Depressive Störung, rezidivierend

Synonyme: Rezidivierende Depression

Definition

Depressive Störung, rezidivierend

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Die rezidivierende, depressive Störung ist eine affektive, psychotische Störung. Charakteristisch ist das Vorhandensein von depressiven und/oder manischen Phasen und ein episodischer Verlauf der depressiven Störung.


Ätiologie

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Zur Ätiologie der rezidivierenden depressiven Störung liegen folgende Informationen vor:

  • Double-Hit-Hypothese biographischer Belastungen

Epidemiologie

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  • Zur Epidemiologie der rezidivierenden depressiven Störung sind derzeit keine Daten verfügbar.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der rezidivierenden depressiven Störung sind folgende Informationen von Bedeutung:

DMS-IV-Kriterien

  • 2 obligate und 3 Zusatzkriterien
  • keine numerische Kongruenz zur schweren depressiven Episode! angloamerikanische Studien somit nicht auf die europäischen ICD-Depression abbildbar.
  • Dauer:mindestens 2 Wochen
  • Auftreten: täglich bis fast täglich

Obligate Kriterien

  • 1. depressive Stimmung
  • 2. Verlust von Interessen und Freude

Zusatzkriterien

  • 3. Gewichtsverlust > 5%/Monat
  • 4. Schlaflosigkeit oder übermäßiger Schlaf
  • 5. psychomotorische Hyperaktivität oder Dämpfung
  • 6. Erschöpfung
  • 7. Gefühl der Wertlosigkeit
  • 8. Konzentrationsstörungen
  • 9. Todesgedanken, Suizidwunsch

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der rezidivierenden depressiven Störung sind relevant:

Verlaufs- und Querschnittsdiagnose

  • depressive, gehobene, expansiver oder reizbare Stimmung
  • Ausschluss organischer Faktoren
  • Ausschluss von Episoden mit beständig gehobener. expansiver oder reizbarer Stimmung
  • Mindestdauer 2 Wochen
  • Täglich bis fast tägliche Ausprägung der Minus-Symptome
  • Ausschluss einer schizoaffektiven Störung
  • schwere Gradierung nach Anzahl der Zusatzkriterien
  • Typologie mit/ohne psychotische Symptome

Klinik

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Die rezidivierende depressive Störung kann folgende Symptome zeigen:

  • späterer Beginn als bei bipolaren Störungen (5. Dezennium)
  • Episodendauer 6 (3-12) Monate
  • personenspezifisch konstante Schweregrade
  • unvermittelter Beginn
  • hypomane Nachschwankung (pharmakotherapeutischer Effekt?)
  • überwiegend vollständige Besserung
  • wenn Remission, dann Vollremission
  • einzelne Übergänge in eine chronische Depression

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten der rezidivierenden depressiven Störung umfassen Folgendes:

  • prinzipielle Gleichwertigkeit von Antidepressiva (Ansprechrate)
  •  Erklärung von Ziel und Ablauf der Therapie
  • Dosisaufbau innerhalb von 1 Woche
  • mittlere Tagesdosis über mind. 2 Wochen
  • Erfolg := Besserung über mind. 4 Wochen stabil
  • Dosisreduktion
  • Erhaltungstherapie := 50% der Wirkdosis über mind. 6 Wochen
  • Rezidivprophylaxe unter Erwägung der Arzneirisiken und des Rückfallrisikos in der Behandlungszeit

Pharmakotherapie

Amitriptylin 150 mg/d (mittlere Tagesdosis)

Supportative Gesprächstherapie

Soziotherapie


Komplikationen

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  • Zu den Komplikationen der rezidivierenden depressiven Störung liegen derzeit keine Angaben vor.

Zusatzhinweise

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  • Zu der rezidivierenden depressiven Störung liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.

Literaturquellen

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1. Holsboer, F.: Die Entwicklung endokrinologischer Tests in der Depressionsforschung am Beispiel des Dexamethason-Suppressions-Tests. In: Hippius, n: et al.: Differentialtherapie der Depression: Möglichkeiten und Grenzen. Karger Basel 1985. 101-119.

1. Kasper, S. et al.: Depression. Diagnose und Pharmakotherapie. Thieme Stuttgart 2002.

1. Möller, H.-J.: Psychiatrie. Kohlhammer Stuttgart 1992.

1. Volz, H.-P.: Blickpunkt Escitalopram. Aesopus Verlag Ettlingen 2003.

  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

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