Eisenmangelanämie

Synonyme: sideropenische Anämie, Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft

Definition

Eisenmangelanämie

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Die Eisenmangelanämie ist eine mikrocytäre, hypochrome Anämie.

  • die häufigste aller Anämien
  • Mißverhältnis von Eisenbedarf und Zufuhr

Stadien:

  1. Prälatent (Speichereisenmangel)
  2. Latent (Einsendefizitäre Erythropoese)
  3. Manifest (Eisenmangelanämie)

Ätiologie

Eisenmangelanämie

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Ursächlich für eine Eisenmangelanämie sind:
  • In der Schwangerschaft besteht erhöhter Eisenbedarf
  • Akuter oder chronischer Blutverlust (häufig gastrointestinal)
  • Vegetarische Ernährung
  • Eisenresorptionsstörung z.B. bei Diarrhoe
  • Eisenverteilungsstörung z.B. bei Tumor oder Infektion
  • Eisentransportstörung

Epidemiologie

Eisenmangelanämie

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Die Eisenmangelanämie ist die häufigste Anämieform.
  • 50% aller Schwangeren haben einen niedrigen Hämatokritwert
  • Häufigkeit der Eisenmangelanämie in Europa ca. 10%
  • v.a. Frauen (Menarche)

Differentialdiagnosen

Eisenmangelanämie

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Anamnese

Eisenmangelanämie

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Wichtige Informationen zur Eisenmangelanämie sind:
  • Besteht Müdigkeit und Leistungsminderung?
  • Seit wann besteht Symptomatik?
  • Woraus besteht die Ernährung?
  • Schwangerschaft?
  • Menstruation?

Diagnostik

Eisenmangelanämie

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Zur diagnostischen Abklärung der Eisenmangelanämie sind relevant:

  • Klinische Untersuchung: Anämiezeichen (Blässe des Hautkolorits, Konjunktivenblässe)
  • Ausschluss gastrointestinale Blutung: Stuhl auf Blut testen
  • Eisenresorptionsstörung ausschließen

Labor:


Klinik

Eisenmangelanämie

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Symptome der Eisenmangelanämie sind:
  • Müdigkeit
  • Blässe
  • Mundwinkelrhagaden
  • Kopfschmerz
  • Appetitlosigkeit
  • Brüchige Haare und Nägel
  • Evtl. Koilonychie
  • Nasenschleimhautatrophie
  • Glossitis
  • Zungenbrennen
  • Haarausfall
  • Plummer-Vinson-Syndrom
  • Belastungsdyspnoe

Therapie

Eisenmangelanämie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei einer Eisenmangelanämie umfassen:

Eisensubstitution:

  • zweiwertiges Eisen oral (Resorption nur ca 20%); mind. 3 Mt 100 - 200 mg/Tag
  • dreiwertiges Eisen parenteral (nur selten; bei enteraler Unverträglichkeit, Gastrointestinalen Erkrankungen)

Prophylaxe:

  • in Schwangerschaft 60mg Fe2+/d
  • Frühgeborene
  • Neugeborenen unter 2500g

Komplikationen

Eisenmangelanämie

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Komplikationen einer Eisenmangelanämie sind:
  • Beim Fötus und Kleinkind: Entwicklungsstörungen

Zusatzhinweise

Eisenmangelanämie

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Bei der Therapie der Eisenmangelanämie ist zu beachten:

  • NICHT gleichzeitig mit: Tertazyklinen, Antazida, Colestyramin, Penicillamin
  • langsame i.v. Injektion
  • Eisentabletten im Röntgenbild schattengebend; Gefahr der Fehldiagnose von Gallen-/Nierensteinen
  • Während der Schwangerschaft besteht eine physiologische Schwangerschaftsanämie durch ein erhöhtes Plasmavolumen

Literaturquellen

Eisenmangelanämie

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