Chronische bakterielle Prostatitis

Synonyme: Chronische bakterielle Prostataentzündung

Definition

Chronische bakterielle Prostatitis

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Bei der chronischen bakteriellen Prostatitis handelt es sich um eine blande, afebril verlaufende, chronische, bakterielle Entzündung der Prostata gekennzeichnet durch rezivierende Harnweginfekte und Persistenz von Bakterien im Prostataexprimat.


Ätiologie

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  • Als Folge einer akuten Prostatitis, chronischer Keimbesiedlung mit gramnegativen (E. coli, Pseudomonas) oder grampositiven Erregern (Streptokokken)
  • Pathogenetisch : Reflux infizierten Urins in die Prostatagänge (z.B. bei Strikturen)
  • Autoantikörper, psychogene Ursachen.

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der chronischen bakteriellen Prostatitis liegen derzeit keine Angaben vor


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Folgende Informationen sind bei der chronischen bakteriellen Prostatitis von Bedeutung

  • Druckschmerz um den Anus?
    (Ausstrahlung in Hoden und Leisten)
  • Rückenschmerzen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Miktionsstörungen? Wiederkehrende HWI?
  • Schmerzen vorhanden? Seit wann? Schmerzverlauf?
  • Partner mitbetroffen?
  • Sexuelle Probleme vorhanden?
  • Allgemeinzustand?
  • Vorerkrankungen? Behandlungen? Medikamente?

Diagnostik

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Relevante Diagnostik einer chronischen bakteriellen Prostatitis:

  • Digital rektale Untersuchung → rektaler Druckschmerz der Prostata
  • Fragenbogen von NIH "chronic prostatitis symptom index")
  • Dreigläserprobe
  • Viergläserprobe - Gezielte Infektionsdiagnostik durch eine vergleichende quantitative Analyse von 1. Urin, Mittelstrahlurin, Prostatasekret und Exprimaturin (siehe Zusatzhinweise)
  • Entzündungsdiagnostik Urin(Leukozytennachweis)
  • TRUS (Transrektaler Ultraschall)
  • Abklärung der Blasenentleerung und Stufendiagnostik, empfehlenswert IPSS-Score:
  • Uroflowmetrie/Restharnmessung -Urethrogramm,
  • Urethrozystoskopie - Zystomanometrie

Klinik

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Die chronische bakterielle Prostatitis geht mit den folgenden Symptomen einher :

  • Rezidivierende HWI ( Nur NIH II!)
  • Uncharakteristisches Spannungs-, Druck- und Kältegefühl in der Dammgegend mit Ausstrahlung in Hoden und Leisten,
  • Druckschmerz perineal 
    (Ausstrahlung in Testis und Leisten)
  • Rückenschmerzen
  • Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und beim Stuhlgang,
  • Entzündungssymptome (Brennen bei Miktion, Fluor, Hämatospermie),
  • diffuse anogenitale Symptomie.
  • Zur Objektivierung, zur qualitativen und quantitativen Bewertung der Beschwerden sind standardisierte Fragenbögen unerlässlich : NIH - CPSI (chronic prostatitis symptom index) und GPSS (Giessen prostatitis symptom score)

Therapie

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Die Therapie der chronischen bakteriellen Prostatitis setzt sich zusammen aus:

  • Antibiotische Therapie für 4 bis 6 Wochen mit Gyrasehemmern (Fluorchinolone) z.B. Ciprofloxacin 500 mg 2xtgl. orgal oder Moxifloxacin 400 mg 1xtgl. oral
  • Kombination mit Alphablocker z.B. Tamsulosin 0,2-0,4 mg/d, Alfuzosin 10 mg (Zur Verbesserung von Therapie)
  • Wenn 12 Monate nach Beendigung der Therapie keine Erreger im Exprimat nachweisbar ist, gilt die Erkrankung als geheilt. Ansonten erneute Resistenzbestimmung und entsprechende Antibiose oder erneute  Langzeitmedikation bis zu einem Jahr mit Cotrimoxazol 960 mg 1 Tbl. tgl. oder Nitrofurantoin 100 mg tgl. (CAVE: Bei NW wie Parästhesien, Pulmonale Rekationen sofort absetzen) 
  • TUR (Transurethrale Prostataresektion) bei Versagen alle therapeutischer Maßnahmen
  • Allgemeine Empfehlung: Regelmäßige Stuhlentleerung, warme Unterwäsche, warme Sitzbäder usw.

Komplikationen

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Die chronische bakterielle Prostatitis kann zu den verschiedenen Komplikationen führen:

  • Infertilität
  • Urosepsis
  • Prostatovesikulitis
  • Prostataabszess

Zusatzhinweise

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  • Bei der Viergläserprobe gilt eine chronische bakterielle Prostatitis dann als gesichert, wenn die Keimzahlen im Prostatasekret und Exprimaturin mindestens um eine Zehnerpotenz höher liegen als im 1. Urin (Prostatitisdiagramm).

Literaturquellen

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  2. (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose – Thieme
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  4. (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
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  11. (2008) Sökeland J, Rübben H - Taschenlehrbuch Urologie - Thieme Verlag, Stuttgart/New-York
  12. (2007) Henne-Bruns D, Düring M, Kremer B - Chirurgie - Thieme, Stuttgart, Duale Reihe
  13. (2010) Müller M - Chirurgie für Studium und Praxis - 2010/11,10. Aufl. - Medizinische Verlags- und Informationsdienste
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  17. (2007) Siewert R - Basiswissen Chirurgie - Springer Verlag, Berlin
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Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Urologie

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