Antiarrhythmika in der Reanimation

Definition

Antiarrhythmika in der Reanimation

Bearbeitungsstatus ?

Im Falle einer Reanimation werden folgende Antiarrhytmika eingesetzt:

  1. Amiodaron
  2. Atropin
  3. Lidocain

Ätiologie

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Die Wirkung unterschiedlicher Antiarrhytmika:

Amiodaron:

  • Klasse III Antiarrhythmikum
  • Führt atrial und ventrikulär zu Verlängerung von Aktionspotenzialen und Refraktärzeit
  • Verlängerung der atrioventrikulären Überleitungszeit
  • -> leicht negativ inotrop mit alpha-adrenerger Blockade -> Hypotension

Atropin:

  • Parasympatholoytikum
  • Antagonisiert muskarinisches Acetylcholin

Lidocain:

  • Klasse I Antiarrhythmikum
  • Verkürzt Refraktärzeit
  • Unterdrückt ektope Zentren

Epidemiologie

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Zur Epidemiologie der Antiarrhythmika sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Die Anamnese ist nicht möglich wegen dem Einsatz in der kardiopulmonalen Reanimation.


Diagnostik

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Die verschiedenen Handelsnamen von Antiarrhythmika sind:

Amiodaron: Cordarex ®

Atropin: Atropin ®

Lidocain: Xylocain ®


Klinik

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Die Indikation ist je nach Wirkstoff für die Antiarrhythmika unterschiedlich:

Amiodaron:

  • bei Kammerflattern/-flimmern ->
  • bei pulsloser ventrikulärer Tachykardie ->

wenn 3. Defibrillationsversuch erfolglos blieb.

Atropin:

  • bei Asystolie
  • bei pulsloser elektrischer Aktivität mit HF unter 60 /min

Lidocain:

  • bei ischämisch bedingten, ventrikulären Arrhythmien

Therapie

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Die Dosierung von Antiarrhythmika:

Amiodaron:

  • 300mg als Bolus intravenös oder intraossär
  • keine endobronchiale Applikation möglich!
  • bei 4. erfolglosem Versuch der Defibrillation: erneut 150mg + kontinuierliche Infusion 900mg/24h

Atropin:

  • 3mg intravenös oder intraossär

Lidocain:

  • Nach 3. erfolgloser Defibrillation
  • 100mg intravenös oder intraossär (1 bis 1,5mg/kg Körpergewicht - maximal 3mg /kg Körpergewicht)
  • Bei wiederholter Gabe 50mg
  • Nur Anwendung, wenn kein Amiodaron zur Verfügung steht. (Amiodaron zeigt in Studien einen besseren Effekt)

Komplikationen

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Zu den Komplikationen von Antiarrhythmika liegen derzeit keine Informationen vor.


Zusatzhinweise

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Bisher existiert kein wissenschaftlicher Beleg, dass der Einsatz von Antiarrhythmika zu einer günstiger Beeinflussungder Reanimation führt.


Literaturquellen

Antiarrhythmika in der Reanimation

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Reanimation - Empfehlunge für die Wiederbelebung. Bundesärztekammer, 4. Auflage - Deutscher Ärzte Verlag, Köln

Duale Reihe Innere Medizin (2009) - Thieme, Stuttgart

  • (2009) Larsen R - Praxisbuch Anästhesie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Striebel HW - Anästhesie und Intensivmedizin für Studium und Pflege - Schattauer GmbH
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