ErektiIe Dysfunktion

Synonyme: Impotentia coeundi, Impotenz, Erectio deficiens, Erektionsstörung

Definition

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Die erektile Dysfunktion ist die Unfähigkeit, eine Erektion zu erzielen bzw. zu halten, die zum Geschlechtsverkehr ausreicht


Ätiologie

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Die erektile Dysfunktion kann folgende Ursachen haben :

  • Neurologische, psychiatrische und psychische Erkrankungen (Depression, Versagensängste, Parnerabhängige Ursachen, Situationsbedingte Ursachen, Unbewusste Ursachen, Bandscheibenvorfall, Enzephalomyelitis, Nervenläsionen, MS)
  • Metabolische und endokrinische Stoffwechselsstörungen (DM, Hyperlipidämie,Hydergonadotroper Hypogonadismus, Hyperprolaktinämie)
  • Herz-Kreislauf Erkrankungen (Hypertonie)
  • Nieren- oder Leberfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz, Leberzirrhose)
  • Pulmonale Ekrankungen
  • Gefäßanomalien bzw. Erkrankungen (Leriche Syndrom, Vaskulopathien, Fisteln der Arterien und Venen, Kavernös-venöse Dysfunktionen)
  • Traum/Operationen im kleinen Becken
  • Medikamente und Toxine (Psychopharmaka, Alkohol- und Nikotinabusus, Diuretika, Lipidsenker, Antiphlogistika, Anorektika, Drogenabusus, Hormonpräparate, Kardiaka)
  • Maligne Erkrankungen
  • Deutliches Über- oder Untergewicht

Epidemiologie

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  • Die erektile Dysfunktion ist häufig bei älteren Männern
  • In Deutschland bei 40% der >40 J. älteren Männern

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der erektilen Dysfunktion sind folgende Informationen von Interesse :

  • Umfassende Allgemeinanamnese
  • Stoffwechselstörungen (Metabolische, Endokrinische z.B. DM, Fettstoffwechselstörung, Hypogonadismus)
  • Erkrankungen anderer Genese (Neurologische, Degenerative, Psychiatrische, Herz-Kreislauf)
  • Medikamente, Drogenabusus, Genußmittle, Nikotin- und Alkoholabusus
  • Trauma/Unfall/Operationen?
  • Umfassende Sexualanamnese (Zeitliche Dimension, Maximaler Erektionsgrad, Libido, Frequenz des Geschlechtsverkehrs, Situationsbedingte Störung z.B. Urlaub, Partnerabhängigikeit, Ejaculatoin praecox)

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärungen der Erektilen Dysfunktion sind relevant :

  • Medikamente- und Sexualanamnese unter Einbeziehung der Partnerin
  • Körperliche Untersuchung (Geschlechtsorgane, Neurologisches Status, Kongentiale Fehlbildungen, Induration penis plastica)
  • Laborparameter (Kleines BB, Hormonstauts wie LH/FSH/Testestoron/Prolaktin, Triglyceride, Zucker, Cholesterin)
  • Doppler- bzw. farbkodierte Duplexsonographie
  • SKIT (Schwellkörperinjektionstestung)
  • Neurophysiologische Untersuchungen (Corpus-cavernosum-Elektromyogramm CC-EMG, Penile sympathische Hautantwort PSHA,Nächtliche Tumeszenz-Messung -Aufzeichnung der Anschwellung des Penis mittels Elektroden im Rekorder)
  • Pharmakophalloarterieographie (Radiologische Darstellung des penilen Einstroms)
  • Pharmakokavernosometrie und -kavernosographie 

Klinik

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Die erektile Dysfunktion kann eine oder mehrere der folgenden Symptomen zeigen :

  • Fehlende Erektion des Penis bei sexueller Erregung
  • Unterschiedliche Krankheitsbedingte Symptomen (z.B. kardiale-, neurologische-, diabetische Symptomen)
  • Depression, Versagens- und Erwartungsängste

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten der erektilen Dysfunktion setzen sich zusammen aus :

  • Eine rationelle, individuell adaptierete Therapie
  • Sexial Therapie, Körperliches Training, Psychotherapeutische Behandlung, Testoteronsubsitution bei Hypogonadismus, Behandlung einer Neuropathie
  • Orale medikamentöse Therapie (Auf NW beachten): Phosphodiesterasehemmer (Sildenafil 25, 50, 100mg 1/2 std. vor Geschlechtsverkehr, Vardenafil 10, 20mg, Tadalafil 10, 20mg), Yohimbin 3x5mg Anfangsdosis, dann 3x10mg Erhaltungsdosis für mindestens 6 Wochen
  • Testeronsubstitutionstherapie (Orale, Transkutane, Intramuskuläre Gabe)
  • MUSE (Medicated Urethral System for Erection) : Anwendung mind. 20 min vor Geschlechtsverkehr PGE1 (Prostaglandin E1) 250 (Anstiegsdosis), 500, 1000µg (Erhaltungsdosis) ≈ 20µg Prostaglandin E1
  • SKAT (Schwellkörperautoinjektionstherapie) : Lokale Pharmakotherapie "Second-line-Option" bei Nonrespondern auf PDE5-Inhbitoren bzw. bei entsprechenden KI für PDE5-Inhibitoren
  • Technische Hilfsmittel (Vakuumerektionshilfe, Penisringe, Stützkondome)
  • Mikrochirurgische Therapie bzw. Penisprothese als "Third-line-Option" (Arterielle Revaskularisierung, Penisvenechirurgie, Schwellkörperimplantationsprothesen)

Komplikationen

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Die erektile Dysfunktion kann folgende Komplikationen verursachen :

  • Depression
  • Psychische Störung

Zusatzhinweise

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Die erektile Dysfunktion kann eine Vorbote von Herzinfarkt und Schlaganfall sein!


Literaturquellen

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  • (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  • (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  • (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  • (2007) Sökeland J, Rübben H - Taschenlehrbuch Urologie - Thieme Verlag
  • (2007) De Gruyter W - Pschyrembel Klinisches Wörterbuch - Bearb. v. der Wörterbuch-Redaktion des Verlages
  • (2006) Hautmann R, Huland H - Urologie - Springer Verlag
  • (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  • Eichenauer R, Sandmann J, Vanherpe H - Klinikleitfaden Urologie - Urban und Fischer

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Urologie

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