Beckenendlage

Synonyme: Steißlage

Definition

Beckenendlage

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Die Beckenendlage ist eine Regelwidrigkeit der Kindslage (Poleinstellung), bei der nicht der Kopf, sondern das Beckenende des ungeborenen Kindes vorangeht.


Ätiologie

Beckenendlage

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Die häufigsten Ursachen für eine Beckenendlage sind:

  • Fehlbildungen des Kindes, die zu einer verminderten Bewegung des Kindes im Mutterleib führen (z.B. Sauerstoffmangel bei Schädigung der Plazenta)
  • straffe Gebärmutterwand, wie sie bei Frauen auftreten kann, die erst ein einem höheren Lebensalter das erste mal schwanger werden
  • Verminderung der Fruchtwassermenge (Störungen der Plazentafunktion)
  • ungünstige Positionierung der Plazenta (z.B. am Übergang eines Eileiters in die Gebärmutter)
  • Myome
  • sehr großes Kind
  • sehr schlaffe Gebärmutterwand, wie sie bei mehreren, rasch aufeinander folgenden Schwangerschaften entstehen kann

Epidemiologie

Beckenendlage

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Die Beckenendlage wird bei ca. 3-5% der Schwangerschaften beschrieben.


Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Die Anamnese sollte folgende Informationen enthalten:

  • andere Erkrankungen
  • Allergien
  • Blutungsrisiko (Blutungsneigung, Medikamente)
  • Medikamenten-Anamnese
  • OP in der Vorgeschichte
  • Komplikationen bei OP (oder OPs der Familienmitglieder)
  • Neigung zur Übelkeit oder Erbrechen

Diagnostik

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Die diagnostische Maßnahmen für das anästhesiologische Vorgehen bei einer Beckenendlage beziehen sich auf:

  • Anamnese
  • körperliche Untersuchung
  • Labor (Hb oder Hkt, Kalium, Kreatinin, Blutzucker, Leberenzyme)
  • Pat. zwischen 40.-60. Lj zusätzlich EKG
  • weitere Untersuchungen bei bekannten Erkrankungen und risiko Faktoren in der Vorgeschichte

Klinik

Beckenendlage

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Der intraoperativer Monitoring muss folgendes beinhalten:

  • EKG
  • nicht invasiver Blutdruck
  • Pulsoximetrie
  • Kapnometrie
  • Temperatursonde

Therapie

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Die therapeutische Möglichkeiten bei einer Beckenendlage:

Primäre Sectio:

  • Allgemeinanästhesie
  • Regionalanästhesie ist auch möglich aber die Extraktion des Kindes aus dem Uterus ist häufig erschwert
  • hypertoner Uterus → Allgemeinanästhesie mit uterusrelaxierenden Inhalationsanästhetikum

Vaginale Entbindung:

  • Anästhesiebereitschaft erforderlich
  • ist eine Allgemeinnarkose vorgesehen, so wird die Pat. immer endotracheal Intubiert
  • Peridural- und Spinalanästhesie werden von vielen Geburtshelfer bei Beckenendlagen abgelehnt

In vielen Kliniken gilt die Beckenendlage als Indikation für die primäre Sectio, einige Geburtshelfer entbinden ausgewählte Beckenendlagen vaginal.


Komplikationen

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Die Komplikationen bei einer Beckenendlage:

- für das Kind:

  • Nabelschnurvorfall
  • Wehnenschwäche
  • vorzeitige Plazentalösung
  • Hypoxie

- für die Mutter:

  • Zervixrisse
  • Dammverletzungen
  • Retentio placentae
  • hypovolämischer Schock durch intra- und postpartale Blutungen

Zusatzhinweise

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Zu der Beckenendlage gibt es zur Zeit keine weiteren Zusatzhinweise.


Literaturquellen

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Schäfer R, Eberhardt M (2005) - Klinikleitfaden, Anästhesie - Urban & Fischer, München

Larsen, R (2006) - Anästhesie - Urban & Fischer, München

  • (2009) Larsen R - Praxisbuch Anästhesie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Striebel HW - Anästhesie und Intensivmedizin für Studium und Pflege - Schattauer GmbH
  • (2007) Scholz L - BASICS Anästhesie und Intensivmedizin - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2006) Schulte am Esch J, Kochs E, Bause H - Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie - Thieme, Duale Reihe
  • (2004) Latasch, Knipfer - Anästhesie Intensivmedizin Intensivpflege - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2003) Thiel R - Anästhesiologische Pharmakotherapie, Allgemeine und spezielle Pharmakologie in Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie - Thieme
  • (2003) Klöss T - Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie - Urban & Fischer
  • (2001) Krier, Kochs, Buzello, Adams - Anästhesiologie, ains Band 1 - Thieme, Stuttgart
  • (2000) Scherer R - Anästhesiologie - Ein handlungsorientiertes Lehrbuch - Thieme
  • (1999) Hempelmann, Adams, Sefrin - Notfallmedizin, ains Band 3 - Thieme, Stuttgart
  • (1996) Kretz F.J, Schäffer J, Eyrich K - Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie - Springer, Berlin

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