Chronisch-rezidivierende Aphthen

Synonyme: Habituelle Aphthen, rezidivierende benigne Aphthose, rezidivierende orale Ulzera, rezidivierende aphthöse Stomatitis

Definition

Chronisch-rezidivierende Aphthen

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Die chronisch-rezidivierenden Aphthen sind ein häufiges, chronisch-rezidivierendes Geschehen unbekannter Genese, das mit multiplen, schmerzhaften, rundlichen Ulzerationen der Mundschleimhaut einhergeht.


Ätiologie

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  • Die Ätiologie der chronisch-rezidivierenden Aphthen ist unbekannt.
  • Sie treten gehäuft bei Patienten auf, die psychisch labil sind oder auch bei solchen mit Magen-Darm-Störungen wie Hyperazidität, chronischer Gastritis,Magenulzera, Morbus Crohn, Giardia-lamblia-Infektion oder Colitis ulcerosa.
  • Man erkennt manchmal eine Zyklusabhängigkeit bei den betroffenen Frauen.
  • Weitere mögliche Auslöser eines Aphthenschubs sind: Nüsse, Nussschokolade, viel seltener Tomaten, stark gewürzte Nahrungsmittel, Alkohol, Zitrusfrüchte, Feigen, Kaffee, Käse und andere  Nahrungsmittel
  • Das geschwächte Immunsystem begünstigt das Auftreten von chronisch-rezidivierenden Aphten.
  • Virale Faktoren (Adenoviren) und pleomorphe
    Streptokokken werden als mögliche Auslösefaktoren diskutiert.
  • Diskutiert wird eine Assoziation mit HIV-Infektion.
  • Die chronisch-rezidivierenden Aphthen kommen auch bei mechanischen Schädigungen vor: Bissverletzungen, scharfkantige Zähne, mangelhaft passender Zahnersatz, Druck von zahnärztlichen Instrumenten etc.
  • Eine familiäre Häufung wurde beschrieben.

Epidemiologie

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  • Bis 10 % der Bevölkerung ist betroffen. 
  • Chronisch-rezidivierende Aphthen können in jedem Lebensalter auftreten.
  • Jüngere Erwachsene sind bevorzugt betroffen.
  • Frauen sind etwas häufiger als Männer betroffen.
  • Rezidivierende Aphthen kommen gelegentlich familiär gehäuft vor.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den chronisch-rezidivierenden Aphthen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen? 
  • Beschwerden: Schmerzhaftigkeit?
  • Lokalisation? 
  • Verlauf? Hat sich der Befund verändert?
  • Frühere Hauterkrankungen? Infektionen?
  • Bekannte Grunderkrankungen?
  • Gehäuftes Auftreten bei Angehörigen? andere bekannte Grunderkrankungen in der Familie?
  • Zyklusabhängigkeit?
  • Allergien?
  • Medikamenteneinnahme? 
  • Mechanische Verletzungen der Mundschleimhaut? Chemische Schädigungen?
  • Bisherige therapeutische Maßnahmen? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der chronisch-rezidivierenden Aphthen sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild

Klinik

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Die chronisch-rezidivierenden Aphthen werden durch folgende klinische Befunde gekennzeichnet:

Prädilektionsstellen: meist Mundschleimhaut (am häufigsten an der Lippenschleimhaut, an der Wangen- und Zungenschleimhaut und am Mundboden auftretend), seltener Genitalschleimhaut betroffen

3 klinisch unterschiedliche Formen:

  • Typus minor (am häufigsten: 90 % der rezidivierenden Aphthen): charakterisiert sich durch 2-5 mm große, einzeln oder multipel auftretende, hyperästhetische erythematöse Läsionen, die zentral oberflächlich nekrotisieren; im späteren Verlauf: Umwandlung in sehr schmerzhafte runde, "wie gestanzte", schmierig belegte Geschwüre mit gerötetem Hof
  • Typus major (10 %): typisch sind größere und tiefere Aphthen
  • herpetiformer Typ (am seltensten): schmerzhafte kleine Aphthen, die gruppenartig angeordnet sind

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei chronisch-rezidivierenden Aphthen umfassen folgendes:

  • Suche nach Krankheitsauslösenden oder - unterhaltenden Faktoren
  • Effloreszenzen meist therapieresistent
  • topische Behandlung: 

- Betupfen der Aphthen mit adstringierenden Lösungen und/oder anästhesierenden, beispielsweise lidocainhaltigen Lösungen oder Gelen

- Glukokortikoidhaftsalben

- Mundspülungen mit Tetrazyklinlösung (1% in Aqua dest.)

  • systemische Behandlung bei schwer verlaufenden Formen:

- Glukokortikoid-Gabe und Immunsuppressiva

- evtl. Therapieversuche mit: Pentoxyphyllin, Dapson, Kolchizin, Acitretin und Tetrazyklin


Komplikationen

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Zu den Komplikationen der chronisch-rezidivierenden Aphthen liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

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Zu den chronisch-rezidivierenden Aphthen liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M (2005) - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg, 5. Auflage
  • Constantin E. Orfanos, Claus Garbe (2002) -  Therapie der Hautkrankheiten - Springer Verlag, 2. Auflage
  • Peter Fritsch (2009) - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

Assoziierte Krankheitsbilder zu Chronisch-rezidivierende Aphthen

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