Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

Synonyme: DDS, Dialyse-Dysäquilibrium-Syndrom

Definition

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Das Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung ist eine durch Elektrolytverschiebungen und plötzlichen Azidoseausgleich bei zu rascher Dialyse auftretendes Syndrom mit Kopfschmerzen, epileptischen Anfällen und psychomotorischen Störungen


Ätiologie

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Die Ursachen des Dysequilibriumsyndroms bei Dialysebehandlung sind:

  • zu rasch durchgeführte Dialyse →
  • Elektolytverschiebungen + Abnahme der Blutosmolarität →
  • Flüssigkeitverschiebung von Blut ins Hirnparenchym →
  • Hirnödem

Epidemiologie

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Das Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung ist sehr selten wegen verbesserter Dialysetechnik.


Differentialdiagnosen

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Anamnese

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Beim Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Häufigkeit der Dialyse?
  • Konzentrationsstörungen?
  • Vigilanzminderung?
  • Muskelkrämpfe/Myoklonien?
  • Gedächtnisstörungen?
  • Persönlichkeitsveränderung?
  • epileptische Anfälle?
  • Kopfschmerzen?
  • weitere neurologische Symptome zur Abgrenzung von anderen neurologischen Krankheitsbildern?

Diagnostik

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Zur diagnostischen Abklärung des Dysequilibriumsyndroms bei Dialysebehandlung sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: Gang- und Standversuche, Reflexstatus, Psychomotorische Evaluation
  • Labor: Retentionsparameter (Harnstoff, Kreatinin, Elektrolyte wie Kalium, Calcium, Phosphat meist normal), Blutbild, Blutfette, Cholesterin, Albumin, evtl. BGA
  • EEG: Allgemeinveränderungen, epilepsietypische Potentiale
  • cCT/cMRT: Ausschluss anderer Ursachen

Klinik

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Das Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unruhe
  • Muskelkrämpfe
  • Myoklonien
  • Tremor
  • organisches Psychosyndrom
  • generalisierte tonisch-klonische Anfälle

Therapie

Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung umfassen folgendes:

  • symptomatische Therapie
  • Prophylaxe: kürzere Dialysezeit bei erhöhter Dialysefrequenz; Hämofiltration und Peritonealdialyse bevorzugen, Verwendung von Natrium-Bikarbonat, Zugabe osmotisch aktiver Substanzen zum Dialysat

Komplikationen

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Beim Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung kommen folgende Komplikationen vor:

  • in der Regel keine Komplikationen
  • innerhalb weniger Tage selbstlimitierend

Zusatzhinweise

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  • bei prohtrahiert verlaufender Peritonealdialyse deutlich seltener

Literaturquellen

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1. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

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  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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