Atriale Reentry-Tachykardie

Synonyme: Vorhoftachykardie

Definition

Atriale Reentry-Tachykardie

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Die atriale Reentry-Tachykardie ist eine supraventrikuläre Tachykardie, die im Vorhof durch eine kreisende Erregung entsteht. Die Frequenzen liegen zwischen 100 und 220/min.


Ätiologie

Atriale Reentry-Tachykardie

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Ursachen der atrialen Reentry-Tachykardy sind:

  • oft organische Herzerkrankung, besonders nach kardiochirurgischen Eingriffen
  • bei atrialer Tachykardieund AV-Block meist Digitalisintoxikation (+ Hypokaliämie)
  • bei multifokaler Form oft zugrundeligende Kardiomyopathie, Cor pulmonale
  • oft Zufallsbefund bei Gesunden

Epidemiologie

Atriale Reentry-Tachykardie

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Die atrialen Reentry-Tachykardien treten oft bei organischen Herzerkrankung, besonders nach kardiochirurgischen Eingriffen.


Differentialdiagnosen

Atriale Reentry-Tachykardie

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Anamnese

Atriale Reentry-Tachykardie

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Bei der atrialen Reentry-Tachykardie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Herzrasen?
  • Anfallsartig auftretend?
  • Schwindel, Ohnmacht? Andere ähnliche Beschwerden
  • Brust -/Herzschmerzen?
  • (Wodurch) läßt sich Herzrasen beenden?

Diagnostik

Atriale Reentry-Tachykardie

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Zur diagnostischen Abklärung der atrialen Reentry-Tachykardie sind relevant:

  • Pulspalpation
  • Ruhe- EKG: unauffällig 
  • EKG im Anfall: Regelmäßige Tachykardie (150-200/min) mit normalem QRS-Komplex, veränderte P-Konfiguration. P-Wellen vor QRS-Komplex. Bei multifokaler Form mindestens 3 unterschidliche P-Konfigurationen mit wechselnden PP-, PQ-Intervallen
  • Langzeit-EKGs, ggf. "Event-Recorder" zur Dokumentation der Rhythmusstörung

Klinik

Atriale Reentry-Tachykardie

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Die atriale Reentry-Tachykardie kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Herzrasen, meist über Minuten-Stunden, anfallsartig
  • ggf. bei begleitender Herzerkrankung: Hypotonie, Schwindel, Dyspnoe, Angina pectoris, Synkope, kardiogener Schock

Therapie

Atriale Reentry-Tachykardie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei atrialer Reentry-Tachykardie umfassen:

  • Valsalva-Preßversuch, Massage des Karotissinus (nur nach vorherigem Ausschluß von Atheromatose), kaltes Wasser ins Gesicht
  • Betablocker: Metoprolol 5 mg i.v.
  • Verapamil 5 mg i.v., ggf. Digitalis (erst Intoxikation ausschliessen) 
  • Elektrokardioversion in Kurznarkose bei Tachykardie-bedingten Beschwerden und Versagen der Medikation
  • EPU und Ablationstherapie des Foci 

Komplikationen

Atriale Reentry-Tachykardie

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Komplikationen der atrialen Reentry-Tachykardie:

  • Vorhofflattern
  • Vorhofflimmern
  • thromboembolische Ereignisse

Zusatzhinweise

Atriale Reentry-Tachykardie

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In der Literatur wird die atriale Reentry-Tachykardie oft mit dem atypischen Vorhofflattern gleichgesetzt.


Literaturquellen

Atriale Reentry-Tachykardie

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  1. (2001) Braunwald, Zipes, Libby - Heart Disease - Saunders, Philadelphia, USA
  2. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  3. (2010) Michels G, Kochanek M - Repetitorium: Internistische Intensivmedizin - Springer
  4. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  5. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  6. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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