Cheilitis glandularis

Synonyme: Von-Baelz-Krankheit, Volkmann-Cheilitis, Volkmann-Krankheit, Adenomatosis oris

Definition

Cheilitis glandularis

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  • Die Cheilitis glandularis wird durch hyperplastische Schleimdrüsen gekennzeichnet, die am Saum des Lippenrotes münden und unterschiedliche Entzündungsstadien aufweisen können.
  • Die Cheilitis glandularis wird unterteilt in:

- oberflächliche Cheilitis glandularis simplex mit mäßiger Hypertrophie der Lippenspeicheldrüsen

- Cheilitis glandularis suppurativa vom oberflächlichen Typ (Baelz) und

- tiefe Cheilitis glandularis apostematosa (Volkmann)


Ätiologie

Cheilitis glandularis

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  • Die Ätiologie der Cheilitis glandularis ist noch unbekannt.
  • In einigen Fällen wurde eine Familiarität des Leidens beobachtet.
  • Sporadisches Auftreten der Cheilitis glandularis ist ebenfalls möglich.
  • Cheilitis glandularis suppurativa und apostematosa können sich aus der Cheilitis glandularis simplex durch Superinfektionen mit Staphylokokken entwickeln.

Epidemiologie

Cheilitis glandularis

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  • Die Cheilitis glandularis ist eine seltene Form der Cheilitis.
  • Die Erkrankung tritt oft im Kindes- bzw. Jugendalter auf.
  • Männer sind doppelt so häufig betroffen als Frauen.

Differentialdiagnosen

Cheilitis glandularis

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Anamnese

Cheilitis glandularis

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Bei der Cheilitis glandularis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautveränderung erschienen? 
  • Lokalisation der Lippenläsionen? 
  • Was für Beschwerden? Brennen? Schmerz? Juckreiz?
  • Verlauf? Lippenentzündung? ausgeprägte Verkrustung?
  • Frühere Hauterkrankungen? Bekannte Grunderkrankungen? 
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Allergien?
  • Medikamenteneinnahme? 


Diagnostik

Cheilitis glandularis

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Zur diagnostischen Abklärung der Cheilitis glandularis sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild
  • Histopathologie:

- Cheilitis glandularis simplex: vergrößerte oder pseudozystisch erweiterte, schleimproduzierende Drüsen und Ausführungsgänge ohne oder mit nur geringer Entzündung

-  Cheilitis glandularis suppurativa Baelz und apostematosa Volkmann: stärkere Entzündung bis hin zur Abszedierung


Klinik

Cheilitis glandularis

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Typische klinische Merkmale bei der Cheilitis glandularis sind:

Lokalisation:

  • betroffen ist fast immer nur die Unterlippe, die vergrößert (Makrocheilie) und in ausgeprägten Fällen ektropioniert ist
  • nur selten sind weitere Mundschleimhautpartien zusätzlich betroffen

Effloreszenzen:

  • miliare, glasige bis dunkelrote bläschenartige Vorwölbungen
  • bei tangentialer Druckanwendung: Austritt von glasigen Speicheltröpfchen (Unterschied zur Cheilitis granulomatosa)
  • bei Cheilitis glandularis suppurativa Baelz und apostematosa Volkmann: auf Druck quillt aus den geschwollenen Lippen Eiter hervor; Ulzerationen und Verkrustungen treten hinzu; dieser stark entzündliche, schmerzhafte Zustand ist extrem schwer zu behandeln

Therapie

Cheilitis glandularis

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Cheilitis glandularis umfassen folgendes:

  • Cheilitis glandularis simplex: die Verändeungen sind harmloser Natur und bedürfen keinerlei Therapie
  • Cheilitis glandularis suppurativa Baelz und apostematosa Volkmann: Antibiose mit penicillinasefesten Penicillinen wie Oxacillin (z.B. Stapenor Kps.) 4 mal 0,5-1 g/Tag über 1 Woche; nach Abklingen der Entzündung ggf. streifenförmige operative Entfernung des drüsenhaltigen Gewebes in der Lippenregion

Komplikationen

Cheilitis glandularis

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Zu den Komplikationen der Cheilitis glandularis liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

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Zu der Cheilitis glandularis liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Cheilitis glandularis

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  • Konrad Bork, Walter Burgdorf, Nikolaus Hoede (2008), Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten: Klinik, Diagnostik und Therapie. Atlas und Handbuch, Schattauer Verlag, 3. Auflage
  • Otto Braun-Falco, Helmut Heinrich Wolff (2005), Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag, 5. Auflage
  • Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles (2002), Springer Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin, Springer Verlag
  • Helmut Kerl (2003), Histopathologie der Haut, Springer Verlag
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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