Arzneimittelinduzierte Dyschromien

Definition

Arzneimittelinduzierte Dyschromien

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Bei den arzneimittelinduzierten Dyschromien handelt es sich um Farbveränderungen der Haut durch exogen zugeführte Substanzen.


Ätiologie

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Die Ätiologie der arzneimittelinduzierten Dyschromien gilt bis heute als nicht eindeutig geklärt.

Zu den häufigsten Medikamenten, die eine Dyschromie verursachen können, gehören:

  • Tetracycline
  • Antimalariamittel
  • Amiodaron
  • Imipramin
  • Clofazimin
  • Silberhaltige Arzneimittel 

Epidemiologie

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  • Die arzneimittelinduzierten Dyschromien treten meist nach einer Langzeittherapie mit einem bestimmten Medikamenten bevorzugt im Erwachsenenalter auf.
  • Männer und Frauen sind von der Erkrankung etwa gleich häufig betroffen. 

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den arzneimittelinduzierten Dyschromien sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautveränderung erschienen? 
  • Beschwerden: Schmerzhaftigkeit? Brennen? 
  • Befall? Lokalisation? Verlauf? 
  • Frühere Hauterkrankungen? 
  • Bekannte Grunderkrankungen?
  • Gehäuftes Auftreten bei Angehörigen? andere bekannte Grunderkrankungen in der Familie?
  • Allergien? 
  • Medikamenteneinnahme! 
  • Bisherige therapeutische Maßnahmen? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der arzneimittelinduzierten Dyschromien sind relevant:

  • Anamnese, Grunderkrankungen, Medikamentenanamnese
  • Klinisches Bild
  • Histopathologie 

Klinik

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Die arzneimittelinduzierten Dyschromien bei Langzeittherapie mit Tetracyclinen (Minocyclin,Methacyclin) sind durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:

  • Tetracyclinen werden bevorzugt zur Therapie von Patienten mit Akne oder Rosazea verwendet.
  • Die Hautveränderungen treten erst bei einer kumulativen Dosis von über 100 mg auf.
  • Prädilektionsstellen: Arme, Unterschenkel, Knöchel, seltener Befall der Mukosa, Skleren, Zähne. Es können Pigmentierungen der inneren Organen, des Kieferknochens, der Schilddrüse und der Herzklappen vorkommen.
  • Hauteffloreszenzen: umschriebene oder generalisierte, blauschwarze, flächige Hautverfärbungen.
  • Histopathologie: Nachweis sowohl von Eisen als auch von Melanin in den Granula.

Die Hautveränderungen, die bei einer langen Therapie mit Antimalariamitteln (Chloroquin, Hydroxychloroquin) vorkommen können, sind durch folgende Eigenschaften charakterisiert:

  • Die Hautverfärbungen treten erst bei einer Therapiedauer von über 3-4 Monate, bei jedem 4. Patienten auf. 
  • Prädilektionsstellen: Gesicht, Nacken, harter Gaumen, Schienbeinkanten, Nägel, seltener Befall der Konjuktiven, der Nase, des Epiglottis.
  • Hauteffloreszenzen: bräunliche bis graubraune oder sogar blauschwarze, metallisch glänzende Hautverfärbungen.

Hautpigmentierungen bei längerer Verwendung von silberhaltigen Medikamenten:

  • Prädilektionsstellen: Eine Argyrose kann lokalisiert oder generalisiert auftreten.
  • Hauteffloreszenzen: metallisch, matt glänzende, grau-schwärzliche Hautverfärbung (Argyrose).
  • Die Argyrose ist derzeit ein sehr selten auftretendes Krankheitsbild.
  • Die silberhaltigen Präparate wurden früher sehr häufig zur Therapie von Gastritiden, Magenulcera verwendet. Heute ist diese Behandlung obsolet.

Dyschromien bei Therapie mit Amiodaron:

  • Indikationen zur Therapie mit Amiodaron: schwere ventrikuläre und supraventrikuläre Arrythmien.
  • Hautveränderungen können ab einer kumulativen Dosis von mindestens 50 g auftreten.
  • Hauteffloreszenzen: blaugraue bis schwarzviolette Pigmentierung bevorzugt im Gesicht und an den Handrücken.
  • Weitere Nebenwirkungen:  Photosensitivitätsreaktionen.
  • Histopathologie: Ablagerungen eines  lipidähnlichen Materials in den Lysosomen. 

Dyschromien bei Therapie mit Imipramin

  • Imipramin gehört zu der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Das Medikament wird zur Behandlung depressiver Erkrankungen und bei chronischen Schmerzzuständen angewendet.
  • Die arzneimittelinduzierten Dyschromien treten erst nach mind. 2-jähriger Therapie auf.
  • Betroffen sind vor allen die lichtexponierten Hautarealen (Gesicht, Streckseiten der Arme).
  • Hautveränderungen: rundlich-ovale, gelblich-bräunliche Pigmentierungen in der oberen und mittleren Dermis.

Dyschromien bei Therapie mit Clofazimin:

  • Indikationen: lepromatöse Lepra, Infektion mit Mycobacterium avium intracellulare, diskoider Lupus erythematodes, Pyoderma gangraenosum, granulomatöse Dermatosen.
  • Hautveränderungen: orangerote Pigmentierungen. 

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei arzneimittelinduzierten Dyschromien umfassen folgendes:

  • Suche nach krankheitsauslösenden oder - unterhaltenden Faktoren.
  • Medikamente absetzten.

Verlauf:

  • Rückbildung der Hautpigmentierung erst nach mehreren Monaten. 

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der arzneimittelinduzierten Dyschromien sind derzeit keine Daten verfügbar.


Zusatzhinweise

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Zu den arzneimittelinduzierten Dyschromien liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg, 5. Auflage
  2. (1999) Konrad Bork - Arzneimittelnebenwirkungen an der Haut: Klinik - Diagnostik zur Erkennung der auslösenden Medikamente - Pathogenese - Therapie - Schattauer Verlag, 2. Auflage
  3. (2002) Constantin E. Orfanos, Claus Garbe - Therapie der Hautkrankheiten - Springer Verlag, 2. Auflage
  4. (2008) Konrad Bork, Walter Burgdorf, Nikolaus Hoede - Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten: Klinik, Diagnostik und Therapie. Atlas und Handbuch - Schattauer Verlag, 3. Auflage
  5. (2009) Peter Fritsch - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  6. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
  7. (2010) Rote Liste
  8. (2006) Axel Trautmann - Allergiediagnose, Allergietherapie - Georg Thieme Verlag
  9. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  10. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  11. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag
  12. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

Assoziierte Krankheitsbilder zu Arzneimittelinduzierte Dyschromien

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