Atemnotsyndrom

Synonyme: Surfactantmangel-Syndrom

Definition

Atemnotsyndrom

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Das Atemnotsyndrom wird in der Regel durch einen Surfactant-Mangel verursacht.

Manifestation:kurz nach der Geburt als rasch progrediente Ateminsuffizienz.


Ätiologie

Atemnotsyndrom

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Risikofaktoren beim Atemnotsyndrom:

  • Gestationsalter < 35. SSW
  • Geburtsgewicht < 2000g

Pathogenese des Atemnotsyndroms:

Surfactant vermindert die Oberflächenspannung der Alveolen, Dadurch wird ein Alveolarkollaps in der Expiration verhindert. Bei Surfactantmangel ist dieser Mechanismus gestört.


Epidemiologie

Atemnotsyndrom

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Das Atemnotsyndrom ist die häufigste Todesursache der Neonatalperiode:

1% aller Neugeborenen

Frühgeborene (<30 Gestationswochen): 60%


Differentialdiagnosen

Atemnotsyndrom

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Anamnese

Atemnotsyndrom

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Bei der Anamnese des Atemnotsyndroms sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Gestationswoche?
  • Hypoxämie?
  • Hyerkapnie?
  • Hat die Mutter 48h vor Geburt Kortikosteroide erhalten?

Diagnostik

Atemnotsyndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des Atemnotsyndrom sind relevant:

  1. BGA: Hypoxämie, Hyperkapnie
  2. RG-Thorax: Stadieneinteilung des ANS in 4 Grade:
  • St. 1: Fein granuläre Zeichnung der ganzen Lunge
  • St. 2: Zusätzl. positives Luftbronchiogramm
  • St. 3: Zusätl. unschärfe des Herzschattens und der Zwerchfellkonturen
  • St. 4: Weiße Lunge

Klinik

Atemnotsyndrom

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Beim Atemnotsyndrom kommt es unmittelbar nach Geburt oder innerhalb der ersten Lebensstunden zu :

  • Dyspnoe
  • Tachypnoe
  • Nasenflügeln
  • expirat. Stöhnen
  • Einziehungen
  • abgeschwächtes Atemgeräusch
  • graues Hautkolorit
  • Zyanose

Therapie

Atemnotsyndrom

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Therapeutische Maßnahmen beim Atemnotsyndrom sind:

symptomatisch:

  • Sauerstoffgabe
  • maschinelle Beatmung: Zunächst mittels CPAP, bei anhaltender Hypoxämie: Intubation (kontrollierte Beatmung).
  • Infusionstherapie
  • Vermeidung von Wärmeverlust

Oberstes Gebot: minimal Handling der Kinder

Kausal:

  • Surfactant-Substitution Intrabronchial (über den Tubus):Natürliche Präparate aus Rinder-/Schweinelungen wirken stärker als synthetisch hergestellte

10-30 Min nach Surfactant-Gabe: Verminderung des O2-Bedarfs.

Prophylaxe:

  • Lungenreifungsbehandlung präpartal:  48h VOR Geburt i.v.Gabe von Betamethason an die Mutter. Dadurch wird die kindliche Surfactant-Synthese induziert.
  • optimale primär Reanimation von Risikokindern

Komplikationen

Atemnotsyndrom

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Beim Atemnotsyndrom kommen folgende Komplikationen vor:

  • pulmonales interstitielles Emphysem
  • Pneumothorax
  • Pneumomediastinum
  • Pneumoperitoneum
  • Pneumoperikard
  • Bronchopulmonale Dysplasie
  • PDA
  • PFC-Syndrom
  • NEK
  • Hirnblutungen

Zusatzhinweise

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Zum Atemnotsyndrom sind derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vorhanden.


Literaturquellen

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  1. Friedrich Karl Sitzmann- Duale Reihe- Thieme (2002)
  2. Ania Carolina Muntau - Intensivkurs Pädiatrie - Urban und Fischer (2007)

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