Chinese herbs-Nepropathie

Synonyme: Aristolochic Acid Nephropathy (AAN)

Definition

Chinese herbs-Nepropathie

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Die chinese herbs - Nephropathie ist eine durch die  Einnahme Aristolochia fangchi (Aristolochiasäure)-haltiger Phytotherapeutika auftretende tubulointerstitielle, subakute Nephropathie.


Ätiologie

Chinese herbs-Nepropathie

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Ursachen der chinese herbs - Nephropathie sind:

  • Nicht klar deklarierte Inhaltsstoffe
  • Belastung mit Umweltgiften:  Schwermetallen, Pestiziden, MOs
  • Interaktion mit anderen Pharmaka
  • Unterschätzte/ unbekannte Toxizität
  • Uneinheitliche Zusammensetzung z.B. wegen Übersetzungsfehlern, uneinheitlicher Nomenklatur, etc.
  • Keine standardisierten Kontrollen bei Anbau, Verarbeitung, Versand -> Chargendifferenzen

Epidemiologie

Chinese herbs-Nepropathie

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  • Die chinese herbs - Nephropathie wurde erstmals in den 1990er Jahren in Belgien beschrieben: fortgeschrittene Niereninsuffizienz bei jungen Patientinnen nach Einnahme chinesischer Präparate zur Gewichtsreduktion
  • Ähnlicher Fall 2000 in Taiwan
  • Dunkelziffer aufgrund der weiten Verbreitung von Phytotherapeutika wahrscheinlich sehr hoch.

Differentialdiagnosen

Chinese herbs-Nepropathie

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Anamnese

Chinese herbs-Nepropathie

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Bei der chinese herbs - Nephropathie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Früh:Partialstörungen der Tubulusfunktion mit Glucusurie, Aminoazidurie?
  • Renale Anämie?
  • Pulyurie? Nykturie? (Eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit der Nieren)

Diagnostik

Chinese herbs-Nepropathie

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Zur diagnostischen Abklärung der chinese herbs - Nephropathie sind relevant:

Bildgebung:

  • Sonographisch: Schrumpfnieren,
  • glatte Organkonturen

Histopatholgisch 

  • tubuläre Atrophie, tubulointerstitielle Fibrose

Urin- und Serumanalyse


Klinik

Chinese herbs-Nepropathie

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Die chinese herbs - Nephropathie kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Frühe, ausgeprägte Anämie
  • Milde tubuläre Proteinurie
  • Histologisch: Interstitielle Fibrose mit Tubulusatrophie und Glomerulosklerose
  • Kanzerogenität in den oberen Harnwegen bei fast der Hälfte der Patienten

Therapie

Chinese herbs-Nepropathie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei chinese herbs - Nephropathie umfassen:

  • Nur symptomatische Therapie möglich: Ziel ist eine Progressionshemmung. Korrektur von Anämie, Elektrolytstörungen, Kalzium/phosphathaushalt
  • Korrekte Einstellung des Blutdrucks, Beendigung nephrotoxischer Medikation
  • Verlaufskontrolle wegen urothelialen Neoplasien

Komplikationen

Chinese herbs-Nepropathie

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  • Bei der Hälfte der Patienten mit chinese herbs - Nephropathie findet sich ein Urothelkarzinom im Nierenbecken oder in den Harnleitern. (in 15 % der Fälle bilateral)

Zusatzhinweise

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  • In Deutschland wurden alle Aristolochiasäure-haltigen Medikamente im Jahre 1981 verboten, da sie kanzerogen sind.
  • Die chinese herbs - Nephropathie besitzt eine starke Ähnlichkeit zur "Balkan"-Nephropathie (Balkan Endemic Nephropathy, BEN)

Literaturquellen

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1. Risler, Kühn - Facharzt Nephrologie (2008) - Urban und Fischer, Elsevier - München

2.  Cosyns JP. - Aristolochic acid and 'Chinese herbs nephropathy': a review of the evidence to date - Drug Saf. 2003;26(1):33-48

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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