Dyshidrose

Synonyme: Dyshidrotisches Ekzem, Dyshidrosiformes Ekzem, Cheiropompholyx, Podopompholyx

Definition

Dyshidrose

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Als Dyshidrose bezeichnet man eine oft rezidivierend auftretende Bildung juckender Blasen und Bläschen an Händen und Füßen


Ätiologie

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Die Dyshidrose tritt meistens im Rahmen einer atopischen Hautdiathese auf. [1]

Weitere Ursachen sind:

  • genuin (dies ist eine Ausschlussdiagnose!)
  • Kontaktallergien
  • kumulativ-subtoxische Reaktionen (bei regelmäßigem Kontakt der Hände/Füße mit irritativen Stoffen)
  • medikamentös-allergisch
  • Antigen-Antikörper Reaktion auf Grund von hämatogener Streuung im Rahmen einer anderen bakteriellen, viralen, mykotischen Infektion (z.B. bei akuter Exazerbation einer Fußmykose bzw Trichophyteninfektion)
  • Stress
  • idiopathisch
  • Pollenflug (bei atopischer Diathese)

Die Dyshidrose kann akut oder chronisch-rezidivierend auftreten.

Eine gestörte Hautbarriere ist ein prädisponierender Faktor für die Entwicklung einer Dyshidrose.

Die Dyshidrose ist oft mit einer Hyperhidrose assoziiert. [3]


Epidemiologie

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Die Dyshidrose tritt in der Regel im mittleren und jüngeren Lebensalter auf. [3]

w : m = 2 : 1 [11]

vermehrtes Auftreten der Dyshidrose in den Frühjahrs- und Sommermonaten [3]


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Dyshidrose sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Lokalisation und Aussehen der Hautveränderungen, Verlauf?
  • juckend?
  • An anderen Körperstellen auch Veränderungen aufgefallen?
  • Inhalt der Bläschen? wasserklar?
  • Familienanamnese?
  • Welcher Beruf wird ausgeübt? feuchtes Klima? Immer wieder Kontakt mit reizenden Stoffen? Besserung im Urlaub?
  • Heuschnupfen, Neurodermitis, allergisches Asthma bekannt? (als Hinweise auf atopische Diathese)
  • vermehrtes Schwitzen?
  • Fußpilz?
  • Körperpflege?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Dyshidrose sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild (Morphe, Lokalisation)
  • Verlauf
  • Epikutantest mit Standardallergenen und anamnestisch in Frage kommenden Substanzen (Ausschluss einer Typ-IV-Reaktion)
  • Prick-Test mit Inhalationsallergenen und berufsspezifischen Allergenen [
  • Gesamt- IgE, spezifisches IgE (Ausschluss Typ-I-Reaktion)
  • Alkali-Resistenz-Test (Verdacht auf gestörte Schwellenfunktion der Haut, z.B. bei atopischer Diathese), nicht während der akuten Dyshidrose!
  • Nikotinsäureestertest (Zum Nachweis einer atopischen Hautdiathese)
  • Mykologische Diagnostik: Schuppenentnahme zur kulturellen Anzucht und gegebenenfalls Probeexzision

Klinik

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Die Dyshidrose ist durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:

Akute Dyshidrose:

  • Handflächen,
  • Fingerkanten
  • Fußsohlen
  • seltener Handrücken
  • multiple, engstehende, unterschiedlich große, pralle Bläschen oder Blasen mit wasserklarem Inhalt.
  • Bläschen können oberflächlich und tief erscheinen
  • Erythem (je nach Ätiologie unterschiedlich stark)
  • Rhagaden und Schuppen nach längerer Dauer
  • starker Juckreiz

Chronisch-rezidivierende Dyshidrose:

  • rezidivierendes Auftreten der Blasen mit leichterer Ausprägung der klinischen Symptome

Cheiropompholyx/Pedopompholyx:

  • Maximalausprägung einerDyshidrose mit großen, konfluierenden Blasen

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Dyshidrose beinhalten:

  • Meiden auslösender bzw verschlimmernder Noxen (Berufsananmnese!)
  • Basistherapie mit rückfettenden Cremes und Salben
  • Glukokortikoidhaltige Paste/Lösung bei feuchtem klinischen Bild. Bei Besserung ausschleichen
  • fett-feuchte Glukokortikoidhaltige Externa bei trockenem klinischen Bild (möglichst der Stufe 2) bei akuter Dyshidrose (z.B.: Betamethason 0,1%). Bei Besserung ausschleichen und danach Liquor carbonis detergens 5-10% z.B. in Ungt. leniens [1;3]
  • adstringierende Bäder mit synthetischen Gerbstoffen
  • systemische Glukokortikoide nur bei schweren Formen kurzfristig einsetzen (i. d. R. 0,5–1 mg/kg KG/Tag Prednisolonäquivalent)
  • Bade- oder Creme-PUVA Therapie zur Behandlung und Rezidivprophylaxe
  • bei begleitender Hyperhidrose: Leitungswasseriontophorese
  • bei sehr schweren Formen welche nicht auf Glukokortikoide reagieren: systemisch Aliretinoin (30mg/1xtäglich über 12-24 Wochen bis Abheilung)
  • bei Superinfektion desinfizierende Bäder mit z.B.: Povidon-Iod [1]
  • bei hyperkeratotisch-rhagadiformen Ekzemen auch Versuch mit Cignolin

Komplikationen

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Bei der Dyshidrose kommen folgende Komplikationen vor:

  • Maximalvariante der Dyshidrose Cheiropompholyx (Hände)/Podopompholyx (Füße)
  • bakterielle und mykotische Sekundärinfektionen
  • Dyshidrotisches Ekzem
  • Allergisches Kontaktekzem

Zusatzhinweise

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Zu der Dyshidrose liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2002) Altmeyer P., Dirschka Th., Hartwig R. - Klinikleitfaden Dermatologie - Urban & Fischer
  2. (2003) Fritsch - Dermatologie Venerolgie - Springer
  3. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  4. (2006) Meves A  – Intensivkurs Dermatologie – Urban § Fischer , München
  5. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  6. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  7. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  8. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  9. (2009) Diepgen TL. et al. - Management von Handekzemen Leitlinie ICD-10-Ziffer: L20. L23. L24. L25. L30. - JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Volume 7, issue suplement s3
  10. (2010) Sterry W., Burgdorf W., Paus R. - Checkliste Dermatologie - Thieme
  11. (2010) Moll I., - Dermatologie - Thieme
  12. (2010) Thyssen JP., Johansen JD., Linnerberg A., Menné T. - The epidemiology of hand eczema in the gerneral popultatio : prevalence and findings - Contact Dermatitis. Feb;62(2):75-87

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