Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

Synonyme: Chronische kumulativ-toxische Kontaktdermatitis

Definition

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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Daschronische kumulativ-toxische Kontaktekzem ist eine chronische nichtimmunologische morphologisch durch die Ekzemreaktion (Erythem, Bläschen, Exsudation, Papeln, Schuppen, Exsikkation)  charakterisierte entzündliche Intoleranzreaktion der Haut auf eine chemisch oder physikalisch wirkende gering hautschädigende Noxe durch wiederholte oder längerfristige Einwirkung.


Ätiologie

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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  • Bei dem chronischen kumulativ-toxischen Kontaktekzem handelt es sich um eine nicht-immunologische Entzündungsreaktion der Haut nach wiederholtem Kontakt und/oder nach langer Einwirkzeit der Noxe.
  • Der Auslöser der Erkrankung ist der Kontakt mit irritierenden oder toxischen Noxen; Chronisch: häufig Seifen, Lösungsmittel, Sekrete, Öle, Wasser.
  • Die Hautbarriere und eine individuelle Ekzembereitschaft  spielen eine wichtige Rolle. 

Die prädisponierenden Faktoren für das chronische kumulativ-toxische Kontaktekzem sind:

  • trockene Haut (Xerose, Sebostase)
  • atopisches Ekzem, Ichthyosis
  • bevorzugt Hausfrauen, medizinische Personal, Bauarbeiter, Reinigungs- und Pflegekräfte

Epidemiologie

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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  • Das chronische kumulativ-toxische Kontaktekzem ist ein häufig vorkommendes Krankheitsbild.
  • Wiederholte, manchmal bis zu jahren dauernde Exposition meist im Rahmen des Berufslebens, des Haushalts bzw. der Freizeit spielt bei der Manifestation des chronischen kumulativ-toxischen Kontaktekzems eine wichtige Rolle.

Differentialdiagnosen

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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Anamnese

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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Bei dem chronischen kumulativ-toxischen Kontaktekzem sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Kontaktstoffe?
  • Berufsanamnese?
  • Waren die Hauterscheinungen zwischen den arbeitsfreien Zeiten abgeheilt?
  • mögliche auslösende Substanzen im Haushalt?
  • Tragen von Schutzhandschuhen? Übermäßiges Schwitzen?
  • Hobbies?
  • Körperpflege?

Diagnostik

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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Zur diagnostischen Abklärung des chronischen kumulativ-toxischen Kontaktekzems sind relevant:

  • genaue Anamnese ( Berufsanamnese) 
  • klinisches Bild (Morphe und Lokalisation der Hautveränderungen)
  • Erfassung der individuellen Ekzembereitschaft
  • Atopiediagnostik: Prick-Test, Gesamt-IgE, spez. IgE, Atopiescore
  • Mykologische Diagnostik
  • Epikutantest mit den in Frage kommenden standardisierten Allergenen sowie mit Nativstoffen nach Anamnese. Die Ablesung nach 48 h und 72 h
  • Ggf. Histologie

Klinik

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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Das chronische kumulativ-toxische Kontaktekzem wird durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:

  • meist schuppende Makulae
  • keine Streuphänomene
  • Hyperkeratosen, Rhagaden, Licheninfikation 
  • Prädilektionsstellen: meist Hände und Unterarme 
  • entwickeln sich nach wiederholtem Kontakt und langer Einwirkzeit, Wochen bis Monaten

Therapie

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei chronischem kumulativ-toxischem Kontaktekzem umfassen folgendes:

  • Schulung bezüglich der Hautpflege und Optimierung des Hautschutzes
  • Meiden der auslösenden Substanz
  • Topische Glukokorikoidesteroide
  • nach Absetzen der Glukokortikoidtherapie: Anwendung rückfettender und hydratisierender Externa

Komplikationen

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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Bei dem chronischen kumulativ-toxischen Kontaktekzem kommen folgende Komplikationen vor:

  • sekunär erworbene Kontaktallergie(Pfropfallergie)
  • Superinfektion

Zusatzhinweise

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Zu dem chronischen kumulativ-toxischen Kontaktekzem liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Chronisches kumulativ-toxisches Kontaktekzem

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  1. Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M (2005) – Dermatologie und Venerologie – Springer, Heidelberg
  2. http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/013-055.htm
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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