Enteropathische Arthritis

Synonyme: Intestinale Arthropathien

Definition

Enteropathische Arthritis

Bearbeitungsstatus ?

Die enteropathische Arthritis ist eine Arthritis/Sakroiliitis bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.


Ätiologie

Enteropathische Arthritis

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Bei der enteropathischen Arthritis sind Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) betroffen:

  • Risiko für Entwicklung einer Arthritis beträgt 25%, Sakroiliitis: 15%
  • bei Morbus Whipple: Arthritis 60%, Sakroiliitis 40%

Epidemiologie

Enteropathische Arthritis

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Häufigstes Auftreten der enteropathischen Arthritis wird bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa beobachtet.


Differentialdiagnosen

Enteropathische Arthritis

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Anamnese

Enteropathische Arthritis

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Bei der enteropathischen Arthritis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa in der Vorgeschichte?
  • morgendliche Steife im Gelenk?
  • Gelenkbeschwerden?
  • Knoten an Gelenken?
  • Schmerzen im Lendenwirbelsäule-Bereich? (Sakroiliitis?)
  • unspezifische Wirbelsäule-Schmerzen? (Spondylitis?)

Diagnostik

Enteropathische Arthritis

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Zur diagnostischen Abklärung der enteropathischen Arthritis sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinik
  • HLA-B27 positiv in 3 von 4 Fällen
  • Rheumafaktoren: immer negativ

Klinik

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Die enteropathische Arthritis kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen in der Vorgeschichte
  • Polyarthritis großer Gelenke: Knie, Sprunggelenk, Ellbogen, Handgelenk
  • Spondylitis
  • Sakroiliitis

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei enteropathischer Arthritis umfassen:

  • Therapie der Grundkrankheit
  • nach Besserung einer CED bessert sich auch die Arthritis
  • symptomatisch NSAR, jedoch zurückhaltender Einsatz wegen gastrointestinaler Nebenwirkungen

Nichtsteroidale Antiphlogistika = Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

  • Symptomatische Therapie, kein Einfluss auf den Krankheitsverlauf
  • Ibuprofen: Einzeldosis 400-800 mg, Tagesdosis bis 2400 mg
  • Diclofenac: Einzeldosis 50 mg, Tagesdosis bis 150 mg
  • Selektive COX-2-Inhibitoren (Coxibe): Celecoxib 200-400 mg/d, Tagesdosis bis 400 mg; Etoricoxib 1x 90 mg

DMARD Basistherapie (= disease modifying antirheumatic drugs)(3) bei schweren Verläufen

  • bei mittelschweren bis schweren Verläufen: Basistherapie mit Sulfasalazin (bei Erwachsenen: 2-3-mal 1000-2000 mg/Tag; bei Kindern ab 6 Jahren: 50 mg/kg Körpergewicht), Methotrexat (die empfohlene Initialdosis beträgt 7,5mg 1-mal wöchentlich oral, als intramuskuläre oder intravenöse Applikation; nach Erreichen des gewünschten Therapieerfolgs: langsame Dosisreduzierung), Azathioprin (Dosierung beim Erwachsenen: 2mg/kg KG/Tag, bei Kindern: 2,5 mg/kg KG/Tag; nach Wirkungseintritt sollte die Dosierung auf 1mg/kg KG/Tag beim Erwachsenen und auf 1,5mg/kg KG/Tag bei Kindern gesenkt werden)
  • mögliche Alternative: Cyclosporin, D-Penicillamin, Natriumthiomalat, Hydroxychloroquin, Chloroquin, Leflunomid oder Auranofin, etc
  • bei schweren Verläufen und nicht Ansprechen auf die Basistherapie → Kombination mit TNF-α-Antagonisten 
  • Etanercept 2 x 25mg/Woche s.c., in schweren Fällen 2x 50 mg/Woche, nach 12 Wochen Reduktion auf 2x 25mg/Woche, maximale Therapiedauer 24 Wochen, Abbruch bei nicht Ansprechen nach 12 Wochen
  • Infliximab → Mittel der ersten Wahl bei schwersten Sonderformen der Psoriasis mit 5mg/kg KG i.v. nach Woche 0, 2, 6 dann alle acht Wochen Überwachung (Antikörperbildung); im Vorfeld Ausschluss einer aktiven Tuberkulose.

Komplikationen

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Bei der enteropathischen Arthritis kommen folgende Komplikationen vor:

  • komplette Gelenksdestruktion
  • der extraartikuläre Befall führt über die Tendovaginitiden zu Spontanrupturen der Sehnen, zu Bursitiden
  • Nebenwirkungen der antirheumatischen Therapie

Zusatzhinweise

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Bei enteropathischer Arthritis sollten NSAR wegen gastrointestinaler Nebenwirkungen zurückhaltend eingesetzt werden.


Literaturquellen

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  1. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  2. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  3. (2005) Leitlinien der DDG und des BVDD - Therapie der Psoriasis Arthritis und der Psoriasis mit Infliximab
  4. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  5. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  6. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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