Bewusstseinsstörungen nach Intoxikation

Synonyme: Medikamenteninduzierte Bewusstseinsstörungen, Drogeninduzierte Bewusstseinsstörungen

Definition

Bewusstseinsstörungen nach Intoxikation

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Bewusstseinsstörungen sind eine durch eine akute oder chronische (Medikamenten-)Intoxikation bedingte Beeinträchtigung des Bewussteins mit Defiziten der Konzentration, der Aufmerksamkeit, der Reaktion und der Urteilskraft.


Ätiologie

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Die Ursachen der Bewusstseinsstörungen sind:

  • Dopaminagonisten
  • Opiate
  • Benzodiazepine
  • Barbiturate
  • E 605- (Parathion)-Vergiftung
  • CO-Vergiftung
  • Bei Medikamenten ist die Gabe therapeutischer Dosen oft für Störung ausreichend
  • Patienten mit eingeschränkter Nieren-/Leberfunktion (ältere Patienten!) besonders gefährdet
  • Komedikation kann Metabolismus und Plasmaeiweißbindung beeinflussen

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Angaben zu den Bewusstseinsstörungen liegen nicht vor.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den Bewusstseinsstörungen sind folgende Informationen von Bedeutung:

Fremdanamnese entscheidend:

  • Beginn und Verlauf der Bewusstseinsstörung?
  • stattgehabtes Trauma?
  • Auffinde- und Umgebungssituation (geschlossene Räume mit Holzofen o.Ä.)?
  • Fragen nach der Suchtkarriere (Substanzmissbrauch)?
  • weitere (nicht-psychotische) Symptome?
  • ausführliche Medikamentanamnese (eingenommen Substanzen, Dosierung, Einnahmeintervall)
  • bekannte Vorerkrankungen (relevante Nieren-/Lebererkrankungen, Darmerkrankungen, neurologische Vorerkrankungen)?
  • Berufsanamnese (Kontakt mit toxischen Substanzen)?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Bewusstseinsstörungen sind relevant:

neurologische Untersuchung: Schutzreflexe, Bewusstseinsniveau nach GCS, Pupillomotorik bildgebende Verfahren: bei V.a. zentralen Prozess, Ausschluß eines erhöhten intrakraniellen Drucks Labor: Retentionsparameter (Harnstoff, Elektrolyte, Kreatinin), Leberparameter (Transaminasen, Cholestasewerte, Quick, Albumin, Bilirubin) Blutbild, evtl. Medikamentenspiegel, Toxikologie aus Blut und Urin Kontrolle der Vitalparameter: Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Temperatur, Sauerstoffsättigung


Klinik

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Bewusstseinsstörungen können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Dopaminagonisten: Einschlafattacken
  • Opiate: Koma, Miosis, Atemdepression, Übelkeit, Obstipation, Hypotonie, massiver Juckreiz
  • Benzodiazepine: Atemderpression, Koma
  • Barbiturate: Koma, fehlender okulozephaler Reflex
  • E 605- (Parathion)-Vergiftung: Vollbild der Parasympathikusaktivierung: Miosis, Speichelfluss, Bronchialsekretion, Schweißausbruch
    und Diarrhoe, Hypotonie und Bradykardie
  • CO-Vergiftung: Koma, Mydriasis, hellrote Hautfarbe

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten der Bewusstseinsstörungen umfassen folgendes:

  • Monitoring auf Intensivstation
  • Sicherung der Atemwege (Intubation) und der Vitalfunktionen
  • evtl. Antidotgabe:Sauerstoff (CO), Naloxon (Opiate), Flumazenil (Benzodiazepine)
  • evtl. Dialyse oder Hämofiltration
  • Umstieg auf geeignetere Präparate
  • Therapie einer prädisponierenden Erkrankung (Niereninsuffizienz etc.)

Komplikationen

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Komplikatioen der Bewusstseinsstörungen sind:

  • Tod durch Ateminsuffizienz

Zusatzhinweise

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  • NB: evtl. eingeschränkte Tauglichkeit für die Teilnahme am Straßenverkehr und Bedienung technischer Geräte bei milder Intoxikation

Literaturquellen

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1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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