Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich

Synonyme: Augenpflege, Augenfaltenpflege, Pflege der Augenpartie, Faltenbehandlung im Augenbereich

Definition

Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich

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Die Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich beinhaltet den Einsatz dermatokosmetischer Wirkstoffe mit dem Ziel, Hautalterungserscheinungen zu minimieren und ein ästhetisches Äußeres zu bewahren.


Ätiologie

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Folgende Faktoren fördern die Hautalterung bzw. die Faltenbildung:

Anlagebedingt:

  • genetische Disposition
  • Chronische Erkrankungen: Atopie, Neurodermitis, Diabetes mellitus, Leber-, Gallen-, Nierenerkrankungen etc.
  • Vitaminmangel 
  • gestörtes Gleichgewicht zwischen den physiologischen Parametern: Feuchtigkeitsgehalt, Talgproduktion, Verhornung und Abschuppung

Äußere Faktoren:

  • Anwendung von austrocknenden Externa
  • intensive Anwendung von Seifen, häufiges Duschen oder Baden (Übermäßige Körperpflege)
  • häufige Sonnenbrände, UV-Strahlung
  • Rauchen, Stress
  • Medikamente

Epidemiologie

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  • Die ersten Fältchen entwickeln sich schon ab dem 30. Lebensjahr.
  • Frauen leiden mehr unter der Bildung von den  Falten als Männer.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Vor der Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bisherige Externa?
  • Ziele und Wünsche des Patienten
  • Abklärung und Besprechung von Risikofaktoren für die Faltenbildung (u.a. Rauchen, UV-Bestrahlung)
  • Den Patienten nach Hauttyp (fett?/trocken?) fragen (subjektives Empfinden des Patienten)
  • bekannte Hauterkrankungen (Atopie)? evtl. Lidekzeme (in der Vergangenheit) mit jahreszeitlicher Schwankung (Atopie)?
  • bekannte Grunderkrankungen?
  • Erkrankungen in der Familie?
  • Vorbehandlungen mit Fillern/Botulinum-Toxin? Verträglichkeit?
  • Beruf? Hobbys?
  • Allergien?
  • Medikamentenanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung vor der Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich sind relevant:

  • Anamnese

Klinisches Bild 


Klinik

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Die reifere Haut im Augenbereich wird durch die folgenden klinischen Merkmale gekennzeichnet:

  • dünne, trockene, wenig elastische, leicht verletzbare Haut
  • zigarettenpapierartige, atrophische Haut
  • evtl. Lidschwellung, Tränensäcken
  • Rötung
  • Juckreiz

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten umfassen folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Aufklärung bzw. Beratung des Patienten.
  • Empfehlung bzw. Rezeptierung von geeigneten Externa. Sie sollten die natürliche Schutzbarriere der Haut erhalten und möglichst wenig potentiell allergieinduzierende Kontaktallergene enthalten (z.B. Parabene). Anwendung: 1- bis 2-mal täglich (Reinigung und Pflege). Teils Kombinationsbehandlungen mit Hyaluronsäure (intradermale Injektionen) - auch prophylaktisch - sinnvoll.
  • Berücksichtigung der jahreszeitlichen Schwankungen (fettärmere Externa im Sommer, fettreichere im Winter). Gerade für den Sommer sind Augencremes mit UV-Schutz empfehlenswert.
  • Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, nicht unterschiedliche Externa gleichzeitig bzw. unkontrolliert anzuwenden. Meist ist es sinnvoll mit dem Patienten gemeinsam Externa (möglichst wenige) auszuwählen und die Anwendungshäufigkeit dem Empfinden des Patienten zu überlassen.
  • Regelmäßige Verlaufskontrollen im Vorfeld vereinbaren.
  • Mögliche Kontaktallergien sollten berücksichtigt werden.
  • Ein Kontakt mit der Augenschleimhaut oder das "Zerlaufen" der Externa in das Auge sind zu vermeiden (Abstand vom Auge, sehr geringe Mengen bei der Pflege zu verwenden).

Reinigung und Pflege, vorbeugende Maßnahmen:

  • regelmäßige, gründliche Gesichtsreinigung mit lauwarmem Wasser oder einer Lotion, damit Schmutzreste, abgestorbene Zellschichten sowie Reste kosmetischer Produkte vollständig entfernt zu werden. Reinigungsmilch, -lotions, -cremes: mit den Fingerkuppen sanft einmassieren, danach mit einem Kosmetiktuch vorsichtig abnehmen, den Rest evtl. mit Wasser abwaschen.
  • keine intensive Anwendung von Seifen: führt besonders bei der reiferen Haut zur Austrocknung und Schuppung, später auch zu Juckreiz, Ausschlag oder Bildung von Hautekzemen. Besonders nachteilig sind die alkalischen Seifen, weil sie den natürlichen Säuremantel der Haut zerstören.
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2-3 Liter/Tag.
  • bei Neigung zu Lidschwellung oder Tränensäcken: Anwendung von eiweißhaltigen, möglichst unparfümierten Lid-Gelen: mit den Fingerkuppen sanft von außen nach innen um das Auge herum einmassieren; evtl. Anwendung von kühlen Augenkompressen (5ºC) oder Augenmaske.
  • Anwendung von Augenpflegecremes mit den Inhaltstoffen Aloe Vera oder Allantoin (Feuchtigkeitsspender).
  • Sonnenbrille; gerade für den Sommer sind Augencremes mit Lichtschutzfaktor empfehlenswert.
  • regelmäßiges Augentraining: Bewegung der Augen, Zukneifen.

