Endokrinopathien

Definition

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Endokrinopathie ist ein Oberbegriff für Erkrankungen einer endokrinen Drüse mit resultierender Störung der Hormonproduktion und -regulation.


Ätiologie

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Diabetes mellitus kann bei folgenden Endokrinopathien auftreten:

  • Cushing Syndrom
  • Akromegalie
  • Phäochromocytom
  • Glukagonom
  • Hyperthyreose
  • Somatostatinom

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Endokrinopathien sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den Endokrinopathien sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • welche Beschwerden?
  • Grunderkrankung?
  • Medikamente?
  • Gewichtsveränderung?
  • Familienanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Endokrinopathien sind relevant:

  • körperliche Untersuchung
  • Blutwerte (Blutzucker, HbA1c, C-Peptid)
  • Hormonstatus
  • Urin
  • Autoantikörper

Klinik

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Die Symptomatik hängt von der Grunderkrankung ab.

Bei Diabetes mellitus, der häufigsten Endokrinopathie, sind es:

  • Hyperglykämie
  • Polyurie
  • Polydypsie
  • Wundheilungsstörungen
  • Gewichtsveränderungen
  • allgemeine Müdigkeit, Schwäche
  • Leistungsminderung

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Endokrinopathien umfassen:

  • Therapie der Grunderkrankung
  • Therapie von Begleitsymptomatik (zB Hypertonie)
  • Therapie des Diabetes: je nach Typ

Typ 2

Erstmaßnahmen bei Diagnose

  • Schulung
  • Ernährungsumstellung
  • Gewichtsreduktion
  • Bewegungstherapie
  • Metformin  initial 0,5g eine Woche abends zum Essen, dann 1 Woche 0,5g (1-0-1), schliesslich 1g (1-0-1) - Titration nach Verträglichkeit

Kombinationstherapie oraler Antidiabetika → wenn nach 3-6 Monaten der HBA1c ≥6,5 und <7 ist (Wirkstoffe alphabetisch geordnet):

First line: Metformin +

  • α - Glukosidasehemmer
  1. Acarbose  initial 50 mg100 mg einschleichend nach NW titrieren, bei Meteorismus Initialdosis 25 mg. Dosierung > 100 mg haben keine Wirkung auf den zuckerspiegel mehr, 
  2. Mitglitol (Kombination nur mit Sulfonylharnstoff) gleiche Dosierung
  • DPP - Inhibitoren:
  1. Sitagliptin 1x 100mg /d
  2. Vildagliptin 2x 50 mg /d
  • Exenatide initial 5μg (1-0-1) s.c. → 10μg (1-0-1) nach 4 Wochen bei fehlendem Wirkung. Injektion vor dem Frühstück und vor dem Abendessen.
  • PPAR - γ - Liganden
  1. Pioglitazon initial 15 mg - 30 mg → max. 45 mg;  bei älteren Menschen und Niereninsuffizienten ist keine Dosisanpassung von Glitazonen notwendig
  • Sulfonylharnstoff
  1. Glibenclamid initial 1,75 - 3,5 mg → max. 10,5 mg am Besten nur einmal max. 7mg morgens; 
  2. Glibomurid initial 12,5 mg → max. 75 mg
  3. Gliclazid initial 40 mg → max. 240 mg
  4. Glimepirid 1 mg → max. 6 mg nur einmalig morgens; 
  5. Gliquidoninitial 15 mg → max. 120 mg
  6. Tobutamid initial 0,5 - 1 g → max. 2g
  • Sulfonylharnstoffanaloga
  1. Repaglinid initial 3 x 0,5mg (1-1-1) → max. 4 mg Einzeldosen/16 mg pro Tag; 
  2. Nateglinid initial 3 x 60 mg (1-1-1) → max. 180 mg Einzeldosen - Einnahme der Glinide vor den Hauptmahlzeiten

Second Line: Gibt es Kontraindikationen gegen oder starke Nebenwirkungen durch Metformin werden zwei andere orale Antidiabetika unter Beachtung der möglichen Wechselwirkungen eingesetzt.

