Atmungsgebundene Schlafstörung

Definition

Atmungsgebundene Schlafstörung

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  • Die atmungsgebundene Schlafstörung ist gekennzeichnet durch intermittierende Unterbrechung des Atemstroms für mindestens 10s während des Schlafes.

Ätiologie

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Zur Ätiologie der atmungsgebundenen Schlafstörung liegen folgende Angaben vor:

Unterschieden werden 2 Formen:

  • Obstruktives Schlafapnoesyndrom (90%): Kollaps der oberen Atemwege durch verminderte elektromyographische Aktivität der oberen Atemwegsmuskeln
  • Zentrales Schlafapnoesyndrom (10%): Atemmuskulatur mangels zerebraler Stimulation inaktiv (meist durch Defekt der ventilatorischen Chemosensitivität bedingt)

Epidemiologie

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Zur Epidemiologie der atmungsgebundenen Schlafstörung liegen folgende Angaben vor:

  • 4% der Männer und 2% der Frauen im mittleren Lebensalter betroffen
  • Risikofaktoren: Übergewicht, Alkoholkonsum


Differentialdiagnosen

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Bei der atmungsgebundenen Schlafstörung sind folgende Informationen von Bedeutung:

Obstruktive Schlafapnoesyndrom:

  • Schnarcher ?
  • Alkoholkonsum ?
  • Klagt der Patient über Tagesmüdigkeit, jedoch nicht über Schlaflosigkeit ?
  • Fremdanamnese des Partners nach Atempausen

Diagnostik

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Zur diagnostischen Abklärung der atmungsgebundenen Schlafstörung sind relevant:

  • Ohroxometrie
  • Polysomnographie

Klinik

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Die atmungsgebundene Schlafstörung kann folgende Symptome zeigen:

Obstruktive Form:

  • Schnarcher
  • Tagesschläfrigkeit
  • evtl. Konzentrationsschwäche, Intelligenzabbau, Verhaltensstörungen, Persönlichkeitsänderungen

Zentrale Form:

  • Schlaflosigkeit
  • Schlafunterbrechung mit häufigem Erwachen während der Nacht

Therapie

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Die therapeutischen Möglichkeiten der atmungsgebundenen Schlafstörung umfassen Folgendes:

Obstruktive Form:

  • Allgemein: Gewichtsreduktion, Alkoholverzicht, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper
  • Dentale Applikatoren zur Verlagerung des Unterkiefers und der Zunge nach vorne
  • Nasale CPAP (Continous Positive Airway Pressure)
  • Operativ: Tracheotomie, Uvulopalatopharyngeoplastik (bei Versagen der CPAP)

Zentrale Form:

  • nächtliche O2-Zufuhr
  • Acetazolamid
  • in selteneren Fällen: CPAP, adaptive Servo-Ventilation, assistierte Beatmung, Diaphragma-Pacing

Komplikationen

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Bei der atmungsgebundenen Schlafstörung kommen folgende Komplikationen vor:

Obstruktive Form:

  • nächtliche Hypertonie
  • Sinusbradykardie
  • pulmonale Hypertonie (in schweren Fällen: Cor pulmonale)
  • Asystolien
  • tachykarde Rhythmusstörungen 
  • Kammerflimmern
  • Neuropsychiatrische Störungen

Zentrale Form:

  • Depression
  • Libidoverlust

Zusatzhinweise

Atmungsgebundene Schlafstörung

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Zu der atmungsgebundenen Schlafstörung liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Atmungsgebundene Schlafstörung

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1. Piper W (2007) - Innere Medizin - Springer, Heidelberg

  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

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