Dialyse-Enzephalopathie

Synonyme: Dialyse-Demenz, progressiv-myoklonische Dialyse-Enzephalopathie, Hämodialyse-Enzephalopathie

Definition

Dialyse-Enzephalopathie

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Die Dialyse- Enzephalopathie ist ein nach mindestens 1 - 2 Jahren unter Dialysebehandlung auftretendes dementielles Syndrom mit motorischen Symptomen und epileptischen Anfällen unbekannter Ursache.


Ätiologie

Dialyse-Enzephalopathie

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Die Ursachen der Dialyse- Enzephalopathie sind:

  • nicht hinreichend geklärt
  • vermutlich Aluminium-haltige Phosphatbinder im Dialysat verantwortlich

Epidemiologie

Dialyse-Enzephalopathie

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Die Dialyse- Enzephalopathie ist relativ häufig.

  • bei 600/100.000 Dialysepatienten
  • Männer häufiger betroffen
  • mittleres Erkrankungsalter: 50 Jahre
  • durchschnittlich nach 3 Jahren Dialyse

Differentialdiagnosen

Dialyse-Enzephalopathie

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Anamnese

Dialyse-Enzephalopathie

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Bei der Dialyse- Enzephalopathie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bekannte Niereninsuffizienz/Dialysepflichtigkeit?
  • Konzentrationsstörungen?
  • Vigilanzminderung?
  • Muskelkrämpfe/Myoklonien?
  • Gedächtnisstörungen?
  • Persönlichkeitsveränderung?
  • epileptische Anfälle?
  • prädisponierende Vorerkrankungen (Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, chronische Pylenonephritis, chronische Glomerulonephritis, Exposition ggb. nephrotoxischen Substanzen)?

Diagnostik

Dialyse-Enzephalopathie

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Zur diagnostischen Abklärung der Dialyse- Enzephalopathie sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: Gang- und Standversuche, Reflexstatus, Psychomotorische Evaluation
  • Labor: Retentionsparameter (Harnstoff, Kreatinin, Elektrolyte wie Kalium, Calcium, Phosphat), Blutbild (Anämie), Blutfette, Cholesterin, Albumin, evtl. BGA, U-Status, U-Sediment, Desferroxamintest mit Aluminiumbestimmung
  • EEG: Allgemeinveränderungen, frühzeitig gruppierte δ-Aktivität mit epilepsietypischen Potentialen
  • nephrologisches Konsil

Klinik

Dialyse-Enzephalopathie

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Die Dialyse- Enzephalopathie kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Gedächtnisstörungen
  • exogene Psychosen
  • Dyspraxien
  • Dysarthrie
  • Myoklonien
  • generalisierte tonisch-klonische Anfälle

Therapie

Dialyse-Enzephalopathie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Dialyse- Enzephalopathie umfassen folgendes:

  • Vermeidung von Aluminiumzufuhr: Deionisierung des Dialysewassers und Reduktion des Aluminiumgehalts auf weniger als 20 µg/l; keine Gabe Aluminiumhaltiger Antazida
  • Desferroxamin 2 g i.v. während der letzten 2 h der Dialyse

Komplikationen

Dialyse-Enzephalopathie

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Bei der Dialyse- Enzephalopathie kommen folgende Komplikationen vor:

  • ohne Behandlung Tod innerhalb von 6 - 9 Monaten

Zusatzhinweise

Dialyse-Enzephalopathie

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  • unter Therapie reversibel

Literaturquellen

Dialyse-Enzephalopathie

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1. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

3. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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