Cheilitis angularis

Synonyme: Mundwinkelcheilitis, Perléche, Angulus infectiosus oris, Faulecken, Mundwinkelrhagaden

Definition

Cheilitis angularis

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Die Cheilitis angularis ist eine polyätiologische, akute oder chronische, meist rhagadiforme Entzündung der Mundwinkel.


Ätiologie

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Als Ursachen für die Cheilitis angularis kommen in Betracht:

  • Infektionen, z.B. mit Candida-Arten, Streptokokken, Staphylokokken oder im Rahmen einer Syphilis
  • Mechanische Faktoren, z.B. Speichelfluss bei fehlendem Mundschluss, Hypersalivation, Prognathie
  • Manifestation im Rahmen eines atopischen Ekzems
  • Stoffwechselstörungen, z.B. Diabetes mellitus, Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel 

Epidemiologie

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  • Die Cheilitis angularis kommt außerordentlich häufig vor.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Cheilitis angularis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautveränderung erschienen? 
  • Was für Beschwerden? Brennen? Schmerz? Juckreiz?
  • Ursachen? Infektionen? Syphilis? atopisches Ekzem? Stoffwechselstörungen?
  • Verlauf? Entzündung? ausgeprägte Verkrustung?
  • andere Hauterkrankungen? Bekannte Grunderkrankungen? 
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Allergien?
  • Medikamenteneinnahme? 


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Cheilitis angularis sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild
  • Abstrich mit Untersuchung auf Pilze und Bakterien, Stuhl auf Hefen
  • Syphilisserologie
  • Blutbild
  • Ausschluss möglicher Stoffwechselstörungen

Klinik

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Die Cheilitis angularis wird durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Lokalisation: am Mundwinkel, auch beidseitig
  • Klinischer Befund:

- zunächst umschriebene Rötung im Bereich zwischen Haut und Schleimhaut

- Rhagade

- Ausbildung eines ovalen, linsen- bis erbsgroßen, erosiv-krustösen Herdes

- nicht selten zeigen sich auch Schuppung, Fissuren, Nässen, Mazeration und Krusten in den Mundwinkeln, die von einer akuten oder subakuten Ekzematisation begleitet sein können

- subjektive Beschwerden: Brennen, Juckreiz, Schmerz

  • Verlauf: akut oder chronisch 

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Cheilitis angularis umfassen folgendes:

  • Erkennung und Behandlung der eigentlichen Ursache oder einer Grundkrankheit
  • Allgemeine Maßnahmen: sorgfältige orale Hygiene und Zahnpflege
  • lokale Therapie: Pasta Zinci mollis, eine Nystatin-haltige Paste oder wässrige Zinkschüttelmixtur, besonders vor dem Schlafengehen
  • je nach Ätiologie Therapie mit: Antiseptika, Antibiotika oder Antimykotika in fettfreier oder fettarmer Grundlage (Tinkturen, Cremes, Softpasten, Pasten)

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der Cheilitis angularis liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

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Zu der Cheilitis angularis liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • Konrad Bork, Walter Burgdorf, Nikolaus Hoede (2008), Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten: Klinik, Diagnostik und Therapie. Atlas und Handbuch, Schattauer Verlag, 3. Auflage
  • Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann (2005), Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung, W3l GmbH Verlag
  • Konrad Bork, Wolfgang Bräuninger (2004), Hautkrankheiten in der Praxis: Diagnostik und Therapie, Schattauer Verlag, 3. Auflage
  • Bernard A. Cohen (2007), Pädiatrische Dermatologie: Lehrbuch und Atlas, Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage

  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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