Borderline-Persönlichkeitsstörung

Synonyme: Borderline-Typ, emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Definition

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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  • Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch die Neigung, plötzlichen Antrieb in Handlungen umzusetzen ohne an die Folgen zu denken.

Ätiologie

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Die Ursachen der Borderline-Persönlichkeitsstörung sind:

  • Entwicklungsstörungen in Lebensphasen
  • Lerntheorie: Verhalten - gelernt
  • neurobiologisch
  • genetisch
  • psychosozial
  • Traumatisierungen im Kindesalter
  • häufig: v.a. sexueller Missbrauch

Epidemiologie

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Zur Epidemiologie der Borderline-Persönlichkeitsstörung sind folgende Daten verfügbar:

  • Persönlichkeitsstörungen - Prävalenz: 6-23% (international)
  • gehört zu den häufigsten Formen
  • Frauen > Männer

Differentialdiagnosen

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Anamnese

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Selbstverletzung, z.B. Schnittverletzungen?
  • Gefühl innerer Leere?
  • Suizidalität?
  • Aggressivität?
  • Zweifel an sich selbst?
  • Emotionen: instabil?
  • Wechselhafte Beziehungen?

Diagnostik

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Zur diagnostischen Abklärung der Borderline-Persönlichkeitsstörung sind relevant:

  • Ausschluss anderer Erkrankung
  • wichtig: Symptome und Verlauf
  • typisches Verhalten: inadäquat und andauernd
  • Leistungsfähigkeit z.B. im Beruf: eingeschränkt
  • soziale Einschränkungen
  • wichtig: Kultur
  • psychologische Tests, z.B. FPI, MMPI
  • zusätzlich z.B. projektive Tests wie der TAT

Klinik

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Die Borderline-Persönlichkeitsstörung kann folgende Symptome zeigen:

  • Selbstverletzung, z.B. Schnittverletzungen
  • Gefühl innerer Leere
  • Suizidalität
  • Aggressivität
  • Zweifel an sich selbst
  • Emotionen: instabil
  • wechselhafte Beziehungen

Therapie

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung umfassen Folgendes:

  • Selbstwertgefühl aufbauen
  • Schematherapie
  • Abbau von Spannung, ohne sich zu verletzen (z.B. mit einem Igelball)
  • dialektisch-behaviorale Therapie
  • Psychotherapie
  • sozialtherapeutische Maßnahmen
  • medikamentöse Therapie: unterstützend
  • bei Bestehen zusätzlicher Störungen z.B. Antidepressiva (Angststörung, depressive Störung)
  • z.B. Citalopram (bei Depression): oral 1x20 mg, tägliche Maximaldosis: 60 mg [2]

Komplikationen

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung kommen folgende Komplikationen vor:

  • um 50x erhöhte Suizidalität verglichen mit anderen Menschen

Zusatzhinweise

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Zur Borderline-Persönlichkeitsstörung gibt es folgende Zusatzhinweise:

  • Häufigkeit steigt
  • Traumatisierungen in Kindheit führen nicht immer zu dieser Persönlichkeitsstörung
  • häufige Chronifizierung
  • Einteilung nach ICD-10: impulsiver Typ und Borderline-Typ

Literaturquellen

Borderline-Persönlichkeitsstörung

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  1. Möller HJ, Laux G, Deister A (2009) - Duale Reihe Psychiatrie und Psychotherapie - Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 355-375)
  2. Ruß A (2008) - Arzneimittel pocket - Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald (Seite 242)
  3. Tölle R, Windgassen K (2009) - Psychiatrie - Springer Medizin Verlag, Heidelberg (Seite 112 f)
  4. Kasper S, Volz HP (2003) - Psychiatrie compact - Georg Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 213)
  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

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