Epiphyseolysis capitis femoris

Definition

Epiphyseolysis capitis femoris

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  • bei der Epiphyseolysis capitis femoris hadelt es sich um eine Lockerung der Wachstumsfuge zwischen Femurhals und Femurkopf
  • Epiphysiolyse: langsame oder plötzliche Zusammenhangstrennung und Verschiebung in der Epiphysenfuge zwischen Schenkelkopf und Schenkelhals
  • die Kopfkappe selbst bleibt in der Hüftpfanne; durch die Außenrotatoren drehen sich Bein und Fuß nach außen, der Schenkelhals verschiebt sich nach vorne oben

Ätiologie

Epiphyseolysis capitis femoris

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Ursachen einer Epiphyseolysis capitis femoris sind:

  • ätiologisch werden endokrine und mechanische Faktoren definiert

2 Formen

Epiphysiolysis acuta
ausgelöst durch leichtes Trauma kommt es zu einer plötzlichen Verschiebung zwischen dem Hals und der lose angehefteten Kopfkalotte

Epiphysiolysis lenta
langsame Epiphysenwanderung (Verschiebung des Femurhalses) ohne konkretes Trauma- knöchernes Wiederanwachsen des Kopfes in jeder Stellung während der Wanderung möglich


Epidemiologie

Epiphyseolysis capitis femoris

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  • meist männliche Jugendliche kurz vor oder während der Pubertätsperiode sind von einer Epiphyseolysis capitis femoris betroffen
  • oft doppelseitiges Auftreten
  • prädisponierend: Dystrophia adiposogenitalis, enuchoidaler Hochwuchs

Differentialdiagnosen

Epiphyseolysis capitis femoris

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Anamnese

Epiphyseolysis capitis femoris

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Die Anamnese einer Epiphyseolysis capitis femoris umfasst:

  • Leisten- u. Knieschmerz?
  • akuter/ schleichender Schmerz?
  • Außenrotationsneigung bei fehlender Innenrotation und Beinverkürzung?
  • Drehmann- Zeichen: zwangsläufige Außenrotation bei Hüftbeugung

Diagnostik

Epiphyseolysis capitis femoris

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Zur diagnostischen Abklärung einer Epiphyseolysis capitis femoris sind relevant:

  • klinische Untersuchung
  • konventionelle Röntgendiagnostik (Vergleichsaufnahmen beider Seiten) anterior-posterior und in Lauensteinlage (Flexion von 70°, Abduktion von 50°)
  • Epiphysenfuge: unregelmäßig begrenzt, verbreitert

Klinik

Epiphyseolysis capitis femoris

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Das klinische Bild einer Epiphyseolysis capitis femoris zeigt sich folgendermaßen:

  • schnelle Ermüdung
  • Hinken
  • Schmerzen in der Leiste, ausstrahlend ins Knie oder ins ganze Bein
  • Schmerzen treten meist im Anschluss an ein geringes Traum auf
  • ev. Auswärtsdrehung, Beinverkürzung und schmerzhafte Bewegungssperre (nach eingetretener Verschiebung)
  • Drehmann- Zeichen: zwangsläufige Außenrotation bei Hüftbeugung (durch Abrutschen der Epiphyse)
  • Scherensymptom: Überkreuzung der Unterschenkel bei Kniebeugung bei beidseitiger Epiphysenlösung

Therapie

Epiphyseolysis capitis femoris

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Die Behandlung einer Epiphyseolysis capitis femoris umfasst:

  • Spickung mit Kirschner-Drähten mit dem Ziel der mechanischen Fixation und der Anregung von Proliferationsvorgängen, die zur Stabilisierung führen
  • bei akuter Verschiebung: unblutige Reposition innerhalb der ersten 2-3 Wochen durch schonende Dauerextension in allmählich gesteigerter Abduktions-Innenrotations- u. Beugestellung
  • bei stärkeren Abrutschwinkeln:
    Gleitwinkel bis 30°: Epiphysenspickung
    Gleitwinkel 30-50°: intertrochantäre aufrichtende Osteotomie nach Imhäuser (Valgisierung, Antetorsion, Flexion des proximalen Femurendes)
    Gleitwinkel über 50°: subkapitale Osteotomie- Korrektur am Ort der Deformität

Komplikationen

Epiphyseolysis capitis femoris

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Komplikationen einer Epiphyseolysis capitis femoris können sein:

  • Ischämie des Femurkopfs mit Nekrose durch Zerreißen der kopfernährenden Gefäße im Bereich des Periosts (vor allem bei akuten Epiphyseolysen mit hochgradiger Dislokation)

Zusatzhinweise

Epiphyseolysis capitis femoris

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Folgende Zusatzhinweise einer Epiphyseolysis capitis femoris sollten beachtet werden:

  • Epiphyseolysis acuta: orthopädischer Notfall!

Literaturquellen

Epiphyseolysis capitis femoris

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  • Kasch R, Kessler O (2008)- Orthopädie- Springer Medizin Verlag, Heidelberg
  • Krämer J, Grifka J (2007)- Orthopädie und Unfallchirurgie- Springer Medizin Verlag, Heidelberg
  • Rössler H, Rüther W (2005)- Orthopädie und Unfallchirurgie- Elsevier, München

Assoziierte Krankheitsbilder zu Epiphyseolysis capitis femoris

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