Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

Synonyme: Kopfschmerz durch Medikamente

Definition

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

Bearbeitungsstatus ?

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz tritt nach längerer Einnahme von Schmerzmitteln jeglicher Art auf. Meist durch fehlerhafter Eigentherapie des Patienten mit frei verkäuflichen Analgetika.


Ätiologie

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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Die Ursachen des chronischen, medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz sind:

  • Langfristige Einnahme von Analgetika an mehr als 10-15 Tagen pro Monat.
  • Jegliche Art von Analgetika wie z.B. nichtsteroidale Antirheumatika, Triptane, Opioide und andere Schmerzmittel können den medikamenteninduzierten Kopfschmerz auslösen.

Epidemiologie

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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Zum chronischen, medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz liegen folgende Daten vor:

  • Prävalenz: 1-2%
  • 80% sind Frauen im mittleren Lebensalter

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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Beim chronischen, medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Chronische Schmerzen? Migräne Spannungskopfschmerzen, Rheuma, Bandscheibenprobleme, etc.?
  • Kopfschmerzen in der Familie?
  • Einnahme von Schmerzmitteln?
  • Seit wann?
  • Wie viel täglich?

Diagnostik

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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Zur diagnostischen Abklärung des chronischen, medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz sind relevant:

  • rein klinische Diagnose
  • neurologischer Befund ist normal
  • Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT sind nur in Ausnahmefällen als Ausschlußdiagnostik indiziert

Klinik

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Der chronische, medikamenteninduzierte Dauerkopfschmerz kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Schmerz äußert sich dumpf- drückend, tritt täglich auf und ist in der Region von Stirn, Schläfe oder Hinterkopf lokalisiert
  • Schmerz weckt den Patienten in der zweiten Nachthälfte oder ist beim Aufwachen vorhanden
  • Patienten glauben oft an eine Verschlimmerung der vorbestehenden Kopfschmerzen und nehmen noch mehr Analgetika ein

Therapie

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim chronischen, medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz umfassen folgendes:

Medikamentenentzug: ambulant oder stationär

Therapie der Entzugssymptome:

1) Schmerz:

  • Kortison (100mg für 5 Tage)
  • Bei starken Schmerzen evtl. Naproxen (1000mg/d) oder Ass (500-1000mg/d)

2) Übelkeit/Erbrechen:

  • Domperidon (3x tgl. 10mg)
  • Metoclopramid (3x tgl. 20 Tropfen)

3) Psychotherapeutische Begleittherapie (Verhaltenstherapie)

4) Parallel zum Entzug sollte die Therapie der zugrundeliegenden Kopfschmerzen erfolgen


Komplikationen

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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Komplikationen des chronischen, medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz sind:

  • starke Medikamentenabhängikeit die stationärer und psychotherapeutischer Therapie bedarf

Zusatzhinweise

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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Folgende Zusatzhinweise zum chronischen, medikamenteninduzierten Kopfschmerz sind relevant:

  • Pathophysiologie ist nicht bekannt
  • man diskutiert eine Senkung der Schmerzschwelle, als Ursache
  • Rückfallquote nach Entzug liegt bei circa 30%

Literaturquellen

Chronischer, medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz

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  1. (2006) Poeck,Hacke,Neurologie, Springer Verlag
  2. (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  3. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  4. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  5. (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  6. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  7. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag
  8. (2008) Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/030-077.htm>

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