Dreiphasenpräparate zur oralen Kontrazeption

Synonyme: Anti-baby-Pille, Antikonzeptiva, Mikropille, hormonale Kontrazeptiva, orale Kontrazeptiva, Empfängnisverhütung, Schwangerschaftsverhütung

Definition

Dreiphasenpräparate zur oralen Kontrazeption

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Dreiphasenpräparate sind hormonelle Kombinationspräparate zum Verhüten einer Schwangerschaft.

Besteht aus synthetischen Derivaten des Estrogens und Gestagens, welche in einem Dreistufensystem über den Zeitraum eines Menstruationszyklus verabreicht werden. Der physiologische Hormonspiegel wird dabei wie folgt nachgeahmt:

1. Phase: niedrige Estrogen-, niedrige Gestagendosis (6 Tage)

2. Phase: gesteigerte Estrogen- und Gestagendosen (5 Tage)

3. Phase: niedrige Estrogendosis, noch höhere Gestagendosis (10 Tage)

-         Beginn der Einnahme am 1. Zyklustag

-         21 Pillen (3 verschiedene Farben je nach Phase)

-         7 Tage Applikationspause

Mikropille: wenn der Estrogenanteil pro Dragee < 50 μg  beträgt

Vorteile:  

  • zZ bestmögliche Anpassung an den weiblichen Zyklus
  • beste Verträglichkeit unter den oralen Kontrazeptiva
  • sicher: Pearl-Index 0,1 bis 0,9
  • gute Zykluskontrolle

Ätiologie

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Dreiphasenpräparate haben folgenden Wirkmechanismus:

  • Hemmung der Ovulation durch einen antigonadotropen Effekt
  • Verhinderung der Nidation (die volle sekretorische Umwandlung des Endometriums unterbleibt)
  • Hemmung der Penetrationsvermögen der Spermien durch Viskositätserhöhung des Zervikalsekrets

Epidemiologie

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Bei Dreiphasenpräparaten ist zu achten auf:

    - auf strenge Einhaltung des Einnahmeschemas ist zu    achten

   - verringerte Glucosetoleranz – evtl die Dosis der Antidiabetika steigern

Wirksamkeit verringert

  • bei Diarrhö
  • bei gleichzeitiger Einnahme von CYP3A4-Induktoren (Barbituraten, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskrautextrakten)
  • bei Einnahme von Breitbandantibiotika, z.B. Aminopenicilline oder Tetracycline, oder von Colestyramin

Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Wichtige Informationen vor der Verschreibung von Dreiphasenpräparate sind:

Kontraindikationen:

  • bestehende Thrombosen
  • entzündliche und degenerative Gefäßleiden
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • schwere Leberschäden
  • Hyperbilirubinämie
  • hormonensensible Tumore

relative Kontraindikationen:


Diagnostik

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Zur Zeit gibt es keine Informationen zur Diagnostik von Dreiphasenpräparaten.


Klinik

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Folgende Symptome indizieren die Verschreibung von Dreiphasenpräparaten.

Indikation:

Antikonzeption

Andere Indikationen:

  • Hormonsubstituion in der Postmenopause
  • Dysmenorrhö
  • Endometriose
  • funktionelle Ovarialzysten
  • fortgeschrittene Uterus-, Mamma- und Nierenkarzinome
  • Unterdrückung der Menstruation
  • Hypermenorrhö mit Eisenmangelanämie

Therapie

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Es gibt keine Informationen zur Therapie.


Komplikationen

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Komplikationen bei der Einnahme von Dreiphasenpräparate sind:

sofortiges Absetzen des Präparats bei:

  • Verdacht auf thromboembolische Komplikationen (akute Sehstörungen oder migräneartige Kopfschmerzen)
  • Cholestase
  • starkem Blutdruckanstieg
  • vor  Operationen


Nebenwirkungen:

  • Thromboserisiko erhöht
  • Hypertonie, besonders nach längerer Einnahme, höherem Alter oder Rauchen
  • Zwischenblutungen
  • Amenorrhö
  • Libidoverlust
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Depression
  • Spannungsgefühl in der Mamma
  • Ödeme
  • Gewichtszunahme
  • Virilisierungserscheinungen
  • zu Onkogenität s. Zusatzhinweise

Zusatzhinweise

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Wichtige Zusatzinformationen zu Verwendung von Dreiphasenpräparate sind:
  • fast alle Präparate enthalten Ethinylestradiol als wirksames Estrogen
  • Gestagen-Komponente kann je nach Struktur zusätzlich antiandrogene, estrogene oder corticoidähnliche Eigenschaften aufweisen
  • Vorsicht bei bestehenden Diabetes, Epilepsie oder Varizen

Onkogenität: das relative Risiko für:

    • Endometrium- und Ovarialkarzinom sinkt
    • Mammakarzinome bleibt unverändert
    • Zervixkarzinom, bzw. Zervixdysplasien ist erhöht

Literaturquellen

Dreiphasenpräparate zur oralen Kontrazeption

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  • Burgis E (2008) – Intensivkurs allgemeine und spezielle Pharmakologie – Elsevier GmbH, München
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  • (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  • (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  • (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

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