Bromhidrose

Synonyme: Osmidrose, Stinkschweiß

Definition

Bromhidrose

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Unter dem Begriff Bromhidrose versteht man unangenehmen Körpergeruch auf Grund von schlecht riechendem Schweiß.

In der Regel entsteht dieser durch axillären Schweiß, er tritt aber auch plantar, palmar, intertriginös und im Bereich des Genitals auf.


Ätiologie

Bromhidrose

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Die Zersetzung des Schweißes durch koryneforme Stäbchenbakterien führt zur Bildung kurzer Fettsäuren, und Aminen, welche für den schlechten Geruch verantwortlich sind. [9]

Das klinische Bild der Bromhidrose wird durch mangelnde Hygiene und die dadurch entstehende stärkere Besiedlung durch Bakterien begünstigt. [1; 10]

Man unterscheidet zwei Formen der Bromhidrose:

  •  ekkrine Bromhidrose
  •  apokrine Bromhidrose 

Unangenehmer Körpergeruch kann auch in Folge verschiedener Stoffwechselstörungen und anderer Erkrankungen auftreten:


Epidemiologie

Bromhidrose

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Die Bromhidrose entwickelt sich im geschlechtsreifen Alter [10]

Dunkelhäutige >> Weiße [10]


Differentialdiagnosen

Bromhidrose

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Anamnese

Bromhidrose

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Bei der Bromhidrose sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Seit wann?
  • Wie stark?
  • Einschränkungen der Lebensqualität?
  • Körperhygiene?

Diagnostik

Bromhidrose

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Zur diagnostischen Abklärung der Bromhidrose sind relevant:

  • klinisches Bild
  • Abstrich

Klinik

Bromhidrose

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Die Bromhidrose wird durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:

  • starke soziale Stigmatisierung/Beeinträchtigung
  • u.U. mangelnde Körperhygiene
  • u.U. Hyperhidrose
  • starker charakteristischer Geruch
  • setzt mit Reife der apokrinen Schweißdrüsen in der Pupertät ein
  • Bakterielle/Mykotische Superinfektionen

Therapie

Bromhidrose

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Die allgemeinen therapeutischen Möglichkeiten bei Bromhidrose umfassen:

  • regelmäßiges (auch mehrmals am Tag) Waschen mit antibakteriellen, sauren Seifen
  • Rasieren der Achselhaare
  • häufiges Wechseln der Kleidung

Die Chirurgischen Maßnahmen sind den konservativen Maßnahmen in der Therapie der starken axillären Bromhidrose deutlich überlegen. [12]

Topische Therapie

Antiperspirantien:

  • Aluminium-Hexahydrat-Gel 20%(Rp:Aluminiumchlorid-Hexahydrat 20,0, Hydroxyethylcellulose 400 5,0 in Aqua purif. ad 100,0), täglich zur Nacht auf die trockene Haut auftragen, axillär nur jeden 2.Tag, später nach Bedarf. Palmar und Plantar gegebenenfalls unter Okklusivverband. [11]
  • Aluminium-Hexahydrat-Lösung 20% (Rp: Aluminiumchorid-Hexyhydrat 20,0, Aqua purif. 20,0, Isopropylalkohol 70% ad 100,0), täglich zur Nacht auf die trockene Haut auftragen, axillär nur jeden 2.Tag, später nach Bedarf. Palmar und Plantar gegebenenfalls unter Okklusivverband. [11]
  • Aluminiumhydrochlorid, synthetische Gerbstoffe

Leitungswasser Iontophorese:

  • bei Hyperhidrosis manuum und pedum (selten auch bei axillärer mit Hilfe von Polstern)
  • Anwendung von schwachen Gleichströmen (10-15 mA) im Wasserbad

Botulinumtoxin A zur Chemodenervierung

  • intrakutane Injektion von Botulinumtoxin A, hält etwa 6 Monate

Systemische Therapie

Salbei:

  • Tabletten mit Salbeiextrakten
  • es liegen keine Studien vor

Systemische Antihidrotika (Anticholinergika):

  • Methantheliniumbromide bei axillärer Hyperhidrose, 2 x 50 mg/d p.o. [13;14]
  • Bornaprinhydrochlorid: initial 2 mg/d p.o., wöchentlich um 2 mg bis auf 6-12 mg/d p.o. steigern [13]

Chirurgische Therapie

Subkutane Kürettage:

  • therapieresistente axilläre Hyperhidrose
  • 2 Inzisionen apikal und distal in der Axilla, Unterminierung des Areals mit Schere, Kürretage der Schweißdrüsenknäuel [15]

Subkutane Saugkürretage

Exzision:

  • bei therapieresistenter axillärer Hyperhidrose
  • radikale Exzision des schweißdrüsentragenden Hautareals [13]

Endoskopische thorakale Sympathektomie:

  • bei therapiersistenter Hyperhidrosis manuum

CT-gesteuerte perkutane Sympahitkolyse


Komplikationen

Bromhidrose

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Zu den Komplikationen der Bromhidrose zählen:

  • Schamgefühl
  • soziale Isolation
  • Depression

Bakterielle und mykotische Superinfektionen:

  • Erythrasma
  • Trichomycosis axillaris

Zusatzhinweise

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Zu der Bromhidrose liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2000) Guillet G., Zampetti A., Aballain-Colloc ML., - Correlation between bacterial population and axillary and plantar bromhidrosis: study of 30 patients - Eur J Dermatol. 2000 Jan-Feb;10(1):41-2
  2. (2002)P. Altmeyer, M. Bacharach-Buhles  – Springer Enzyklpädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin – Springer; Berlin, Heidelberg
  3. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  4. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  5. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  6. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  7. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  8. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe
  9. (2003) Fritsch - Dermatologie Venerolgie - Springer
  10. (2010) Sterry W., Burgdorf W., Paus R. - Checkliste Dermatologie - Thieme
  11. (2002) Altmeyer P., Dirschka Th., Hartwig R. - Klinikleitfaden Dermatologie - Urban & Fischer
  12. (2008) Mao GY., Yang SL., Zheng JH. - Etiology and management of axillary bromhidrosis: a brief review - Int J Dermatol. 2008 Oct;47(10):1063-8
  13. (2007) AWMF - Leitlinie - Definition und Therapie der primären Hyperhidrose
  14. (2004)Hund M., Sinkgraven R., Rzany B.- Randomisierte, plazebokontrollierte klinische Doppelblindstudie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der oralen Therapie mit Methantheliniumbromid bei fokaler Hyperhidrose

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