Coronaviren

Synonyme: Humane Coronaviren

Definition

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Coronaviren sind eine häufige Ursache von Infektionen des oberen Respirationstrakts im Kindesalter. Auch sind Infektionen des unteren Respirationstrakts möglich.


Ätiologie

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Die Ursachen einer Erkrankung mit Coronaviren sind:

  • umhüllte RNA-Viren der Familie der Coronaviridae
  • häufige humanpathogene Serotypen: HCoV-229E, HCoV-OC43, SARS-CoV und HCoV-NL63 [4]
  • Übertragung des RNA-Virus durch Tröpfcheninfektion bei respiratorischen Erkrankungen
  • fäkal-oraler Übertragungsweg bei gastrointestinalen Infektionen

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Coronaviren:

  • häufiger Erreger bei respiratorischen Infekten im Kindesalter
  • Durchseuchung bis zum 5. Lebensjahr: etwa 80%
  • nur vorübergehende Immunität gegenüber Coronaviren nach leichterer Infektion, daher:
  • häufig Reinfektionen

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Anamneseerhebung einer Erkrankung mit Coronaviren ist zu beachten:

  • Welche Beschwerden bestehen? Seit wann?
  • Husten? Heiserkeit?
  • Luftnot?
  • Schnupfen?
  • Nasenatmung behindert?
  • Hat sich das Riechen verschlechtert?
  • Halsschmerzen?
  • Schluckbeschwerden?
  • Kopfschmerzen?
  • Ohrenschmerzen? Hat sich das Hören verschlechtert?
  • fasst sich das Kind oft ans Ohr?
  • Durchfälle aufgetreten? Aussehen?
  • Bauchschmerzen?
  • trinkt das Kind ausreichend?
  • Fieber? Erbrechen?
  • Gliederschmerzen? Kopfschmerzen?
  • Grunderkrankungen bekannt? Immunschwäche?
  • wurde das Kind regelrecht nach STIKO-Empfehlungen geimpft?
  • Kinderkrankheiten gehabt?
  • Allergien bekannt?
  • Kontakt zu (Haus)tieren?
  • andere Familienmitglieder erkrankt?
  • Werden Medikamente eingenommen?

Diagnostik

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Diagnostik bei V.a. eine Infektion mit Coronaviren:

  • Anamnese
  • körperliche Untersuchung:
  • Inspektion: Rachenschleimhaut gerötet? Tonsillitis? Sekretion aus der Nase? Petechien? Exanthem? Trommelfelle inspizieren
  • Auskultation und Perkussion der Lunge: trockene oder feuchte Rasselgeräusche? In- oder exspiratorisch? Sonorer Klopfschall?
  • Inspektion, Auskultation, Palpation und Perkussion des Abdomens
  • Palpation der Lymphknoten
  • Körpertemperatur messen
  • Nackensteifigkeit ausschließen
  • evtl. Labor: Differential-BB, CRP, BSG, evtl. Antikörpernachweis IgM/IgG zum Ausschluss der Differentialdiagnosen
  • evtl. Streptokokken-Schnelltest
  1. Virusinfekt: Leukopenie oder geringe Leukozytose ohne Linksverschiebung, CRP oft normal
  2. Bakterieller Infekt: Leukozytose mit Linksverschiebung, CRP oft erhöht
  • evtl. Erregernachweis aus Sputum, Rachenabstrich oder Stuhl
  • evtl. Röntgen-Thorax in 2 Ebenen: zum Ausschluss der Differentialdiagnosen (insbesondere der Pneumonien)

Neugeborene: Suche nach Atresien, anatomischen Besonderheiten


Klinik

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Das klinische Bild bei einer Erkrankung mit Coronaviren zeigt sich folgendermaßen:

  • Fieber
  • Husten
  • Schnupfen
  • Rhinitis
  • Otitis media
  • Sinusitis
  • Pharyngitis
  • Tonsillitis
  • Bronchitis/Bronchiolitis
  • Pneumonie
  • Dyspnoe
  • akute Diarrhoe
  • Kopfschmerzen
  • Lymphadenopathie

Zum Verlauf der Coronavirus-Infektion:

  • Inkubationszeit etwa 1-3 Tage
  • oftmals asymptomatischer Verlauf oder banaler Infekt der oberen Atemwege
  • Virusausscheidung ca 4 Tage lang bei respiratorischer und mehrere Monate bei gastrointestinaler Manifestation

Beachte: Asthmapatienten, Patienten mit Lungenerkrankungen und immundefiziente Patienten sind prädisponiert für schwere Verläufe der Erkrankung


Therapie

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Therapeutische Möglichkeiten bei einer Infektion mit Coronaviren:

Symptomatische Therapie:

  • Heißgetränke, Inhalation mit Kochsalzlösungen, Sekretolytika bzw. Mukolytika oder Antitussiva, ggf. fiebersenkende Medikamente (z.B. Paracetamol)
  • z.B. Paracetamol oral, jeweils bis zu 4x tgl.: 125 mg (<1. LJ), 250 mg (1.-6. LJ), 500 mg (>6. LJ)
  • evtl. Mukolytikum, z.B. Acetylcystein
  • Atemtherapie, Atemgymnastik
  • bei bakterieller Superinfektion: Antibiotika-Therapie, z.B. mit Penicillinen
  • keine prophylaktische Antibiotika-Therapie bei V.a. virale Infektion!

Es gibt keine spezifische antivirale Therapie bei Coronaviren. Bei schweren Verläufen kann das antiviral wirksame IFN-α eingesetzt werden.


Komplikationen

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Komplikationen bei Erkrankungen mit Coronaviren:

Fortschreiten eines leichten respiratorischen Infektes zu:

  • Infektionen der unteren Atemwege
  • Pneumonie
  • Lungenabszess
  • respiratorische Insuffizienz
  • Fieberexsikkose
  • Reinfektionen
  • Sepsis
  • Tod

Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise zu Infektionen mit Coronaviren:

  • Prophylaxe: Hygienemaßnahmen: Einmalhandschuhe, Mundschutz, Einmalschutzkittel, Händedesinfektion, Isolierung von Patienten
  • Patienten mit Vorerkrankungen (insb. Lungenerkrankungen, Abwehrschwäche) sollten Abstand zu Personen mit Atemwegsinfektionen halten

Literaturquellen

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  1. (2007) Mayatepek E  - Pädiatrie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  2. (2006) Sitzmann F C - Pädiatrie - Thieme Verlag
  3. (2008) Kiess W, Merkenschlager A, Pfäffle R, Siekmeyer W - Therapie in der Kinder und Jugendmedizin- Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  4. (2005) Kayser F H, Böttger E C, Zinkernagel R M, Haller O, Eckert J, Deplazes P - Medizinische Mikrobiologie - Thieme
  5. (2004) Michalk D, Schönau E - Differentialdiagnose Pädiatrie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
Mayatepek E. (2007) - Pädiatrie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
Fuchs, Rothe, Wintergerst, Kieslich, Ruß (2007) - Arneimittel Pädiatrie pocket - Börm Bruckmeier Verlag
Friedrich Carl Sitzmann (2006) - Duale Reihe - Pädiatrie - Taschenbuch-Georg Thieme Verlag
Kiess, Merkenschlager, Pfäffle, Siekmeyer  (2008) -Therapie in der Kinder und Jugendmedizin- Elsevier, Urban & Fischer Verlag


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