Barotraumatische Sinusitis

Definition

Barotraumatische Sinusitis

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Die barotraumatische Sinusitis entsteht während großer Druckschwankungen in nicht belüfteten Nasennebenhöhlen. 

Die barotraumatische Sinusitis ist eine häufige Komplikation bei Tauchgängen.

Es können Barotraumen mit relativem Unterdruck im betroffenen Hohlraum, die sog. Barotraumen der Kompressionsphase, von denen mit einem relativen Überdruck, die sog. Barotraumen der Dekompressionsphase unterschieden werden.

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Ätiologie

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Ätiologie der barotraumatischen Sinusitis:

Sind die Ausführungsgänge einer oder mehrerer Nasennebenhöhlen durch krankhafte Prozesse verschlossen ist bei Zunahme des Umgebungsdrucks kein Druckausgleich möglich. Es bildet sich ein relativer Unterdruck in der betroffenen Nasennebenhöhle.

Dieser Unterdruck führt zu einem Sog an der Mukosa, sodass die Schleimhaut hyperämisch und ödematös wird. Als Folge kann es zu Transsudationen, Einreißen der Mukosa und Einblutungen in die Nasennebenhöhle kommen.

Bei den Dekompressionsbarotraumen der Nasennebenhöhlen kann der Taucher ohne Beschwerden Abtauchen, beim Auftauchen entstehen durch Druckausgleichsstörungen durch die Gasexpansion heftige Schmerzen über der betroffenden Nasennebenhöhle. 

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Epidemiologie

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Epidemiologie der barotraumatischen Sinusitis:

  • am häufigsten sind die Kieferhöhlen betroffen, gefolgt von den Stirnhöhlen
  • kaum Berichte über Barotraumen von Siebbeinzellen oder Keilbeinhöhle
  • ein Barotrauma des Mittelohrs ist bei Tauchern ca. 20mal häufiger als ein Barotrauma der Nasennebenhöhlen
  • 2/3 der Barotraumen entstehen während der Kompressionsphase und 1/3 während der Dekompressionsphase

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Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Anamnese bei Verdacht auf eine barotraumatische Sinusitis:

  • Symptome? (Schmerzen, blutig-seröses Nasensekret)
  • nur während und nach dem Tauchen?
  • Schnupfen/Erkältungen zum Zeitpunkt der Symptome?
  • bekannte Veränderungen im Bereich der Nase? (z.B. Septumdeviation)

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Diagnostik

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Diagnostik bei der barotraumatischen Sinusitis:

  • Inspektion der Nase 
  • endoskopische Untersuchung der Nase und der Nasennebenhöhlen 
  • Kopf-CT/MRT
  • Epikutan-Allergie-Test (bei allergischer Rhinitis)

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Klinik

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Klinik der barotraumatischen Sinusitis:

  • bei zunehmender Tauchtiefe stechende Schmerzen über der betroffenen Nasennebenhöhle
  • blutig-seröses Nasensekret (ist von einer primären Epistaxis nasi zu unterscheiden)

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Therapie

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Therapie der barotraumatischen Sinusitis:

Therapeutisches Ziel ist es eine ausreichende Belüftung der Problemzonen zu erreichen. Hierfür können schleimhautabschwellende Medikamente als Nasensprays eingesetzt werden.

Medikamente der ersten Wahl:

  • Xylometazolin und Oxymetazolin (wegen ihrer selektiven alpha-Rezeptorwirkung, langen Wirkdauer, hohen Wirkstärke, langsamen Abkling- und geringem Rebound-Effekt)

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Komplikationen

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Komplikationen von barotraumatischer Sinusitis:

  • bei anatomisch präformierten Dehiszenzen der Lamina papyracea kann es beim Dekompressionsbarotrauma zu Luftemphysemen im Gesicht kommen
  • bei anatomisch präformierten Dehiszenzen der Lamina cribrosa kann es bei einem Dekompressionsbarotrauma zu einem Pneumenzephalon kommen

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Zusatzhinweise

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Zur barotraumatischen Sinusitis sind zur Zeit keine weiteren Zusatzhinweise verfügbar.


Literaturquellen

Barotraumatische Sinusitis

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  1. (2008) Gonnermann A, Dreyhaupt J, et al. - Hals-Nasen-Ohren ärztliche Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Sporttauchen - HNO; 56:519-523
  2. (2004) Klingmann C, Wallner F - Tauchmedizinische Aspekte in der HNO-Heilkunde - HNO; 52:845-859
  3. (2000) Dieler R, Shehata-Dieler WE - Tauchmedizinische Aspekte in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde - Laryngo-Rhino-Otologie; 79(12)
  4. (1998) Almeling M, Böhm F, Welslau W - Handbuch Tauch- und Hyperbarmedizin - Ecomed Verlag, Landsberg/Lech

Assoziierte Krankheitsbilder zu Barotraumatische Sinusitis

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