Eosinophile Zellulitis

Synonyme: Wells-Syndrom, rezidivierende granulomatöse Dermatitis mit Eosinophilie

Definition

Eosinophile Zellulitis

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Die eosinophile Zellulitis ist eine akut beginnende entzündliche, chronisch-rezidivierende Hauterkrankung mit eosinophilenreichen Infiltraten und z.T. Ausbildung granulomatöser Herde.


Ätiologie

Eosinophile Zellulitis

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  • Die Ätiologie der eosinophilen Zellulitis ist unbekannt.
  • Mögliche Auslösefaktoren der Erkrankung sind: Infektionen, Insektenstiche, Arzneimittelunverträglichkeiten

Epidemiologie

Eosinophile Zellulitis

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  • Die eosinophile Zellulitis ist eine sehr seltene Erkrankung.

Differentialdiagnosen

Eosinophile Zellulitis

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Anamnese

Eosinophile Zellulitis

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Bei der eosinophilen Zellulitis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautveränderung erschienen? 
  • Lokalisation? 
  • Was für Beschwerden? Schmerzen? Juckreiz? Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens: Fieber?, Gelenkschmerzen? Fazialislähmung?
  • Verlauf? Hat sich der Befund verändert?
  • Frühere Hauterkrankungen? Infektionen? Insektenstiche (evtl. Reiseanamnese)? 
  • Bekannte Grunderkrankungen? 
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Allergien?
  • Medikamenteneinnahme? Medikamentenunverträglichkeit?


Diagnostik

Eosinophile Zellulitis

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Zur diagnostischen Abklärung der eosinophilen Zellulitis sind relevant:

Akutphase:

- im oberen Korium: Ödem, dichtes Infiltrat aus eosinophilen Granulozyten

- Blasenbildung

- Ausdehnung des Infiltrats in das subkutane Fettgewebe möglich

- zahlreiche Flammenfiguren: flammenartige eosinophile Niederschläge (mit Eosinophilengranula überzogene Kollagenfasern)

Spätphase:

- fokale Nekrobiose, histiozytäre Infiltrate

  • Immunpathologie:

- Fibrinogenablagerungen im Korium und in der Subkutis

- ggf. IgM in der Basalmembran

- IgG, IgA, IgE im Korium und in der Subkutis


Klinik

Eosinophile Zellulitis

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Die eosinophile Zellulitis wird durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Prädilektionsstellen: Extremitäten und Stamm
  • Klinischer Befund:

- Früphase (nur wenige Tage): Erytheme, umschriebene solide schmerzhafte Ödeme, Infiltrate, Blasenbildung

- Spätphase (granulomatöse Dermatitis, Dauer: Wochen bis Monate): urtikariaartige, teilweise anuläre Erytheme, derbe atrophisierende Infiltrate oder Prurigoelemente mit starkem Juckreiz

- Begleitende Symptomatik: Fieber, Arthralgien, Fazialislähmung

  • Verlauf:

- chronisch-rezidivierend über Monate und Jahre

- spontane Rückbildung möglich


Therapie

Eosinophile Zellulitis

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei eosinophiler Zellulitis umfassen folgendes:

  • systemisch:

- niedrige bis mittleren Dosen von Glukokortikoiden (40-60 mg Prednisolon/Tag)

- Dapson (Dapson-Fatol® 100 mg/Tag), evtl. in Kombination mit Glukokortikoiden

- Versuche mit Interferon-α, Minocyclin oder Cetirizin (Zyrtec 10 mg/Tag)

  • topisch: meist wirkungslos 

Komplikationen

Eosinophile Zellulitis

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Zu den Komplikationen der eosinophilen Zellulitis liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

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Zu der eosinophilen Zellulitis liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Eosinophile Zellulitis

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  • Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M (2005) - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg, 5. Auflage
  • Constantin E. Orfanos, Claus Garbe (2002) -  Therapie der Hautkrankheiten - Spinger Verlag, 2. Auflage
  • W. Kempf, M. Hantschke, H. Kutzner, W. Burgdorf (2007) - Dermatopathologie - Springer Verlag
  • Peter Fritsch (2009) - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag

  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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