Epilepsie in der Schwangerschaft

Synonyme: Fallsucht bei Schwangeren

Definition

Epilepsie in der Schwangerschaft

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Die Epilepsie ist eine paroxysmale Gehirnfunktionsstörung, welche durch eine exzessive Neuronenentladung herovorgerufen wird.


Ätiologie

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Die Ursache einer Epilepsie kann endogen oder exogen sein:

Endogen:

  • Idiopathisch
  • Genetisch

Exogen:

  • Hirntumor
  • Sinusvenenthrombose
  • Fruchtwasserembolie
  • Infektion
  • Intoxiaktion
  • Intrakranielle Blutung
  • Schädel-Hirn-Trauma

Epidemiologie

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Die Epilepsie ist die Häufigste neurologische Erkrankung:
  • 5% aller Menschen erleiden einen epileptischen Anfall im Laufe ihres Lebens
  • 0,15-1% aller Frauen im gebärfähigem Alter sind betroffen
  • Risiko für Fehlbildungen liegt bei Epileptikerinnen 2-3x häher als bei gesunden Schwangeren
  • Während einer Schwangerschaft bleibt eine vorbestehende Epilepsie in 85% der Fälle konstant
  • Während einer Schwangerschaft nimmt die Symptomatik einer vorbestehenden Epilepsie in 10% der Fälle zu

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Wichtige Informationen zur Epilepsie sind:
  • Schwangerschaftswoche?
  • Frühere Komplikationen während Schwangerschaften?
  • Vorbestehende neurologische Erkrankungen?
  • Genaue Medikamentenanamnese?
  • Anfälle wie häufig?
  • Anfallsanamnese, wie abgelaufen?
  • Fremdanamnese über Anfall

Diagnostik

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Die Diagnostik der Epilepsie umfasst:
  • Neurologische Untersuchung
  • Falls Epileptischer Anfall zum 1. Mal während der Schwangerschaft auftritt dann EEG und ggf. MRT zum Auschluss einer organischen Ursache
  • Ultraschallfeindiagnostik während der Schwangerschaft zum Ausschluss von Fehlbildungen

Klinik

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Symptome der Epilepsie sind:
  • Anfallshäufigkeit bleibt in der Schwangerschaft gleich oder ist sogar reduziert

Fokale Anfälle:

  • Auf eine Hirnregion beschränkte Anfälle
  • Anfälle entsprechen der betroffenen Hirnregion

Generalisierte Anfälle:

  • Alle Hirnregionen betroffen
  • Meist Bewusstseinsverlust
  • Zuckungen
  • Tonusverlust
  • Einnässen
  • Zungenbiss
  • Initialschrei
  • Stuhlabgang

Therapie

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Die Therapie der Epilepsie umfasst:
  • Enge Zusammenarbeit mit einem Neurologen
  • Vor Schwangerschaft genetische Beratung durchführen lassen bei bekannter Epilepsie
  • Alle Antikonvulsiva können zu Fehlbilungen führen insbesondere bei Kombination der Medikamente!
  • Trotzdem Weiterführen einer antiepileptischen Therapie
  • Folsäuresubstitution 5mg/d
  • Vitamin-K-Gabe 20mg/d
  • Falls lange Anfallsfreiheit vor Schwangerschaft dann Auslassversuch der Medikamente
  • Monotherapie anstreben
  • Regelmäßige Spiegelkontrollen

Medikamente[6]:

  • Lamotrigin < 300 mg  am wenigsten schädlich
  • dann Carbamazepin < 400 mg
  • Carbamazepin <400mg, Valproat und Phenobarbital mit höherem Abort- und Fehlbildungsrisiko

Komplikationen

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Komplikationen der Epilepsie:
  • Fehlbildungsrisiko erhöht auch ohne medikamentöse Therapie
  • 50% Fehlbildungsrisiko bei Kombinationstherapie

Falls Patientin nicht gut eingestellt ist oder Medikamente nicht einnimmt:

  • Antepartale oder postpartale Blutungen
  • Präeklampsie
  • vorzeitige Wehentätigkeit
  • Niedriges Geburtsgewicht

Zusatzhinweise

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Zur Zeit gibt es keine Zusatzhinweise zur Epilepsie.


Literaturquellen

Epilepsie in der Schwangerschaft

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  1. (2007/08) Haag, Hanhart, Müller - Gynäkologie und Urologie- Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach
  2. (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe- Elsevier Urban&Fischer, München, Jena
  3. (2000) Diedrich K, Holzgreve W, Jonat W et al. (2000)- Gynäkologie und Geburtshilfe- Springer, Heidelberg
  4. (2007/08) Gleixner C, Müller M, Wirth S und Mitarbeiter - Neurologie und Psychiatrie- Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach
  5. (2000) Pschyrembel - klinisches Wörterbuch- de Gruyter, Berlin
  6. (2011) Thomson, Battino, et al, Dose-dependent risk of malformations with antiepileptic drugs: an analysis of data from the EURAP epilepsy and pregnancy registry., Lancet Neurol 2011 Jul;10(7):609-17. Epub 2011 Jun 5.

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