Appendizitis

Synonyme: Blinddarmentzündung, Entzündung des „Wurmfortsatzes“

Definition

Appendizitis

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Die Appendizitis ist eine Entzündung der Appendix vermiformis (Wurmfortsatz). Sie ist die häufigste Ursache des akuten Abdomens im Kintesalter.


Ätiologie

Appendizitis

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Die Ursachen einer Appendizitis sind:

  • Endtzündung des Wurmfortsatzes unterschiedlichen Schweregrades
    -> akut, phlegmonös, perforiert, subakut, chronisch
  • Entstehung wird durch Beeinträchtigung des Darmlumens begünstigt
    -> Stauung, Verlegung, Verengung, Narbenstränge, Kotsteine, intestinale Infekte
  • Eindringen von pathogenen Keimen in die Appendixwand
  • Bacterioides fragilis, Escherichia coli

Einteilung nach klinischem Verlauf:

  • subacuta
  • acuta¨
  • chronica
  • perforiert

Epidemiologie

Appendizitis

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Zur Epidemiologie einer Appendizitis:

  • Altersgipfel zwischen 9.-14. Lebensjahr

Differentialdiagnosen

Appendizitis

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Anamnese

Appendizitis

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Zur Anamnese der Appendizitis sind folgende Fragen wichtig:

  • die Appendizitis kann im Kindesalter sehr variabel und inkonstant sein
  • Bauchschmerzen?
  • Lokalisation? rechter Unterbauch
  • Schmerzcharakter?
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Diagnostik

Appendizitis

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Folgendes ist zu Diagnostik der Appendizitis wichtig:

  • Klinische Untersuchung einer Appendizitis (insbesondere auch im Verlauf) entscheidend

Labor: Erhöhung der Leukozyten (10.000-15.000) und des CRP Sonographie: Kokardenstruktur -> rundlich mit hellem Zentrum und dunklem Rand, evtl. freie Flüssigkeit im Bauch

!!! blandes Entzündungszeichen, negatives Sono schliessen Appendizitis nicht aus. Diagnose ist klinisch zu stellen !!!


Klinik

Appendizitis

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Die Appendizitis stellt sich klinisch folgendermassen dar:

  • die Appendizitis kann im Kindesalter sehr variabel und inkonstant sein
  • bei keinen Kindern typerweise, schneller Verlauf und gelegentlich Pressatmung
  • Druckschmerz und lokale Abwehrspannung im rechten Unterbauch über Lanz- und McBurney.
  • Kontralateraler Loslassschmerz, Klopfschmerz
  • Rovsing – Zeichen positiv
  • Fieber mit einer Temperaturdifferenz rektal–axillär von 1°C
  • Anziehen des rechten Beines aufgrund benachbarter Lage zum M.psoas
  • schmerzhafte rektal-digitale Untersuchung v.a. rechtsseitig

Therapie

Appendizitis

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Die Therapie der Appendizitis umfasst:

  • subakute Verläufe: -> engmaschige Kontrolle, Nahrungskarenz, Bettruhe
  • bei persistierenden Symoptomen und Zunahme der Entzündungszeichen
    -> Operation 

Mögliche Operationswege:

  • abdominal -> Wechselschnitt
  • pararektal-> bei fortgeschrittenen Entzündungen
  • laparoskobisch
    -> Vorteil: weniger postoperative Verwachsungen

perforierte Appendizitis:

  • Spülung der Bauchhöle mit Ringer-Lösung
  • Einlage einer Drainage
  • zur Peritonitisprophylaxe i.v. Antibiose perioperativ beginnen und Weiterführung über 5-7 Tage
  • bei gedeckten Perforationen kann abgewartet werden bis Entzündung abgeheitl ist
    -> wichtig: i.v. Antibiose, parenterale Ernährung, Bettruhe

Komplikationen

Appendizitis

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Komplikationen einer Appendizitis:

  • Perforation
  • Stumpfinsuffizienz
  • Peritonitis

Zusatzhinweise

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Appendizitiszeichen:

  • McBurney-Punkt
    -> halbe Strecke zwischen Nabel und Spina iliaca anterior supperior
  • Lanz-Punkt
    -> ein Drittel der Strecke zwischen beiden Spinae iliacae anterior supperior
  • Bloomberg-Zeichen
    -> kontralateraler Losslasschmerz mit Schmerzen rechtsseitig durch peritoneale Reizung
  • Rovsing-Zeichen
    -> Ausstreichen des Kolons Richtung Zökum ist schmerzhaft
  • Psoas-Zeichen
    -> Anheben des Beines gegen Wiederstand, hat höchste Spezifität wenn positiv, dann meistens retrozökale Lage

Lagetypen des Appendix:

  • meist präzokal
  • 25% retrozökal
  • parazäkal
  • Tiefstand oder Hochstand im kleinen Becken

Literaturquellen

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  1. (2009) Michael J Lentze, K Heyne -  Pädiatrie: Grundlagen und Praxis - Springer
  2. G.H. Willital, R.R. Lehmann, Chirurgie im Kindesalter, Spitta Verlag Balingen, 2000, ISBN 3-932753-57-7
  3. (2009) Christian P. Speer,Manfred Gahr - Pädiatrie - Springer

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