Chemische Gastritis

Synonyme: Typ C-Gastritis, NSRA Gastritis

Definition

Chemische Gastritis

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Die chemische Gastritis ist eine durch chemische Noxen ausgelöste oberflächliche Entzündung der Magenschleimhaut.


Ätiologie

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Ursachen der chemischen Gastritis sind:

  • meist durch Gallereflux nach operiertem Magen 
  • Medikamente (ASS, Kortikosteroide, Zytostatika etc.)
  • Alkohol

Es kommt zum Ödem und Fibrose der Lamina propria.


Epidemiologie

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  • Eine chemische Gastritis kommt häufig vor
  • 15% aller Patienten mit chronischer Gastritis

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der chemischen Gastritis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Schmerzen nach Noxeneinwirkung?
  • Schmerzen nach dem Essen?
  • Alkohol?
  • Medikamente?Schmerzmittel?
  • übler Geruch der Atemluft?
  • Beschwerdebeginn? Dauer der Beschwerden?
  • Oberbauchschmerzen? Ausstrahlung?
  • Appetitlosigkeit?
  • Völlegefühl?
  • Übelkeit? Erbrechen?
  • Durchfall?
  • Gewichtsverlust?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der chemischen Gastritis ist relevant:

  • Gastroskopie mit Biopsien aus Antrum und Korpus (wichtig auch zum Ausschluß eines Ulcus ventriculi oder Magenkarzinoms!)
  • Histologie: Mukosaödem und Fibrose der Lamina propria

Klinik

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Die Klinik der chemischen Gastritis wird bestimmt durch uncharakteristische Oberbauchbeschwerden nach Noxeneinfluss:

  • Sodbrennen
  • Aufstoßen
  • postprandiales Völlegefühl
  • Nüchternschmerz
  • Meteorismus
  • Inappetenz

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der chemischen Gastritis umfassen:

  • Alkoholabstinenz
  • NSAR absetzen oder Potonenpumpeninhibitor(PPI)-Gabe (z.B. Omeprazol, Esomeprazol,Panteprazol 1x20mg)
  • bei Gallereflux: Prokinetika (z.B. Domperidon 3x 10-40mg p.o., Metoclopramid 3-4x 10mg p.o.) oder Colestyramin 3x4g p.o.
  • bei Sodbrennen: Antazida (z.B. Magaldrat 3-4x 400-1600mg p.o.) oder PPI oder H2-Blocker (z.B. Famotidin 1-2x 10mg p.o., Ranitidin 1-2x 75mg p.o.)
  • Autogenes Training

Komplikationen

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Bei der chemischen Gastritis kommen folgende Komplikationen vor:

  • Übergang in chronische Gastritis
  • Ulkus
  • Magenblutung
  • Peritonitis

Zusatzhinweise

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Zur chemischen Gastritis liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2009) MLP Duale Reihe Innere Medizin - Thieme, Stuttgart
  2. (2007) Hahn, J.M. : Checkliste Innere Medizin- Thieme, Stuttgart
  3. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  4. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  5. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  6. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
  7. (2009) Andreas Ruß- Arzneimittel pocket- Björm Bruckmeier Verlag

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