Anetodermien

Synonyme: Dermatitis atrophicans maculosa, erworbene Elastolyse

Definition

Anetodermien

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Die Anetodermien sind seltene Erkrankungen des elastischen Bindegewebes, die zu Elastolysen führen und umschriebene, fleckförmige Herde schlaffer Haut hinterlassen.


Ätiologie

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  • Die Ätiologie der Anetodermien ist noch unbekannt.
  • Man unterscheidet primäre (idiopathische) Anetodermien von den sekundären nach entzündlichen Erkrankungen oder durch Druck durch einen Tumor wie Pilomatrixom.
  • Mögliche Ursachen der Anetodermien sind: fehlregulierte Elastinsynthese, unkontrollierte Freisetzung und Aktivierung von Elastasen und anderen Serin- und Matrixmetalloproteinasen aus Entzündungszellen oder Phagozytose elastischer Fasern

Epidemiologie

Anetodermien

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  • Die Anetodermien können in jedem Alter auftreten, mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen der 2. und 4. Lebensdekade.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den Anetodermien sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen? 
  • Was für Beschwerden? Schwellung? Rotung?
  • Verlauf? 
  • Lokalisation? 
  • Vorherige Erkrankungen? bekannte Hauterkrankungen? Grunderkrankungen?
  • Erkrankungen bei Angehörigen? 
  • Medikamenteneinnahme? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Anetodermien sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild
  • Histopathologie:

- Fragmentation, Rarefizierung und Phagozytose der elastischen Fasern

- Kollagenfasern verdünnt mit größeren Zwischenräumen zwischen den Faserbündeln

- je nach Akuität schüttere perivaskuläre Rundzellinfiltrate


Klinik

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Die Anetodermien werden durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Klinisches Bild: 

- einzelne oder multiple, linsen- bis pfenniggroße, scharf begrenzte, rundliche bis ovale Herde mit häufig fein gefälteter, verdünnter Haut

- Herde teils eingesunken, teils hernienartige Vorwölbung des subkutanen Fettgewebes

  • drei Erscheinungsformen:

- Anetodermie Typ Jadassohn: Anetodermie nach entzündlichem Stadium mit Rötung und Schwellung; Histologie: Ödem, perivaskuläre sowie periadnexielle lymphozytäre Infiltrate mit Plasmazellen, neutrophilen Granulozyten, Histiozyten und Riesenzellen nachweisbar

- Anetodermie Typ Pellizzari: urtikariellles Vorstadium, das wochenlang bestehen kann; die Atrophieherde können zu größeren Arealen konfluieren

- Anetodermie Typ Schweninger-Buzzi: spontan auftretende, zahlreiche, meist über den Rumpf ausgestreute, scharf begrenzte, rundliche, weißbläuliche Atrophieherde von 1-2 cm Durchmesser

Die verschiedenen Erscheinungsformen können auch gleichzeitig auftreten.


Therapie

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  • Alle Therapieansätze bei Anetodermien sind von zweifelhaftem Wert!
  • Im entzündlichen Stadium wird Penicillin empfohlen.
  • Bei bestehender Hautatrophie ist keine Therapie möglich.

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der Anetodermien liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

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Zu den Anetodermien liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • Otto Braun-Falco, Helmut Heinrich Wolff (2005), Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag, 5. Auflage
  • Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles (2002), Springer Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin, Springer Verlag
  • Alexander Meves (2006), Intensivkurs Dermatologie, Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

Assoziierte Krankheitsbilder zu Anetodermien

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