Epidurale Tumoren

Definition

Epidurale Tumoren

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Epidurale Tumoren entstehen im epiduralen Kompartiment und komprimieren den Durazylinder.

Reine epidurale Tumore sind: [1]

  • Epidurale Metastasen (80%)
  • Lymphome
  • Sarkome
  • Plasmozytome

Metastasen:

  • 85% der Fälle entspringen aus angrenzenden Wirbelkörpern. [2]
  • 15% der Fälle sind paravertebral und können über die Foramina intervertebralis das Knochenmark erreichen.

Primäre epidurale Tumore sind äußerst selten und spielen eine untergeordnete Rolle.


Ätiologie

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Vertebrale Metastasen: [1]

  • 60% der Metastasen haben ihren Ursprung in: Brust, Lunge, Prostata.
  • Weitere: Lymphome, Nierenzellkarzinom, Sarkome, Multiples Myelom.

Epidemiologie

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Es liegen keine exakten epidemiologischen Daten zu epiduralen Tumoren zur Verfügung.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Symptome bei Patienten mit epiduralen Tumoren: [3]

  • Rückenschmerzen (Verstärkt in der Nacht und am frühen Morgen?)
  • Gangstörungen?
  • Nicht gefähig?
  • Inkontinenz?
  • Stuhlgangsbeschwerden?
  • Taubheitsgefühl in Rücken oder Beinen?
  • Verminderte Berührungs- und Drucksensibilität der Haut?

Diagnostik

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Diagnostische Verfahren: [4]

Röntgen-Wirbelsäule

  • schlechte Sensitivität;
  • ggf. vertebrale Beteiligung

+MRT

  • höchste Sensitivität: 93%, Spezifität: 97%
  • DD: Osteomyelitits, osteoporotische Kompressionsfrakturen können differenziert werden. [6]
  • Sequenzen: T1, T2, STIR

oder CT

  • verbesserte Darstellung einer Myelopathie und einer vertebraler Beteiligung

oder Myelogramm

  • selten genutzt aufgrund der neurologischen Nebenwirkungen

Klinik

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Klinischer Verlauf von epiduralen Tumoren: [2]

  • Epidurale spinale Tumore verursachen meist eine Querschnitssymptomatik durch die raumfordernden Prozesse.
  • Brown-Sequard-Syndrom mit ipsilateraler spastischer Hemiparese und kontralateraler Thermhyästhesis, Hypalgesie und Hypästhesie
  • 90% der Patienten beschreiben einen paraspinalen oder radikulären Schmerz.

Weitere klinische Folgen sind:[3]

  • Harnblasen- und Mastdarmstörungen
  • Impotenz
  • vasogenes Spinalmarködem
  • venöse Blutung
  • Ischämie

Therapie

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Therapeutisches Vorgehen beim epiduralen Tumor:[4,5]

  • Schneller Therapiebeginn!

Spezifische pharmakologische Behandlung:

  • Abhängig vom Tumortypus

Unspezifische pharmakologische Behandlung:

  • hochdosiertes Dexamethason: Tag 1: IV 96mg, Tag 2-4: 96mg pro Tag p.o. Über 10 Tage langsame Reduktion

Strahlentherapie:

  • Wird meist nach einer Chemotherapie eingeleitet
  • 30Gy in 10 Einheiten
  • Alternative: Intensitätsmodulierte Strahlentherapie

Chirurgischer Eingriff:

  • Eine Laminektomie führt zu einer Dekompression des Myelons und zum Rückgang der Symptomatik
  • Stabilisierung der knöchernden Strukturen mithilfe einer Osteosynthese.

Komplikationen

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Mögliche Komplikationen der epiduralen Tumoren können sein: [4]

  • lokale Destruktion
  • Querschnittslähmung
  • strahlentherapie-induziertes Sarkom
  • Tod

Zusatzhinweise

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Prognose:

  • Die Prognose ist stark abhängig vom Primarius und von der Therapierbarkeit des Tumors, besonders davon, ob der Tumor mit Strahlentherapie behandelbar ist. [4]

Literaturquellen

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  1. (2003) - Uwe Schlegel - Neuroonkologie, Thieme, Stuttgart
  2. (2006) - Michael Wannenmacher,Jürgen Debus,Frederik Wenz - Strahlentherapie,Springer, NY
  3. (2005) - Dag Moskopp - Neurochirurgie: Handbuch für die Weiterbildung und interdisziplinäres - Schattauer Verlag, Stuttgart
  4. (2007) - Robert Gunzburg,Marek Szpalski,Max Aebi - Vertebral Tumors - Lippencott Williams & Wilkins, NY
  5. (2005) - P. J. Vinken,Charles J. Vecht - Handbook of clinical neurology: Neuro-oncology, Band 69, Teil 3
  6. (1991) - An H, Vaccaro A, Dolinskas C et al. Differentiation between spinal tumors and infections with magnetic resonance imaging. Spine ;16(suppl 1):S334-S338.

Assoziierte Krankheitsbilder zu Epidurale Tumoren

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