Erfrierung

Synonyme: Congelatio

Definition

Erfrierung

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Die Erfrierung (congelatio) ist definiert als Hautschädigung durch Einwirkung von Kälte. Einteilung analog von Verbrennungen in drei Schweregrade:

1. Grad: weiße, gefühllose Haut

2. Grad: Blasenbildung der Haut

3. Grad: Nekrose von Haut und Knorpel


Ätiologie

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Ursache der Erfierung ist eine andauernde Kälteeinwirkung auf die Haut, wobei die Körpertemperatur in den betroffenen Regionen unter den Gefrierpunkt fällt.

Es kommt zu einer Vasokonstriktion und einer Unterversorgung mit Sauerstoff.

Begünstigende Faktoren bei der Erfrierung sind:

  • Akroasphyxie
  • palmoplantare Hyperhidrose
  • zu leichte Kleidung
  • körperliche Überanstrengung
  • Erschöpfung
  • Alkohol
  • Blutverlust

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Erfrierung gibt es derzeit keine Angaben.


Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Bei der Erfrierung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Lokalisation der Erfrierungen?
  • Dauer der Einwirkung?
  • Körperschutz durch Kleidung?
  • körperliche Überanstrengungen?

Diagnostik

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Bei der Erfrierung ist diagnostisch relevant:

  • Anamnese

Inspektion:

  • Je nach Schädigungsgrad entsprechendes klinisches Bild.
  • Bei Schädigungen 3. Grades können Ulzera sichtbar sein.
  • Nach längerer Zeit können Ekzeme und sog. Frostbeulen auftreten.

Klinik

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Erfrierungen werden je nach Schwere in drei Grade eingeteilt:

Der Schweregrad bei der Erfrierung ist abhängig von der Intensität der Kälte, der Dauer der Einwirkung, der Luftfeuchtigkeit.

  • I: weißliche Verfärbung und Sensibilitätsverlust. Nach rascher Kälteausschaltung: stark juckendes bis brennendes Erythem
  • II: nach Wiedererwärmung: subepidermale Blasen
  • III: trockene Nekrose (Mumifikation): Körperteile werden blauschwarz, hart und unempfindlich. Bei einer bakterillen Besiedelung: feuchte Nekrose (Gängrän)

Therapie

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Mögliche Therapie der Erfrierung ist:

  • langsames Aufwärmen (z.B. mit Wärmelampe)
  • steriles Öffnen der Blasen unter Erhalt der Epithelschicht.

bei Erfrierungen 3. Grades je nach Situation:

  • Infusion von z.B. Dextran oder Pentoxifyllin
  • evtl. zusätzlich Hyperbare Sauerstafftherapie zur Minimierung von Nekrosen.
  • rekonstruktive Maßnahmen erst nach vollständiger Abheilung.
  • ggf. Frühamputation bei feuchter Gangrän

Komplikationen

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Bei der Erfrierung kommen folgende Komplikationen vor:

  • abnorme Kälteemfindlichkeit, Wetterfühligkeit und Missempfindungen
  • sekundäre Infektionen
  • Erfrierungstod

Zusatzhinweise

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Zu der Erfrierung liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  2. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  3. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  4. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  5. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  6. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe
  7. (2008) Zener H - Praktische Therapie von HNO Krankheiten, Operationsprinzipien, konservative Therapie, Chemo- und Radiochemotherapie, Arzneimittel- und physikalische Therapie,Rehabilitation - Schattauer Verlag
  8. (2007) Boenninghaus H, Lenarz T - Hals-Nasen-Ohren Heilkinde - Springer Verlag
  9. (2003) Werner, Lippert - HNO-Heilkunde, Farbatlas zur Befunderhebung, Differenzialdiagnostik und Therapie - Schattauer
  10. (2001) Westhofen M - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde systematisch - UNI-MED Verlag AG

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