Analgetikanephropathie

Synonyme: Phenacetin-Niere

Definition

Analgetikanephropathie

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Die Analgetikanephropathie ist eine chronisch tubulo-interstitielle Nephritis die mit jahrelangem Missbrauch von Mischanalgetika assoziiert ist. (Phenacetinhaltige, nichtsteroidale Analgetika wie z.B. Kombination aus Paracetamol, ASS, Coffein)


Ätiologie

Analgetikanephropathie

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Zu den Ursachen der Analgetikanephropathie ist folgendes bekannt:

  • Pathophysiologie größtenteils noch nicht geklärt.
  • Hemmung des vasodilatierenden Prostaglandins E2 durch Phenacetin, NSAR -> Durchblutungsstörungen ->> pathognomische Papillennekrosen.
  • Metabolisierung von Phenacetin in der Leber zu Acetaminophenon welches in Nierenpapillen akkumuliert.

Epidemiologie

Analgetikanephropathie

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Die Analgetikanephropathie ist in 1% der Fälle verantwortlich für chronische Niereninsuffizienz.

Frauen sind häufiger betroffen:

w : m = 3-5 : 1


Differentialdiagnosen

Analgetikanephropathie

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Anamnese

Analgetikanephropathie

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Folgende Inforamtionen zur Analgetikanephropathie sollten erfragt werden:

  • Analgetikagebrauch? - abusus?
  • Chronische Schmerzen (Jahre) Hals, Kopf, Rücken?
  • Peptische Magenulcera (antiphlogistikainduziert)?
  • Psychische Auffälligkeiten?
  • Alter? (häufig zwischen 30 - 70 Jahre)
  • Fieber?
  • Häufige Harnwegsinfekte?
  • Dysurie?
  • Schmutzig-bräunliches Hautkolorit?

Diagnostik

Analgetikanephropathie

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Die Diagnostik der Analgetikanephropathie umfasst:

  • Anamestische Sicherung der regelmäßigen Einnahme von Analgetika.
  • Bei Verdacht, dass Patient Paracetamol - Missbrauch verschweigt, ist Nachweis des Abbauproduktes NAPAP (N-Acetyl-Paraaminophenol) im Urin wegweisend.
  • Sonographie: Kleine Nieren, unregelmäßige Organränder, narbige Einziehungen der Rinde über Markkegeln, Papillennekrosen.
  • Sterile Pyurie, milde Proteinurie.

Klinik

Analgetikanephropathie

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An Analgetikanephropathie Erkrankte zeigen eines oder mehrere der folgenden Symptome:

  • Urinuntersuchung oft ohne Befund, manchmal milde Proteinurie. (nicht mehr als 1,5g/Tag)
  • Eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit der Niere.
  • Arterielle Hypertonie
  • häufige Magenulcera

Therapie

Analgetikanephropathie

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Therapiert wird die Analgetikanephropathie durch absoluten Verzicht auf Antiphlogistika. Bei chronischen Schmerzen Verwendung anderer Analgetika indiziert.


Komplikationen

Analgetikanephropathie

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Spätkomplikationen der Analgetikanephropathie: Erhöhtes Risiko für Mamma- und Urothelkarzinome.

In der BRD werden ca. 4-9% der dialysepflichtigen chronischen Nephropathien durch Analgetika verursacht.


Zusatzhinweise

Analgetikanephropathie

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Zur Analgetikanephropathie liegen im Moment keine Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Duale Reihe Innere Medizin (2009) - Thieme, Stuttgart

2. Dörner K. - Klinische Chemie und Hämatologie (2006) - Thieme, Stuttgart

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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