Kombinationstherapie oraler Antidiabetika mit Insulin → wenn nach 3-6 Monaten der HBA1c ≥7% ist oder Therapie 2. nicht zum Zielwert führt

Orale Antidiabetika (bevorzugt Metformin) + Basalinsulin

oder

Orale Antidiabetika (bevorzugt Metformin) + Prandialinsulin


Intensivierung der Insulintherapie → wenn Therapie 3. nicht zum Zielwert führt

  • ICT (Intensivierte conventionelle Insulintherapie)+ Metformin → Pioglitazon bei KI
  • CT (Conventionelle Insulintherapie) + Metformin → Pioglitazon bei KI
  • CSII (Continuierliche subkutane Insulininfusion)[1]

Typ 1

  • lebenslange individuelle (intensivierte) Insulintherapie, zur Verfügung stehen folgende Insuline:
  1. sehr kurz wirkende Insuline - Insulin glulisin, Insulin lispro und Insulin aspart (ähnlich wirksam ist das inhalative Insulin) - Wirkeintritt 15 min, Wirkmaximum 1 h, Wirkdauer 2 - 3 h;
  2. kurz wirksame Insuline - Normalinsuline - Wirkeintritt 30 min, Wirkmaximum 2 h, Wirkdauer 4 - 6 h;
  3. mittellang wirksame Insuline = Intermediärinsuline = NPH Insuline - Wirkeintritt 2 h, Wirkmaximum 4 - 6 h, Wirkdauer 8 - 12 h;
  4. lang wirksames Insulin - Insulin Detemir - Wirkeintritt 3 - 4 h, Wirkmaximum 6 - 8 h, Wirkdauer 16 - 20 h;
  5. sehr lang wirksames Insulin - Insulin Glargin - Wirkeintritt 3 - 4 h, Wirkmaximum 6 - 8 h, Wirkdauer 20 - 40 h.

Komplikationen

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Bei den Endokrinopathien kommen folgende Komplikationen vor:

  • Mikroangiopathie
  • Makroangiopathie
  • diabetische Nephropathie
  • diabetische Retinopathie
  • diabetische Neuropathie
  • diabetisches Fußsyndrom
  • diabetische Kardiomyopathie
  • Fettleber
  • diabetisches Koma
  • Hypoglykämischer Schock
  • Lipidstoffwechselstörungen
  • Hyporeninämischer Hypoaldosteronismus

Zusatzhinweise

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Allgemeine Endokrinopathien:

  • erworbene Funktionsstörung
  • Erkrankung endokriner Drüsen
  • Störungen der Regelkreise von Hypothalamus und Hypophysenvorderlappen und den peripheren Organen mit Hormonsezernierung

Paraneoplastische Endokrinopathie:

  • endokrine Überfunktion
  • bei nichtendokrinen Tumoren mit Hormonaktivität (z.B. kleinzelliges Bronchial-Ca)

Literaturquellen

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  1. (2008)  Scheerbaum W. A., Haak T. - Evidenzbasierte Leitlinien der DDG (Grad 3)- Medikamentöse antihyperglykämische Therapie des Diabetes mellitus Typ 2
  2. (2003) Roche - Lexikon Medizin - Urabn & Fischer
  3. (2007) Böcker W, Denk H, Heitz PU - Repetitorium Pathologie - Urban & Fischer, Elsevier
  4. (2006) Steinhausen H-P - Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen: Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychatrie und -psychotherapie - Urban & Fischer, Elsevier
  5. (2006) Siegenthaler W - Klinische Pathophysiologie - Thieme
  6. (2001) Ganten D, Ruckpaul K - Molekularmedizinische Grundlagen von Endokrinopathien - Springer
  7. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  8. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  9. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  10. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  11. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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