Therapie bei Faltenbildung im Augenbereich:

  • Botulinumtoxin A-Injektion: Botulinumtoxin (ein von anaeroben Bakterien der Gattung Clostridium botulinum prodiziertes Exotoxin), Wirkung: selektive Blockade von cholinergen Nervenimpulsen, d.h. gezielte Botulinumtoxin-A-Injektion in definierte mimische Muskelpartien  führt zur Ausschaltung der mechanisch bedingten Faltenentstehung; Indikationen: Korrektur von Folgen der Hautalterung, Symmetrieherstellung von Gesichtern, Korrektur hypertropher und kelloider Narben, etc.; am meisten behandelten Hautregionen sind: oberes Gesichtsdrittel, Mundregion, Kinn-, Hals-, Dekolletéregion; Klinische Wirkung: nach 24-72 h, Maximale Wirkung: nach 1-2 Wochen, Wirkungsdauer: in der Regel 3 Monate, lässt dann schrittweise nach; NW: Schmerzen an der Injektionsstelle, grippeähnliche Symptomatik, Kopfschmerz, etc.
  • Chemical Peeling (Aufbringen von chemischen Säuren auf die Haut zur Entfernung der obersten Hautschichten): Vorgehen: die Haut wird mit Tretinoin-, Hydrochinon- oder Fruchtsäurecremes über 4-6 Wochen vorbehandelt; kurz vor der Behandlung: Entfettung der Haut mit Waschether oder Azeton; empfindliche Hautregionen z.B. Augen- und Mundwinkel werden mit Vaselin abgedeckt; mit einem Wattetupfer wird die Peelingsflüssigkeit gleichmäßig auf die Haut aufgetragen; mehrere Tage nach der Behandlung mit Chemical Peeling sollte die Haut nur mit klarem Wasser abgewaschen werden.
  • Dermabrasion (mit feinen Drahtbürsten oder Diamantfräsen): mechanisches Verfahren zur Abschleifung der Haut; Indikationen: bei starker Verhornung der Haut (Hyperkeratose), Narben, die z. B. durch Unfälle oder Akne entstanden sind, zur Entfernung oberflächlicher Tätowierungen, bei Pigmentveränderungen (Farbveränderungen) der obersten Hautschichten, bei gutartigen Hautveränderungen (z. B. Altersflecken); bei zu dünner Haut wie z.B. im Augenbereich kann die Dermabrasion nicht angewendet werden (Gefahr vor Narbenbidlung).
  • Augmentation mit körperfremden Materialien (Filler) wie z.B.: xenogenes Kollagen, Hyaluronsäure, Polymilchsäure (temporäre Substanzen) oder Polymethylmethacrylat, Goretex, Goldfäden (permanente Filler); oder Augmentation mit körpereigenem Material: Eigenfett, das durch Liposuktion gewonnen worden ist. Indikationen: eingesunkene Narben, ausgebrannte Akne, Atrophien, tiefe Grabellafalten, sonstige Falten, Lippenvergrößerung, Wangenakzentuierung; Technik: intradermale, dermale, subdermale oder kombinierte Implantation; Zwei verschiedene Injektionstechniken: Injektion kleiner, punktueller Depots (v.a. zur Korrektur von kleinen Falten) und Injektion eines subdermalen strangförmigen Depots mittels Tunneltechnik (v.a. zur Korrektur von tiefen Falten); Wichtig: vor der Behandlung immer Intrakutantestung durchführen (Ausschuss von Allergien vom Soforttyp, verzögerten Typ, von Fremdkörperreaktionen)!; Wirkungsdauer: 6-12 Monate; Komplikationen: Ulzerationen, Abszesse, Fremdkörpergranulome; KI: rheumatische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen. 

Komplikationen

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Bei einer ungeeigneten Anti-Falten-Pflege für den  Augenbereich können folgenden Komplikationen vorkommen:

  • Lidschwellung, Rötung, Juckreiz
  • Infektion
  • Allergische Reaktionen
  • Narbenbildung

Zusatzhinweise

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Zur Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M – Dermatologie und Venerologie – Springer Verlag, Heidelberg
  2. (1998) Dr. med. Ferdinand Vennemann/Annette Jordan - Aktiv gegen Falten - Schlütersche Verlag
  3. (2003) Dirschka Th, Sommer B, Usmiano J - Leitfaden Ästhetische Medizin - Elsevier, Urban & Fischer Verlag, Jena München
  4. (2008) Jean Krutmann, Thomas Diepgen, Claudia Billmann-Krutmann - Hautalterung: Grundlagen- Prävention- Therapie - Springer Verlag, 2. Auflage
  5. (2003) Wolf-Ingo Worret, Wolfgang Gehring -  Kosmetische Dermatologie - Springer Verlag
  6. (2010) Rote Liste
  7. (2008) Sabine Ellsässer - Körperpflegekunde und Kosmetik - Springer Verlag, 2. Auflage
  8. (2005) Werner Voss, Stefan Siebrecht, Roland Jermann - Gesunde Haut - Georg Thieme Verlag
  9. (2005) Ingrid Moll - Duale Reihe, Dermatologie - Thieme Verlag, 6. Auflage
  10. (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann - Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
  11. (2006) Alexander Meves - Intensivkurs Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  12. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
  13. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  14. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  15. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag

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