Cheilitis simplex

Synonyme: Cheilitis sicca, Austrocknungscheilitis, Cheilitis vulgaris

Definition

Cheilitis simplex

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Die Cheilitis simplex ist die häufigste Form der Cheilitis, die klinisch mit Rhagaden, Fissuren und einer Austrocknung der Lippen, überwiegend der Unterlippe, einhergeht.


Ätiologie

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Die Ursachen der Cheilitis simplex sind:

  • mechanische Insulte wie mäßige, aber kontinuierliche Irritation der Lippen durch die Zähne oder ein ausgeprägtes Lippenkauen (Cheilophagie) - Cheilitis artefacta
  • Lippenaustrocknung durch Wind
  • physikalische Reize: Nässe, Kälte, UV-Licht
  • Lippentrockenheit bei atopischem Ekzem
  • allgemeine Exsikkation mit Durstgefühl
  • Begleit- und Folgeerscheinungen bei Fieber
  • Mundatmung
  • Lippentrockenheit bei Xerostomie
  • unerwünschte Arzneimittelwirkung, vor allem durch Retinoide 

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Cheilitis simplex sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Cheilitis simplex sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautveränderung erschienen? 
  • Lokalisation der Lippenläsionen? 
  • Was für Beschwerden? Brennen? Schmerz? Juckreiz?
  • Ursachen? mechanische Traumatisierung? atopisches Ekzem? Fieber? Psoriasis?
  • Verlauf? Lippenentzündung? ausgeprägte Verkrustung?
  • Frühere Hauterkrankungen? Bekannte Grunderkrankungen? 
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Allergien?
  • Medikamenteneinnahme? 


Diagnostik

Cheilitis simplex

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Zur diagnostischen Abklärung der Cheilitis simplex sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild

Klinik

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Die Cheilitis simplex wird durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:

  • raues, ausgetrocknetes, eventuell auch etwas ödematisiertes Lippenrot
  • eine stärkere Schuppung möglich
  • Lippenentzündung (Cheilitis exfoliativa)
  • Subjektive Empfindungen: Brennen, Juckreiz oder Schmerz
  • in manchen Fällen: stärker ausgeprägte klinische Symptomatik, durch das mechanisch-traumatische Artefakt; es kommt zu einer ausgeprägten Verkrustung, manchmal sogar mit hämorrhagischer Durchsetzung
  • Verlauf: akut oder chronisch

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Cheilitis simplex umfassen folgendes:

  • Ausschaltung der Ursache (mechanische Ursachen, Sonnenexposition, gewohnheitsmäßiges Belecken der Lippen)
  • schwach konzentrierte kortikoidhaltige Cremes und Salben wie z.B. 0,5% Hydrocortison-Creme in fetthaltiger Grundlage
  • Prophylaxe: Einfetten mit Unguentum molle, ein Gemisch von Dexpanthenol und Paraffinium subliquidum (2:1) oder pflegenden Lippenschtiften

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der Cheilitis simplex liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

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Zu der Cheilitis simplex liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • Konrad Bork, Walter Burgdorf, Nikolaus Hoede (2008), Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten: Klinik, Diagnostik und Therapie. Atlas und Handbuch, Schattauer Verlag, 3. Auflage
  • Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann (2005), Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung, W3l GmbH Verlag
  • Konrad Bork, Wolfgang Bräuninger (2004), Hautkrankheiten in der Praxis: Diagnostik und Therapie, Schattauer Verlag, 3. Auflage
  • Bernard A. Cohen (2007), Pädiatrische Dermatologie: Lehrbuch und Atlas, Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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