Anfallsweises Erröten

Synonyme: Episodisches Erröten, Flushing

Definition

Anfallsweises Erröten

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Bei dem anfallsweisen Erröten handelt es sich um eine anfallsweise, spontane oder nach körperlicher Anstrengung auftretende, heftige Hautrötung mit Hitzegefühl vor allem im Bereich des Gesichts, des Halses oder des Sternums.


Ätiologie

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Folgende Faktoren können das Entstehen eines anfallsweisen Errötens verursachen:

  • Emotionall ausgelöste Erytheme (Erythema e pudore) 
  • körperliche Anstrengung
  • hohe Blutdruckwerte
  • physikalische Auslöser: Hitze
  • Genuss von Kaffee
  • Genuss von glutamathaltigen Speisen z.B. in chinesischen Restaurants
  • Alkoholkonsum
  • Sherry, Rotwein in Kombination mit Käsesorten
  • Arzneimittel: β-Laktam-Antibiotika, Chlorpropamid, Disulfiram, Griseofulvin, Kalziumcarbamid, Metronidazol, Phentolamin etc.
  • endokrinologisch: typisches Phänomen bei Frauen in der Menopause
  • Neoplasien: Hyperendorphin-Syndrom, Karzinoid-Syndrom, Mastozytose, Pankreaskarzinom


Epidemiologie

Anfallsweises Erröten

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  • Das anfallsweise Erröten ist eine relativ häufig auftretende funktionelle Störung.
  • Es kommt gehäuft im Erwachsenenalter und bei Frauen in der Menopause vor.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei dem anfallsweisen Erröten sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautrötung erschienen?
  • körperliche Anstrengung?
  • bekannte Auslöser? Faktoren, die zu einer Verbesserung der Symptomatik führen? 
  • Beschwerden: Hitzegefühl? Unwohlsein? Allgemeinzustand?
  • Befall? Lokalisation? Verlauf? 
  • Frühere Hauterkrankungen?
  • abgelaufene virale Infekte? andere Infektionen?
  • Bekannte Grunderkrankungen?
  • Gehäuftes Auftreten bei Angehörigen?
  • bekannte Grunderkrankungen in der Familie?
  • Allergien? Unverträglichkeiten?
  • Medikamenteneinnahme? 
  • Bisherige therapeutische Maßnahmen? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des anfallsweisen Errötens sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild
  • Klinische Symptomatik
  • Labor
  • Blutdruckmessung
  • Allergietestungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Tumorsuche: Sonographie, Röntgen-Aufnahme, Computer-Tomographie, MRT

Klinik

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Das anfallsweise Erröten wird durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:

  • Lokalisation: am häufigsten betroffen sind das Gesicht, das Hals und den Bereich um Sternum herum.
  • Klinisches Bild: vorübergehende, vasodilatatorisch bedingte Rötungen; die Farbe von den Erythemen kann von hellrot über kräftig rot bis livid-blau variieren.
  • subjektive Beschwerden: Hitzegefühl, Unwohlsein, Übelkeit etc. 

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei anfallsweisem Erröten umfassen folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Suche nach krankheitsauslösenden oder - unterhaltenden Faktoren.
  • Noxe vermeiden. 
  • Medikamente absetzten.

Mögliche medikamentöse Behandlung:

  • Bei dem nikotinsäurebedingten Erröten: Prostaglandinbeeinflussung durch Indomethacin oder Salizylate.
  • Glutamatflush: Atropin-Gabe
  • Menopausenflush: Östrogentherapie
  • Chlorpropamidflush: Naloxon-Gabe etc.


Komplikationen

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Zu den Komplikationen des anfallsweisen Errötens sind derzeit keine Daten verfügbar.


Zusatzhinweise

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Zu dem anfallsweisen Erröten liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg, 5. Auflage
  2. (2005) Heiko Traupe, Henning Hamm - Pädiatrische Dermatologie - Springer Verlag, 2. Auflage
  3. (2002) Constantin E. Orfanos, Claus Garbe - Therapie der Hautkrankheiten - Springer Verlag, 2. Auflage
  4. (2009) Peter Fritsch - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  5. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe
  6. (2007) Marina Bährle-Rapp - Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege - Springer Verlag, 3. Auflage

Assoziierte Krankheitsbilder zu Anfallsweises Erröten

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