Crohn-Gastritis

Synonyme: Enterocolitis regionalis, CED, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Ileitis terminalis, Morbus Crohn, Crohn´s Disease

Definition

Crohn-Gastritis

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Die Crohn-Gastritis, ist eine gastrale Manifestation des Morbus Crohn. Sie ist eine diskontinuierliche, segmental auftretende, granulomatöse Entzündung, auch der tiefen Wandschichten (transmural) des Magens.


Ätiologie

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Die Ursache der Crohn-Gastritis ist unbekannt.

  • familiäre Häufung 
  • 50% der Patienten haben eine Mutation des NOD2-Gens (CARD 15) auf Chromosom 16

Epidemiologie

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Die Inzidenz der Crohn-Gastritis beträgt 3/100000/Jahr.

  • meist zwischen 20-40. Lebensjahr
  • Raucher erkranken häufiger

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Crohn-Gastritis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • schubweiser Verlauf der Symptome?
  • Abdominalschmerzen? (kolikartig?)
  • Durchfall? (unblutig?)
  • erhöhte Gasausscheidung?
  • Übelkeit? Ebrechen?
  • extraintestinale Symptome? (Haut, Augen, Leber, Gelenke)
  • bei Kindern: Wachstumsretardierung?
  • Gewichtsverlust? (Malabsorptionssyndrom)
  • Familienanamnese positiv?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Crohn-Gastritis sind relevant:

  • Palpation des Abdomens: Druckschmerz im Ober- oder/und Unterbauch
  • digital-rektale Untersuchung: Suche nach Analfisteln (in 40% der Fälle Erstsymptom), Fissuren, Blut
  • Sonografie (abdominal und transrektal): umschriebene Wandverdickungen, Abszesse und Fisteln, evtl Kokardenzeichen
  • Kolo-Ileoskopie mit Biopsien
  • bei Verdacht auf Dünndarmbefall: Doppelballonenteroskopie, Enteroklysma nach Sellink- heute mehr und mehr ersetzt durch MRI

Klinik

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Die Crohn-Gastritis kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  1. Abdominalschmerzen und Durchfälle (meist ohne Blut),
  2. Flatulenz
  3. Symptome wie bei Appendizitis, bei zusätzlicher Beteiligung von Darmabschnitten:
  • kolikartige Schmerzen im Unterbauch
  • evtl. druckschmerzhafte Resistenz palpabel
  • leichtes Fieber

     3. Häufig extraintestinale Symptome

  • Haut: Aphten, Zinkmangeldermatosen, Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum
  • Augen: Episkleritis, Iritis, Keratitis
  • Gelenke: Arthritis (25%)
  • Leber: PSC (aber seltener als bei Colitis ulcerosa)

     4. Fisteln (40%) und anorektale Abszesse (25%)

     5. Wachstumsstörungen im Kindesalter

     6. Malabsorptionssyndrom mit Gewichtsverlust

     7. Darmstenosen, evtl. mit Subileus, selten bishin zur Perforation


Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei einer Crohn-Gastritis umfassen:

  1. Konservative Behandlung:
  • Nahrungsumstellung und unterstützende Therapie: Laktosefreie Diät (30% der Pat. haben eine Laktoseintoleranz), evtl. Vitamin und Nährstoffsubstitution), Nikotinkarenz
  • im akuten Schub: ballaststoffreie Kost

      2. Medikamentöse Behandlung:

  • Remissionsinduktion: Topische Steroidtherapie z.B. Budesonid 3x3mg/d, stufenweise Dosisreduktion;
  • bei Versagen oder bei extraintestinalen Manifestationen: systemische Steroidtherapie, z.B. 1.Woche 30-60mg Prednisolon/d, stufenweise Dosisreduktion nach jeweils einer Woche; dann Erhaltungsdosis jeden 2.Tag 10mg für 3-6 Monate.
  • Bei steroidabhängigem/-refraktärem Verlauf, Fisteln, wiederholten Darmoperationen oder mehr als 2 Schüben/a: Immunsuppressiva: Azathioprin (2-2,5mg/kg KG/d) oder 6-Mercaptopurin (1-1,25 mg/kg KG/d)
  • bei Magenulkus zusätzlich Protonenpumpeninhibitoren: Omeprazol (2x20-40mg), Esomeprazol und Rabeprazol (2x20mg), Lansoprazol (2x30mg), Panteprazol (2x40mg)

CAVE: Nebenwirkungen der Kortikosteroidtherapie (Osteoporose), daher Prophylaxe mit VitaminD und Kalzium erwägen

  • Remissionserhaltung: Azathioprin, in der Regel für mind. 4 Jahre
  • konservative Therapie von Fisteln: Metronidazol und/oder Ciprofloxacin, ultima ratio: TNF-Antikörper (Infliximab)

Komplikationen

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Bei der Crohn-Gastritis kommen folgende Komplikationen vor:

  • Fisteln und Abszesse
  • Gewichtsverlust durch Malabsorption
  • Darmstenosen (Subileus bis Perforation)
  • extraintestinale Symptome (am häufigsten Arthritis)
  • seltene Spätkomplikationen: Amyloidose, bei schlimmem Kolonbefall und Fisteln auch Kolonkarzinom

Zusatzhinweise

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CDAI (Crohn´s Disease Activity Index):

Score zur Beurteilung der Aktivität der Crohn-Gastritis, orientiert sich an klinischen und biochemischen Parametern (u.a. Stuhlfrequenz, Grad der Abdominalschmerzen, Allgemeinbefinden, Körpergewicht, Hämatokrit).

> 150 akuter, behandlungbedürftiger Schub

< 150 Remission


Literaturquellen

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  1. (2008) Herold und Mitarbeiter  - Innere Medizin - Verlag Arzt + Information-Köln
  2. (2009) Duale Reihe Innere Medizin- Georg Thieme Verlag AG
  3. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  4. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  5. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  6. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
  8. (2008) AWMF-Leilinie-Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit (http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/)- AWMF-Leitlinien-Register  Nr. 021/001

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