol im 24h-Urin
  • Niedrig dosierter Dexamethason-Hemmtest:

Gabe von 2mg Dexamethason um Mitternacht mit Serumkortisol über 80mmol/l am nächsten Morgen um 8 Uhr → Hinweis auf Hyperkortisolismus


Klinik

Exogenes Cushing-Syndrom

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Das exogene Cushing - Syndrom kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

Störung im Fettstoffwechsel:

  • Vollmondgesicht
  • Stiernacken
  • Stammfettsucht
  • Hypercholesterinämie

Störung im Eiweißstoffwechsel:

  • Osteoporose mit evtl. Knochenschmerzen
  • Myopathie mit Muskelschwund
  • Adynamie

Störung im Kohlenhydratstoffwechsel:

  • diabetogene Stoffwechsellage

Störung im Hämatopoetischen System:

Hypertonie (85%)

Veränderungen der Haut:

  • schlechte Wundheilung
  • Neigung zur Akne
  • Furunkulose
  • Ulzera
  • Striae rubrae
  • Atrophie der Haut (bes. am Handrücken)

Bei Frauen:

  • Virilismus
  • Hirsutismus
  • Zyklusstörungen

Bei Kindern:

  • Wachstumsstörungen

Hypokaliämie (5%)

Psychische Veränderungen


Therapie

Exogenes Cushing-Syndrom

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Therapiert wird das exogene Cushing - Syndrom durch:

SCHRITTWEISE Absetzen der verursachenden Medikamente


Komplikationen

Exogenes Cushing-Syndrom

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Komplikationen des exogenen Cushing - Syndrom sind:

  • Frakturen
  • schwere Infektionen
  • Apoplex
  • KHK
  • Selbstmord in Folge der Depression

Zusatzhinweise

Exogenes Cushing-Syndrom

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Der niedrig dosierte Dexamethason - Hemmtest  fällt bei Depression, Stress, Einnahme von Östrogenen oder Antiepileptika, Alkoholabusus und Adipositas falsch positiv aus.


Literaturquellen

Exogenes Cushing-Syndrom

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  1. (2009) Herold, Gerd: Herold Innere Medizin - Köln
  2. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  3. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  4. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  5. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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