Dermatozoenwahn

Synonyme: Leibeshalluzinose, Epizoonosenwahn, Parasitenwahn, Parasitophobie, chronisch-taktile Halluzinose, delusional parasitosis

Definition

Dermatozoenwahn

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  • Der Dermatozoenwahn ist eine psycho-neurotische, wahnhafte Vorstellung, von Ungeziefer befallen zu sein.
  • Charakteristischerweise werden als Erreger verdächtige Hautschuppen gesammelt und zum Arztbesuch mitgebracht.

Ätiologie

Dermatozoenwahn

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Zur Ätiologie des Dermatozoenwahns liegen derzeit keine Informationen vor.


Epidemiologie

Dermatozoenwahn

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  • Der Dermatozoenwahn ist ein selten vorkommendes Krankheitsbild.
  • Die Erkrankung tritt in 80 % der Fällen nach dem 50. Lebensjahr auf.
  • Betroffen sind meist ältere, sozial isolierte Frauen (F:M=2:1).

Differentialdiagnosen

Dermatozoenwahn

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Anamnese

Dermatozoenwahn

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Bei dem Dermatozoenwahn sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen?
  • Lokalisation der Hautveränderungen? 
  • Was für Beschwerden: Juckreiz?, Schmerz?
  • Verlauf?
  • Schizophrenie? somatoforme Störungen? Angst- und Zwangsstörungen?
  • Autoimmune Erkrankungen? andere Grunderkrankungen?
  • Erkrankungen bei den Angehörigen?
  • Medikamenteneinnahme? bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

Dermatozoenwahn

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Zur diagnostischen Abklärung des Dermatozoenwahns sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild

Klinik

Dermatozoenwahn

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Typisch für den Dermatozoenwahn sind folgende klinische Merkmale:

  • Kardinalsymptom:

unkorrigierbare, subjektive Gewissheit des Patienten, in, unter oder auf der Haut mit Parasiten befallen zu sein, ohne parasitologische oder dermatologische Beweise

die Patienten sammeln und präsentieren Haare, Textilfaserreste, Blutkrusten etc. als Parasiten

  • Beschwerden:

taktile Halluzinationen wie Juckreiz, Kribbeln, Krabbeln (für Patienten quälend und real)

Hautveränderungen eher geringfügig

bei einem Teli der Patienten kommt es auch zu einer visuellen (Wahn-)Wahrnehmung der Parasiten

akustische und olfaktorische Wahninhalte sind eher selten


Therapie

Dermatozoenwahn

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Dermatozoenwahn umfassen folgendes:

  • Patienten ernst nehmen!
  • soziale Reintegration, kombiniert mit einer neuroleptischen Medikation (durch Neuroleptika wird die positive Wahnsymptomatik gemindert oder behoben)
  • "Hyposensibilisierung" als therapeutischer Kniff zur Steigerung der Compliance

Komplikationen

Dermatozoenwahn

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Zu den Komplikationen des Dermatozoenwahns liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

Dermatozoenwahn

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Zu dem Dermatozoenwahn liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Dermatozoenwahn

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  • Ingrid Moll (2005), Duale Reihe, Dermatologie, Thieme Verlag, 6. Auflage
  • Peter Altmeyer (2005), Therapielexikon Dermatologie und Allergologie, Springer Verlag, 2. Auflage
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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