Epitheloidzellige Sialadenitis

Synonyme: Immunsialadenitis, chronische Sialadenitis

Definition

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Die Epitheoidzellige Sialadenitis ist:

  • Sonderform der Sarkoidose.
  • Meist ist die Gl. parotis beidseits betroffen.
  • Neben der Speicheldrüsenentzündung beinhaltet der Symptomkomplex "Heerford-Syndrom" folgende weitere Symptome:
  1. Fazialisparese
  2. Fieber
  3. Innenohrschwerhörigkeit
  4. Uveitis

Ätiologie

Epitheloidzellige Sialadenitis

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  •  Ursachen der epitheoidzelligen Sialadenitis sind unbekannt. Vermutet wird aufgrund der saisonalen Häufung und der weltweit unterschiedlichen Inzidenz ein Einfluss von
  1. genetischen Faktoren
  2. infektiologischen Faktoren

Epidemiologie

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Von der epitheoidzelligen Sialadenitis betroffen sind vornehmlich jüngere Frauen.


Differentialdiagnosen

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Anamnese

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Hinweisend auf eine epitheoidzellige Sialadenitis können sein:

  • vorrangegangene Radiotherapie? (DD Radiogene Sialadenitis)

Typische Symptome:

  • Schmerzarmer Verlauf?
  • Mundtrockenheit?
  • häufige Karies?
  • Fieber?
  • Schwerhörigkeit?
  • Augenbeschwerden?

Diagnostik

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Für die Diagnose der epitheoidzelligen Sialadenitis ist relevant:

Vorbemerkung:

  • Die Diagnose wird bei entsprechendem klinischen Verdacht histologisch gestellt.

Inspektion/Palpation:

  • Gl. parotis schmerzarm geschwollen, evtl. beidseits?
  • Xerostomie?
  • Zahnstatus?
  • geschwollene Tränendrüsen?
  • gerötete Augen?

weitere Untersuchungen:

  • Tonaudiometrie: Innenohrschwerhörigkeit?
  • klinische Untersuchung des N. fazialis
  • Histologie: Granulome mit Langerhans-Riesenzellen?

Klinik

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Bei der epitheoidzelligen Sialadenitis kommt vor:

  • chronisch progredienter Verlauf.
  • infolge der Xerostomie kommt es in der Mundhöhle leichter zu Infektionen.

Therapie

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Zur Therapie der epithoidzelligen Sialadenitis ist zu sagen:

Keine kausale Therapie möglich.

Symptomatische Therapie:

  • Corticosteroide
  • Sialogoga (zuckerfrei)
  • Speichelersatz
  • ggf. Hörgerät
  • Viel Trinken
  • Gründliche Zahnreinigungen
  • ggf. zahärztliche Behandlung
  • Minimierung der Einnahme von
  1. Diuretika
  2. Antihypertensiva
  3. Antidepressiva

Komplikationen

Epitheloidzellige Sialadenitis

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Mögliche Komplikationen der epitheoidzelligen Sialadenitis sind:

  • Häufige Karies
  • Infektionen der Mundhöhle, z.B. mit Kandida
  • Fazialisparese
  • Paresen anderer Hirnnerven
  • Betroffenheit weiterer Organe im Rahmen der Sarkoidose

Zusatzhinweise

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Derzeit liegen keine Zusatzhinweise zur epitheoidzelligen Sialadenitis vor.


Literaturquellen

Epitheloidzellige Sialadenitis

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  1. Probst/Grevers/Iro: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008.
  2. Boenninghaus/Lenarz: HNO. 13. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg. 2007.
  3. Arnold/Ganzer: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2005.
  4. Berghaus/Rettinger/Böhme: Duale Reihe Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Hippokrates Verlag, Stuttgart. 1996.
  • (2008) Zener H - Praktische Therapie von HNO Krankheiten, Operationsprinzipien, konservative Therapie, Chemo- und Radiochemotherapie, Arzneimittel- und physikalische Therapie,Rehabilitation - Schattauer Verlag
  • (2007) Boenninghaus H, Lenarz T - Hals-Nasen-Ohren Heilkinde - Springer Verlag
  • (2003) Werner, Lippert - HNO-Heilkunde, Farbatlas zur Befunderhebung, Differenzialdiagnostik und Therapie - Schattauer
  • (2001) Westhofen M - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde systematisch - UNI-MED Verlag AG
  • (1990) Ganz Herausgegeben - Lehrbuch Hals-Nasen-Ohren Heilkunde - Walter De Gruyter

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