Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

Synonyme: ALPS, Canale-Smith-Syndrom

Definition

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Ein autoimmunlymphoproliferatives Syndrom ist definiert als: selektive Störung der T-Zell-Immunantwort, die zu einer inadäquaten Reaktion des Organismus bei Einwirkung immunogener Reize führt und zu Erkrankungen, insbesondere durch intrazelluläre Erreger führt.


Ätiologie

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Die Ursachen des autoimmunlymphoproliferativen Syndroms sind:

  • primär angeborener Immundefekt
  • Störung der T-Zell-Funktion

Pathophysiologie:

  • Mutationen im Fas-Ligand-Pathway
  • → verlängerte Lymphozyten-Überlebenszeit
  • → bis zum 5. Lebensjahr einsetzende massive Lymphoproliferation
  • Lymphopenie oder Lymphozytose mit Exzess and CD4/CD8 doppelt negativen T-Zellen

Epidemiologie

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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  • genaue epidemiologische Angaben zum autoimmunlymphoproliferativen Syndrom liegen zur Zeit nicht vor

Differentialdiagnosen

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Anamnese

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Beim autoimmunlymphoproliferativen Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • gehäufte bakterielle/virale Infekte?
  • schwerer Verlauf auch einfacher Infekte?
  • Hauterscheinungen?
  • Durchfälle?
  • bekannte chronische Vorerkrankungen?
  • bekannte Autoimmunerkrankungen?
  • medikamentöse Immunsuppression?
  • Familienanamnese

Diagnostik

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des autoimmunlymphoproliferativen Syndroms sind relevant:

  • internistische Untersuchung: kardiopulmonale Untersuchung, Lymphknotenpalpation
  • Labor:

    • Differentialblutbild
    • Blutausstrich
    • Virusserologie
    • Auto-Ak-Suche
    • Direkte Erregerdiagnostik aus Sputum, Stuhl, Urin, Rachenabstrich  → Serologie wegen Immundefekt trotz Infektion oft negativ!
    • Knochenmarkpunktion
    • immunologisches Screening:

      • B-Zellsystem: Elektrophorese, Immunglobuline und IgG-Subklassen, Impfantikörper: Diphtherie, Tetanus, Masern, Polio, Pneumokokken, Hämophilus
      • T-Zellsystem: CD4, CD8, aktivierte T-Zellen, doppelt negative T- und NK-Zellen, Mitogenstimulation
      • Phagozyten: O2-Radikalbildung
      • Komplement: C3, CH50, AP50
    • molekulargenetische Untersuchung

Laborchemische Besonderheiten:

  • Eosinophilie
  • IgG, IgA und IgE erhöht
  • IgM variabel
  • Vitamin B12 erhöht

Klinik

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Das autoimmunlymphoproliferativen Syndrom kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

T-Zelldefekt:

  • bis zum 5. Lebensjahr einsetzende massive Lymphoproliferation mit:
  • Lymphadenopathie
  • morbiliformes Exanthem durch mütterliche T-Zellen oder Blutprodukte
  • chronische, therapieresistente Diarrhoe
  • Hepatosplenomegalie
  • isolierte Splenomegalie in 1/3 der Fälle
  • keine B-Symptomatik
  • Infektionen mit intrazellulären Erregern:
    • Mykobakterien
    • Viren (EBV,CMV, VZW, Noro-/Rota-/Adenoviren)
    • Mykosen

Therapie

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei autoimmunlymphoproliferativem Syndrom umfassen:

Kausale Therapie:

  • Knochenmarkstransplantation (selten)

Symptomatische Therapie:

  • Splenektomie + Impfung gegen bekapselte Erreger
  • Infektionsprophylaxe:
    • Hygienemaßnahmen
    • Pneumocystis-Pneumonieprophylaxe mit Cotrimoxazol
    • frühzeitige und intensive antimikrobielle Therapie
    • evtl. Glukokortikoide bei Zytopenien
    • bei Transfusionsbedarf: nur leukozytendepletierte und bestrahlte EKs
    • nur Totimpfungen vornehmen!

Komplikationen

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Beim autoimmunlymphoproliferativen Syndrom kommen folgende Komplikationen vor:

  • schwere rezidivierende Infektionen
  • Sepsis
  • Tod durch Organversagen

Zusatzhinweise

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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Zum autoimmunlymphoproliferativen Syndrom liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Autoimmunlymphoproliferatives Syndrom

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1. Herold G (2006) - Innere Medizin - Gerd Herold und Mitarbeiter, Köln

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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