Aspergillose des ZNS

Synonyme: Aspergillose des ZNS, neuronale Aspergillose

Definition

Aspergillose des ZNS

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Die Aspergillose ist eine Infektion und Entzündung des ZNS durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus.


Ätiologie

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Die Ursachen einer Aspergillose sind:

  • lokale Infektion mit Aspergillus spp., die sekundär ins ZNS vordringt
  • Risikofaktoren: Neutropenie, Immunsuppression (Diabetes mellitus, Zytostatika, Steroidtherapie, HIV-Infektion, Z.n. Transplantation, Malignome)

Epidemiologie

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Die Aspergillose ist relativ häufig. Die Inzidenz aller Pilzinfektionen des ZNS beträgt 60/100.000.

  • Kryptokokkose als häufigste Form

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Aspergillose sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Allgemeinsymptome: Fieber, Kopfschmerz, Diarrhoe?
  • fokal-neurologische Ausfälle (Sehstörungen, Paresen)?
  • prädisponierende Vorerkrankungen?
  • immunsuppressive Therapie / Medikamentanamnese?
  • Drogenanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Aspergillose sind relevant:

  • neurologische Untersuchung
  • Labor: Nierenretentionsparameter, Transaminasen, Blutbild, Elektrolyte vor antimykotischer Therapie
  • Liquorpunktion: lymphozytäre Pleozytose (einige hundert Zellen), Gesatmprotein erhöht, intrathekale Immunglobulinproduktion, Liquorkultur (mind. 5x einsenden!), mikroskopischer Nachweis
  • cCT/cMRT: Abszesse, Raumforderungen, Ödem, hämorrhagische Infarkte
  • Hirnbiopsie

Klinik

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Die Aspergillose kann eine oder mehrere der folgendes Symptome zeigen:

  • Pneumonie, evtl. mit Hämoptysen
  • Fieber
  • rasch progrediente Bewusstseinseintrübung
  • Heimsymptomatik
  • epileptische Anfälle
  • Hirndruckzeichen: Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Singultus

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten der Aspergillose  umfassen folgendes:

  • Eintrittspforte sanieren

Antimykotische Therapie:

  • Amphotericin B 1 x 0,25mg/kgKG i.v. in 50ml Glucose 5% auflösen, anschliessend in 250ml Fettlösung 10% aufnehmen, über 4h infundieren; über 3 Tage auf 0,75-1,0mg/kgKG steigern
  • Flucytosin 35-50mg/kgKG i.v. alle 6 h als Kurzinfusion
  • Kombination aus beiden bei halber Amphotericin-Dosis
  • Voriconazol

Kontraindikationen: Schwangerschaft, schwere Nieren-/Leberfunktionsstörungen


Komplikationen

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Komplikationen der Aspergillose sind:

  • cerebrale Hämorrhagien
  • persistierende neurologische Defizite
  • Leber-/Nierenschäden, Arrhythmien, Blutbildveränderungen durch Antimykotika

Zusatzhinweise

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  • Erregernachweis häufig erfolglos!

Literaturquellen

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1. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

2. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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